Der Klimawandel konfrontiert die deutsche Forst- und Holzindustrie mit einer sich intensivierenden Rohstoffunsicherheit. Extremwitterungsphasen und biotische Störungen, wie die großflächigen Borkenkäfer-Kalamitäten der Fichte, sorgen für ein Umdenken bei den Waldbesitzern und schaffen Chancen für Licht- und Pionierbaumarten. Geringere Flächenanteile je Baumart stellen die Holzverarbeitende Industrie vor Probleme, da Prozesse oftmals auf die Nutzung weniger Hölzer hin optimiert sind. Für eine sinnvolle Nutzung des nachhaltigen Potentials künftig aufkommender natürlicher Waldgesellschaften arbeitet das IBHolz der TU Braunschweig gemeinsam mit Partnern aus der Wald- und Holzforschung an einem flexiblen Konzept zur Herstellung von Furnierschichtholz (LVL) aus einem Baumartenmix. LVL bietet die Chance lasttragende Bauteile zu liefern und kann durch seinen Lagenaufbau gezielt gestaltet werden, um trotz des Einsatzes verschiedener Holzarten ein definiertes Leistungsspektrum zu erfüllen.
Forschende der Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen identifizieren anhand der aktuellen Waldentwicklung das Holzaufkommen verschiedener Zukunftsszenarien und werden hierbei durch das Forstunternehmen Oldershausen HOFOS GmbH mit Daten und Know-How aus der Praxis unterstützt.
Ein Lagenwerkstoff aus verschiedenen Holzarten stellt Verarbeiter vor Herausforderungen, da unterschiedliche Holzeigenschaften wie Dichte und Extraktstoffgehalt die Formstabilität und Verklebbarkeit beeinträchtigen. Das IBHolz entwickelt dafür spezielle Sortier- und Bewertungsverfahren, um zusammen mit der Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen gleichbleibende Produkteigenschaften zu gewährleisten. Zudem wird an Lösungen für die Probleme bei der Verklebung geforscht.
Die HAWK Fakultät Ingenieurwissenschaften und Gesundheit untersucht mittels Anwendung innovativer Plasmaverfahren die Optimierbarkeit der Verklebungsqualität zwischen den eingesetzten Holzarten, während die Georg-August-Universität Göttingen gemeinsam mit Prefere Resins Holding Germany GmbH und der Zellstoff- und Papierfabrik Mercer Rosenthal GmbH die Anwendung etablierter Klebstoffsysteme daraufhin anpasst und nachhaltige Alternativen entwickelt.
Gemeinsam mit den Verbundpartnern nutzt das IBHolz seine Kompetenzen in der Bauteilbewertung, um einen Beitrag zur nachhaltigen Wertschöpfung mit den Waldgesellschaften der Zukunft zu leisten.
Wir freuen uns auf eine spannende Zusammenarbeit!
Verbundpartner:
Kooperationspartner:
Laufzeit: 01.01.2026 bis 30.06.2028
Diese Vorhaben wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus / Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.