Termine
Audimax der Technischen Universität Braunschweig, Universitätsplatz 3, 38106 Braunschweig
Eintritt frei!
über Einlasskarten, die jeweils 1 Stunde von Konzertbeginn ausgegeben werden
Das Orchester kann als ein großes Instrument angesehen werden, das fähig ist,
auf einmal oder hintereinander eine Menge von Tönen verschiedener Natur hören zu lassen,
deren Kraft mäßig oder kolossal ist, je nachdem es die Gesamtheit
oder nur einen Teil der Ausführungsmittel vereinigt, über welche die moderne Musik verfügt,
und je nach dem diese Mittel gut oder schlecht gewählt sind
und in akustischer Beziehung mehr oder weniger günstig aufgestellt sind.
Hector Berlioz
Wie lassen sich die Gruppen eines Sinfonieorchesters solide verschrauben? Was gehört wohin, was passt wie zusammen? Wie sicherstellen, dass am Ende kein Teil übrig bleibt und nichts schief klingt, kippelt, scheppert oder klirrt? Die Erfahrung lehrt: So leicht und fröhlich wie beim IKEA-Männchen fügt es sich in der Regel nicht.
Wo und wie anfangen? Am besten nichts überstürzen, sondern systematisch vorgehen. Genügend Platz schaffen, auspacken, alles säuberlich nebeneinander ausbreiten, kontrollieren, ob alle Teile vorhanden und unbeschädigt sind. Oboen zu den Holzbläsern, Posaunen zu den Blechbläsern, Englischhorn nicht mit Waldhorn verwechseln, Schlägel für die Perkussionsinstrumente bereitlegen, hohe Streicher links, tiefe Streicher rechts, Bratschen in die Mitte, Harfe nicht vergessen. Danach Taktstock, Pulte, Noten, Öl, Kolophonium. Mitgelieferte Violin- und Bassschlüssel griffbereit halten. Trichter und f-Löcher ausrichten. Schließlich Symbole und Anweisungen beachten: p steht für „leise, sacht“, calmo bedeutet „ruhig und gelassen bleiben“, a quattro mani macht die Hände einer zweiten Person nötig, martellato con forza fordert kraftvolles Hämmern. Zur Vorbereitung vielleicht noch einen Konzertführer lesen.
Das Uniorchester ist gern behilflich und macht Schritt für Schritt alles genau vor: Um Kollisionen auf der Bühne zu vermeiden, baut es sich von hinten nach vorne auf. Zuerst betreten Blechblasinstrumente und Schlagwerk die Bühne und spielen sich mit einer Fanfare ein. Anschließend nehmen die Holzblasinstrumente davor mit einem Besen Platz. Schließlich folgen die Streichinstrumente und zupfen zunächst nur vorsichtig an den Saiten. Erst dann wird alles zusammenfügt. Dabei sind wieder einmal Überraschungen eingebaut: Eine Uraufführung von Max Ewald Habel aus den eigenen Reihen und mit Charlotte Sohy eine weitere wunderbare, aber noch kaum bekannte Komponistin.
Hörst du noch oder lauschst du schon? Entdecke die Möglichkeiten!
Wir freuen uns auf mutige Ohren!
Aaron Copland (1900-1990): Fanfare for the Common Man (1942) für Blechbläser und Schlagzeug
John Williams (*1932): Nimbus 2000 (2001) aus der Filmmusik „Harry Potter and the Sorcerer’s Stone“ - Originalarrangement für Holzbläserensemble
Benjamin Britten (1913-1976): Playful Pizzicato (1933-34) aus „Simple Symphony“ für Streichorchester
Max Ewald Habel (*1997): Tsukomogami (2025) Symphonie Nr. 1 für großes Orchester
Charlotte Sohy (1887-1955): Symphonie „Grande Guerre“ cis-moll op. 10 (1914-1917) für Orchester
Wir danken folgenden Partnern für die freundliche Unterstützung:
Max Ewald Habel ist Komponist, Musiker und Pädagoge. 2024/25 erhielt er das Stipendium für Komposition des Landes Niedersachsen und finanzierte sich dadurch u.a. Kontrabassunterricht. Seitdem spielt er in diversen Orchestern in Hannover und Braunschweig – und ist nicht zuletzt Mitglied der Kontrabassgruppe des Uniorchesters. „Tsukomogami“, sein Debüt als Komponist sinfonischer Musik, hat er „seinen Freunden des TU Orchesters Braunschweig“ gewidmet.
Mit großer Neugier für die Möglichkeiten und Herausforderungen eines jeden Instruments komponiert er überaus einfühlsam. Noch im Probenprozess hat er im engen Austausch mit dem Orchester und einzelnen Stimmgruppen Anpassungen vorgenommen. Als Multi-Instrumentalist wechselt er selbst für seine Uraufführung an das Kontrafagott.
Max Ewald Habel engagiert sich darüber hinaus in der Nachwuchsförderung des niedersächsischen Netzwerks für Neue Musik Musik21 und in seiner Funktion als 2. Vorsitzender im Deutschen Komponist:innenverband.
Hier kann das aktuelle Pressefoto des Uniorchesters heruntergeladen werden (JPEG 13,7 MB). Bei einem Abdruck ist der Nachweis "Foto: Andreas Greiner-Napp" anzubringen.
Zum Download stehen das Konzertplakat und die Einladungspostkarte bereit.