INTER zählt zu den traditionsreichsten internationalen Fachforen für Forschung im konstruktiven Holzbau. Im Mittelpunkt steht der intensive Austausch zwischen führenden Wissenschaftlern und Experten über aktuelle Forschungsergebnisse sowie deren Überführung in die Bemessungspraxis, Normung und Weiterentwicklung internationaler Standards. Das diesjährige Meeting brachte 92 Forschende aus 19 Ländern und vier Kontinenten zusammen.
Das Institut für Baukonstruktion und Holzbau (IBHolz) wurde in diesem Jahr durch Mike Sieder und Moritz Tronnier vertreten.
Im Rahmen der Session “Timber Joints and Fasteners” präsentierte Moritz Tronnier den gemeinsam mit Mike Sieder verfassten Beitrag “Fatigue behaviour of self-tapping timber screws under axial tensile loading”. Der Beitrag befasst sich mit dem Ermüdungsverhalten selbstbohrender Holzschrauben unter axialer, schwellender Zugbeanspruchung und stellt aktuelle Ergebnisse der Forschungsarbeiten des iBHolz zum Trag- und Ermüdungsverhalten mechanischer Verbindungsmittel im Holzbau vor.
Neben den Fachvorträgen und intensiven Diskussionen bot die Technical Tour einen besonderen Einblick in innovative und wegweisende norwegische Holzbauten. Zu den Stationen gehörten unter anderem die Da-Vinci-Brücke in Ås, der Mjøstårnet in Brumunddal sowie das Vikingskipet in Hamar.
Die Fuß- und Radwegbrücke „Da-Vinci-Brücke“ in Ås über die E18 basiert auf einem bereits 1502 von Leonardo da Vinci entwickelten Brückenkonzept. Anders als der ursprünglich in Stein gedachte Entwurf wurde die moderne, rund 40 m weit spannende Konstruktion in Brettschichtholz realisiert – eine bemerkenswerte Verbindung von historischem Ingenieurdenken und modernem Holzbau.
Der 18-geschossige Mjøstårnet demonstriert eindrucksvoll die Möglichkeiten des mehrgeschossigen Holzbaus. Seine wesentlichen vertikalen und horizontalen Tragstrukturen bestehen aus Holz; für das Tragwerk kommen insbesondere Brettschichtholz und Brettsperrholz zum Einsatz.
Mit dem Vikingskipet, einer für die Olympischen Winterspiele 1994 errichteten Halle, konnte zudem ein außergewöhnliches Beispiel des weitgespannten Ingenieurholzbaus besichtigt werden. Die charakteristische, an ein umgedrehtes Wikingerschiff erinnernde Dachkonstruktion wird von großen Fachwerkträgern aus Brettschichtholz getragen.
INTER 2026 bot damit nicht nur die Möglichkeit, die aktuellen Forschungsergebnisse des iBHolz einem internationalen Fachpublikum des konstruktiven Holzbaus vorzustellen, sondern auch zahlreiche Gelegenheiten für fachliche Diskussionen, neue Impulse und den persönlichen Austausch innerhalb der internationalen Timber-Engineering-Community.
Ein besonderer Dank gilt den INTER-Vorsitzenden Philipp Dietsch und Frank Lam für ihr großes Engagement und die Förderung des internationalen Austauschs innerhalb der INTER-Community. Ebenso möchten wir Roberto Tomasi und dem gesamten Team der NMBU für die Ausrichtung des diesjährigen Meetings und die Organisation der eindrucksvollen Technical Tour sowie Carmen Sandhaas für die hervorragende Organisation und Koordination des INTER 2026 danken.