Die Forschungsgruppe ReSpace! (Kurzform von Response-able Spaces) ist eine innovative Initiative, die ein dynamisches, interdisziplinäres Team zusammenbringt, das sich mit der Neukonzeption von Raum und räumlichen Umgestaltungen als Reaktion auf den Klimawandel, Ressourcenknappheit sowie gesellschaftliche und ökologische Veränderungen befasst.
ReSpace! fördert ein ganzheitliches Verständnis dafür, wie räumliche Infrastrukturen und Typologien für die Anpassung an die zukünftigen Herausforderungen transformiert werden können – unter Berücksichtigung des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und der gesellschaftlichen Anforderungen im komplexen Zusammenspiel globaler und lokaler Auswirkungen. Auf der Grundlage einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Architektur und Städtebau, Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften sowie dem Ingenieurwesen werden gemeinsam innovative Lösungen für ein nachhaltiges Leben in der Zukunft entworfen, beschrieben, simuliert und bewertet.
In Zusammenarbeit mit Akteuren wie Städten, Kommunen, NGOs, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Industrie konzentriert sich ReSpace! nicht nur auf die Entwicklung räumlicher Modellbilder, sondern auch auf den Wissenstransfer an primär regionale sowie institutionelle Interessengruppen. Der Forschungsrahmen sieht die Konzeption, Entwicklung, Bewertung und den Vorschlag wissenschaftlich fundierter und gesellschaftlich akzeptierter Konzepte vor. ReSpace! liegt an der Schnittstelle von zwei der vier Kernforschungsbereiche der TU Braunschweig: Zukunftsstadt und Mobilität.
ReSpace!
Ziel von ReSpace! ist es, auf Grundlage interdisziplinärer Zusammenarbeit innovative Lösungen für ein nachhaltiges Leben in der Zukunft zu entwerfen, zu beschreiben, zu simulieren und zu bewerten sowie den Wissenstransfer in die Praxis zu unterstützen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Berücksichtigung zukünftiger Herausforderungen infolge des Klimawandels, der Ressourcenknappheit sowie gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen zu.
ALLIGATOR
Das Teilprojekt ALLIGATOR (Allocation-based Mobility: Intelligent Optimization for Routing), welches durch das IVS und das Institut für Intermodale Transport- und Logistiksysteme (ITL) betreut wird, verfolgt das Ziel, Personen- und Güterverkehre in einer gemeinsamen Simulation integriert zu analysieren. Zentrale Elemente sind sogenannte (3D)-Mobilitätshubs, also integrierte Verkehrsknotenpunkte, die Mobilitätsangebote für Personen und Güter nicht nur horizontal im Stadtraum, sondern zusätzlich vertikal über mehrere Ebenen organisieren, um Verkehrsströme räumlich und zeitlich zu entflechten und Flächen effizienter zu nutzen. Auf dieser Grundlage wird eine integrierte Betrachtung bislang getrennt geplanter Systeme ermöglicht und eine systematische Bewertung städtischer Transportprozesse hinsichtlich Effizienz, Ressourcennutzung und Klimawirkungen vorgenommen.
Die Ergebnisse werden die Implementierung moderner urbaner Räume mit Mischnutzung unterstützen, indem sie Transportstrategien mit städtischer Klimaanpassung, räumlicher Organisation und den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in Einklang bringen. Mögliche praktische Anwendungen umfassen die Optimierung von Verkehrsnetzen, die effizientere Nutzung von Infrastruktur oder eine verbesserte Zugänglichkeit für alle Nutzergruppen.
Basierend auf einer synthetischen Bevölkerung, Daten zur Güterverkehrsnachfrage und bestehenden Transportnetzwerken wird im Rahmen von ReSpace! zunächst eine exemplarische virtuelle Stadt aufgebaut. Diese bildet die Grundlage für eine agentenbasierte Simulation und modellbasierte Bewertung des Personen- und Güterverkehrs und dient als Referenzszenario.
Aufbauend auf diesem Referenzszenario wird die virtuelle Stadt im Sinne der Ziele des ALLIGATOR-Teilprojekts gezielt weiterentwickelt. Dazu werden neue räumliche, infrastrukturelle und betriebliche Konzepte implementiert, simuliert und systematisch mit dem Referenzzustand verglichen. Auf diese Weise lassen sich die Wirkungen einzelner Maßnahmen in Bezug auf Effizienz, Flächennutzung und Klimawirkungen nachvollziehbar quantifizieren. Die Ergebnisse werden anschließend zu konsistenten Transformationspfaden zusammengeführt, um eine strukturierte Überführung der gewonnenen Erkenntnisse von der Simulation in die Planungspraxis zu ermöglichen.
Das Teilprojekt ALLIGATOR wird kooperativ vom IVS und dem ITL betreut. Vor dem Hintergrund sich verändernder Ansprüche an den urbanen Raum und fortwährender Herausforderungen mit bestehenden Planungsparadigmen, ist eine Transformation des urbanen Raums selbst sowie zugehöriger Planungsmethoden unerlässlich. IVS und ITL verfolgen daher einen agentenbasierten Simulationsansatz zur Evaluierung von bestehenden und zukünftigen Verkehrsnetzen sowie zur Ableitung geeigneter Maßnahmen für die Praxis. Ein Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Implementierung von (3D)-Mobilitätshubs und deren Wirkung auf bestehende Verkehrsnetze. Dies umfasst insbesondere die zeitliche und/oder räumliche Entkopplung von Passagier- und Güterverkehren. Untersuchungsgegenstand sind dabei neben infrastrukturellen Konzepten auch Betriebskonzepte unter Berücksichtigung modularer, selbst be- und entladender Fahrzeuge sowie deren Integration ins Gesamttransportnetzwerk.
Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg des Projekts. Durch die enge Kooperation zwischen Architektur und Städtebau, Verkehrs- und Ingenieurwissenschaften sowie Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften können räumliche Entwurfskonzepte, verkehrliche Simulationen und gesellschaftliche Anforderungen frühzeitig aufeinander abgestimmt werden. Dies ermöglicht es, Maßnahmen nicht nur modellbasiert zu bewerten, sondern sie zugleich städtebaulich integrierbar, sozial anschlussfähig und praktisch umsetzbar zu entwickeln.