TU BRAUNSCHWEIG

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V 3.2CΔID: Achtsamkeitstraining in Zeiten der „mentalen Klimaerwärmung“
Dozenten:Dr. Thomas Piko, Wernigerode
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Kursinhalte / Themen:Achtsamkeits-Meditationen werden von der medizinischen Stressforschung positiv evaluiert. Speziell die PNI (Psycho-Neuro-Immunologie) erforscht die Wechselwirkungen aus Psyche, Körper und ! dem sozial/gesellschaftlichem Umfeld. Flankiert von gesellschaftswissenschaftlichen Analysen wird eine globalisierte -, beschleunigende und erhitzte Gesellschaft als alltägliche Quelle von „politischen Krankheiten“ thematisiert. Im PE-Jargon formuliert: Leistung muss im aktuellen Alltag nicht nur agil und leistungsgerecht gemanagt, sondern auch alert und gesund bewältigt werden. Gefragt sind neue Resilienzkonzepte im Sinne einer regelrechten Stressimpfung.
Als eine Antwort entwickelte sich ein vielseitiges Angebot von Achtsamkeits-Qualifikationen zu einem internationalen Megatrend. Viele Angebote adaptieren weltanschaulich/religiöse Elemente einer über 2000 Jahre alten buddhistischen Lehre. Meist seriös und attraktiv konzipiert, können aber selbst die säkularisierten Varianten dieser Traditionen nur begrenzt die heutigen und zukünftigen Herausforderungen abdecken. Die religions- und ideengeschichtliche Forschung äußert sich hier ebenso kritisch; wie auch asiatische Größen der traditionellen Achtsamkeits-Schulen selbst.
Um intellektuell redlich zu bleiben, sollten persönliche Verortungen in einer modernen beschleunigten Umgebung sowie 300 Jahre prägende Industriegeschichte systemisch einbezogen werden. Diese Kritik schließt auch „unachtsame Achtsamkeitsvarianten“ einer kulturell verklärten Silicon-Valley-Kultur mit ein, die zum Teil an der Grenze demokratischer Selbstverständlichkeiten prekäre Leistungssteigerungen populär legitimieren.
Das CΔID-Konzept setzt hier an und kombiniert evaluierte Trainingsziele aus dem Achtsamkeitsrepertoire wie z.B. das „Alerting“ oder die „Affektregulation“ mit moderner Gesellschaftswissenschaft zu einem säkularen Trainingsdesign. Das Zielsetzung von CΔID (französisch/arabisch für Regie und Oberhaupt) ist die pragmatisch-fürsorgliche Selbstbestimmung von Tempo und Temperatur auf der rasanten und stressigen „Human-Drome“ (menschlichen Rennbahn) des modernen Lebens. Das CΔID-Konzept wird im Kurs praktisch vorgestellt. Die meditativen Übungen werden anschlussgerecht angeleitet und reflektiert, so dass ein erster Transfer in den eigenen Alltag oder in bestehende PE-Konzepte möglich wird.
Vorerfahrungen jeder Art sind zwar willkommen, aber keine Voraussetzung; auch AnfängerInnen sind herzlich eingeladen.
Lehrmethode:Achtung:
Bitte bequeme Kleidung anziehen!

Teilnehmerzahl auf 12 Studierende begrenzt!
Literatur:Siegel, D.: Handbuch der Interpersonellen Neurobiologie. Siff, J.: Meditation Verlernen. Was tun, wenn Anleitungen im Weg sind, Freiburg 2015. Spitzer, M.: Einsamkeit. Die unerkannte Krankheit. München 2018. Steinmeyer, G.: Die Gedanken sind nicht frei. Coaching: eine Kritik, Berlin 2018. Williams, M./Penman, D.: Das Achtsamkeitstraining, München 2015
Tage:22./23. November und
29.30. November 2019
Raum:ZAZEN-Schule in Braunschweig

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  last changed 26.08.2018
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