Die Lehre des IMDR beginnt in der Studieneingangsphase. In den ersten beiden Semestern legen wir mit zwei Grundkursen den Boden für das gestalterische Studium der Architektur: Grundlagen der Gestaltung und Darstellung. Beide verstehen Gestaltung und Darstellung als Erkenntnistätigkeiten und setzen dort an, wo Studierende genau hinsehen lernen.
In den Grundlagen der Gestaltung üben Studierende das aktive Sehen. Sie befragen ihre eigene Wahrnehmung und legen die Strukturen frei, die einen Eindruck entstehen lassen. Wir lassen dabei Irritationen zu, weil sich an ihnen zeigt, was eine gewohnte Sicht sonst überspringt. In dieser Arbeit wechseln die Studierenden zwischen einem offenen Erproben und einem prüfenden Konkretisieren und lernen, sich zwischen beiden bewusst zu bewegen. So entsteht früh eine eigene Haltung, die sie im weiteren Studium schärfen.
Die Darstellung beginnt mit dem Zeichnen als genauem Handwerk. Im ersten Semester konstruieren Studierende Skizze, Grundriss, Schnitt und Axonometrie von Hand aus einfachen Geometrien und entwickeln dabei ein Gefühl für Genauigkeit und räumliche Beziehung. Im zweiten Semester weitet sich der Begriff der Zeichnung. Studierende erproben, was eine Zeichnung jenseits der Abbildung leisten kann, wie sie deutet und Mögliches vorwegnimmt. Das Zeichnen wird so zu einer Weise des Denkens. Im Handzeichnen wird sichtbar, wie jemand ein Problem fasst.
In den weiteren Semestern setzt sich diese Arbeit in Entwurfsstudios und Seminaren fort. Studierende vertiefen ihre Weise zu sehen und zu zeigen und entwickeln eine eigene visuelle und begriffliche Sprache. Dabei arbeiten sie mit dem interdisziplinären Team des Instituts, das Architektur, Kunst, Bühnenbild und Kommunikationsdesign zusammenführt. In experimentellen Formaten erproben sie, wie sich räumliche Ideen darstellen und vermitteln lassen. Das konkrete Angebot des laufenden Semesters findet sich im Semesterprogramm.