Das Fachgebiet Baustoffe und die Baulöwen des Betonkanus

Das war eine knappe Kiste – sechs Monate Zeit, ein Start mitten in der Klausurenphase und keine „alten Hasen“ im Team. Die besten Voraussetzungen also, um für die 20. Betonkanu-Regatta richtig durchzustarten. Das waren zumindest die Gedanken, die wir nach den ersten Treffen im Seminarraum des iBMB hatten. Vorweggenommen: Mit der tatkräftigen Unterstützung der wissenschaftlichen und technischen Mitarbeitenden des Fachgebiets Baustoffe ist uns das auch gelungen.

Worum ging es? Wie in den Jahren zuvor war das oberste Ziel, ein Betonkanu für die 20. Betonkanu-Regatta zu bauen und den ersten Vorlauf unbeschadet sowie oberhalb der Wasseroberfläche zu überstehen. Das zweite Ziel war, in einer der zahlreichen Wertungsklassen zu punkten. Aufgrund der vorangegangenen Forschung am Institut entschieden wir uns für zwei Konzepte: ein Betonkanu aus Pflanzenkohlebeton mit einem möglichst geringen CO₂-Fußabdruck sowie ein Kanu aus konventionellem Leichtbeton mit Blähglas, das durch geringes Gewicht und reduzierte Wandstärken überzeugen sollte.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Terminplanung begann Anfang April die erste Betonage. Leider wurde sie zu einem völligen Reinfall. Die Betonrezeptur war in ihrer Verarbeitung nicht ausreichend erprobt und floss uns förmlich an der Schalung wieder herunter. Nach über 200 kg Beton und mehreren Stunden Arbeit wussten wir bereits, dass das Ergebnis alles andere als zufriedenstellend war. Die eigentliche Ernüchterung folgte jedoch erst beim Ausschalen: Das Boot riss bereits beim ersten Transport noch in der Schalung, und diese hatte sich so stark mit dem Beton verbunden, dass sie beim Entfernen vollständig auseinanderfiel.

Nach einer Krisensitzung im kleinen Kreis besannen wir uns auf Bewährtes. Wir griffen auf ein Kanu aus dem Jahr 2024 sowie auf Bestandteile der damaligen Betonrezeptur zurück und betonierten die Außenhaut des alten Kanus neu. Dank der Unterstützung unserer Sponsoren – Ludwig Freytag, TSN Beton, Ingenieurkammer Niedersachsen, Bötel, GP Papenburg Betonwerke, Kroker und Micon Drilling – konnten wir die zusätzlichen Materialkosten stemmen.

Mit mehr Planung, besserer Vorbereitung und dem gesammelten Wissen funktionierte der neue Fertigungsprozess schließlich einwandfrei. Das erste Kanu aus Blähglasbeton gelang, und anschließend konnten wir auch das Pflanzenkohlekanu ohne Probleme betonieren. Rund einen Monat vor der Regatta waren beide Boote fertig und hatten ausreichend Zeit zum Aushärten.

Zur zusätzlichen Absicherung fertigten wir noch ein drittes Boot aus Blähglasbeton mit größerer Wandstärke und einer hochwertigeren Oberfläche als Ersatzboot an.

Der Wettkampf war schließlich das Highlight eines gelungenen Projekts. Wir waren nicht nur gute Gastgeber an unserem Informationsstand und bei den gemeinsamen Abendveranstaltungen, sondern konnten uns auch sportlich sehen lassen. Unsere Teams erreichten das Viertel- beziehungsweise Halbfinale und mussten sich keineswegs verstecken. Für einen Podestplatz oder eine Auszeichnung in einer der Sonderwertungen reichte es am Ende leider nicht.

Dafür haben wir etwas viel Wertvolleres gewonnen: ein motiviertes Team mit Begeisterung für den Werkstoff Beton, Freude an der gemeinsamen Arbeit und großer Lust auf eine Revanche. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder in den Räumlichkeiten des iBMB, sodass wir ohne Stress starten können – und freuen uns schon jetzt auf weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter für unser Team.

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https://www.instagram.com/betonkanu_tu.braunschweig/