hrsg. von Univ.-Prof. Dr.-Ing. P. Schwerdtner
Inhaltsverzeichnis Bestellung ist in Kürze möglich
Verlag
Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb der Technischen Universität Braunschweig
Herausgeber
Univ.-Prof. Dr.-Ing. P. Schwerdtner
Datum
April 2024
Typ
Beitragsband
ISBN
978-3-910750-25-8
Umfang
157 Seiten
Preis
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Nachträge zählen traditionell zu den zentralen Konfliktfeldern im Bauwesen. Unterschiedliche Auffassungen über Leistungsänderungen, zusätzliche Leistungen oder geänderte Ausführungsbedingungen führen regelmäßig zu Diskussionen über die angemessene Vergütung. Nicht selten entwickeln sich daraus langwierige Auseinandersetzungen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern.
Die Suche nach einer sachgerechten und fairen Lösung für diese Konflikte begleitet die Baupraxis seit Jahrzehnten. Mit der Reform des Bauvertragsrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch wurde ein Ansatz stärker in den Fokus gerückt, der auf die tatsächlich erforderlichen Kosten abstellt. Dieser Gedanke verspricht auf den ersten Blick eine größere Nähe zur realen Leistungserbringung auf der Baustelle: Vergütet werden soll, was tatsächlich erforderlich war, um die geänderte oder zusätzliche Leistung zu erbringen.
Gleichzeitig wirft dieser Ansatz eine Vielzahl neuer Fragen auf. Was genau sind „tatsächlich erforderliche Kosten“? Welche Kostenbestandteile sind zu berücksichtigen und in welchem Umfang? Wie ist mit Eigenleistungen umzugehen? Welche Nachweise sind notwendig, um die Erforderlichkeit von Kosten darzulegen? Und welche Rolle spielen Kalkulation, Marktpreise und betriebliche Besonderheiten des ausführenden Unternehmens? Aus übergeordneter Perspektive resultieren diese Überlegungen in der Frage, ob – wie im Bauwesen üblich – eine Vergütung der Leistung oder eine Vergütung des Aufwands erfolgen soll.
Die Praxis zeigt, dass trotz der gesetzlichen Verankerung und einer breiten Diskussion in der Fachwelt weiterhin erhebliche Unsicherheiten bei der Anwendung bestehen. Unterschiedliche Interpretationen in Literatur, Rechtsprechung und baubetrieblichen Praxis führen dazu, dass der Umgang mit Nachträgen häufig weiterhin konfliktbehaftet bleibt.
Das 20. Braunschweiger Baubetriebsseminar mit dem Titel „Aufwand statt Leistung: Selbstkostenerstattung als Lösungsansatz zur Ermittlung einer angemessenen Vergütung?“ widmete sich am 7. März 2025 den verschiedenen Aspekten der Ermittlung tatsächlich erforderlicher Kosten im Bauwesen. Ziel war es, die zugrunde liegenden rechtlichen und baubetrieblichen Zusammenhänge aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, Lösungsansätze zu liefern und zugleich einen praxisorientierten Zugang zu bieten. Dabei wurden sowohl methodische Fragen der Kalkulation als auch typische Problemstellungen aus der Projektpraxis beleuchtet. Hierdurch soll die Veranstaltung einen Beitrag dazu leisten, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Denn nur auf dieser Basis kann es gelingen, Konflikte zukünftig zu vermeiden oder zumindest sachlicher und effizienter zu lösen.
Vielen Dank an alle Referenten sowie die Teilnehmer der Podiumsdiskussion für die engagierte Mitwirkung und Unterstützung der Veranstaltung. Der Dank gilt darüber hinaus allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des IBB für die professionelle Organisation des Seminars.