Flächensteuerung an der TU Braunschweig

Flächensteuerung

Ein Verfahren zur methodischen Bilanzierung und bedarfsgerechten Verteilung genutzter Räumlichkeiten

Gebäude, Räume und Flächen gehören zu den wertvollsten Ressourcen einer Universität. Jede nicht effizient genutzte Fläche verursacht potenziell durch Betriebs-, Sanierungs- und ggf. Anmietkosten einen überhöhten Ressourceneinsatz, der den Nachhaltigkeitszielen des Landes und der TU Braunschweig, und nicht zuletzt auch der sparsamen Nutzung von Steuermitteln entgegensteht. Darum setzt sich die TU Braunschweig das Ziel, in Zukunft die Vergabe von Flächen in einem bedarfsgesteuerten System abzubilden. Mit Flächen sind hierbei alle Räumlichkeiten gemeint, die von den Instituten, Abteilungen und Organisationseinheiten genutzt werden. 

Konkreter Zweck des Prozesses Flächensteuerung ist es, eine datenbasierte, belastbare Übersicht über die Flächennutzung aller Organisationseinheiten der TU Braunschweig zu gewinnen und fachlich aufbereitet als Flächenbilanz (Soll-Ist-Vergleich) bereitzustellen. Diese Bilanz ist dann die Grundlage für eine Flächensteuerung hin zu einer effizienteren Flächennutzung.

Hintergründe und Ziele

Für die Flächensteuerung an der TU Braunschweig gibt es sowohl eine äußere Motivation, die von externen Akteuren und Anforderungen ausgeht, als auch eine innere Motivation, die unmittelbar in der Universität selber gründet.

  • Äußere Motivation: Die Vorgaben der Landespolitik (v. a. Nds. Kultusministerium und Landesrechnungshof) sehen für die TU vor, eine „wirtschaftliche Flächennutzung“ zu gewährleisten und dazu ein „geeignetes Flächensteuerungsmodell“ einzuführen.
  • Innere Motivation: Proaktiv arbeiten wir ein auf die TU-Bedürfnisse abgestimmtes Bemessungs- und Steuerungsverfahren aus, auch um einer „Vorgabe von oben“ zuvorzukommen. Wir gewinnen eine aktuelle und aktualisierbare Übersicht über die Nutzung der Ressource Fläche an der gesamten TU und optimieren die Verteilung und Auslastung der verfügbaren Flächen.

Zielbild

  • Der Umgang mit der Ressource Fläche an der TU Braunschweig ist bedarfsgerecht, transparent, fair und dynamisch
  • Ein bürokratiearmes Verfahren gewährleistet den Ausgleich von Flächenüberhängen und -defiziten
  • Es besteht eine hohe Flexibilität durch Ausweisung von Projektflächen: „atmende“ Flächen

Grundsätzliches Konzept und Vorgehensweise

Angestrebt und inzwischen realisiert wurde ein professioneller, umfänglicher und fortschreibbarer Bilanzierungsprozess, an welchen ein gerechter, ganzheitlicher, einfach handhabbarer und auf die TU-Bedürfnisse abgestimmter Steuerungsprozess angeschlossen ist. Zudem wurde ein hoher Grad an Automatisierung hinsichtlich der Datenflüsse und internen Prozesse angestrebt, bei gleichzeitigem Anspruch von Übersichtlichkeit und intuitiver Usability.

Verantwortlich für Koordination, inhaltliche Ausgestaltung sowie Fortschreibung, Weiterentwicklung und Betreuung des Projektes ist die Abteilung 37 Flächenmanagement.  Projektleiter und Ansprechpartner 

Im Zeitraum 2021-2025 wurde das Projekt Flächensteuerung mit dem aktuellen Ansatz entwickelt. Während der Entwicklungsphase wurde die rheform GmbH (ähnlich HIS-HE) als externer Dienstleister in das Projekt eingebunden (2021-2023) und mit der Ko-Entwicklung von Bilanzierungsmodell, Excel-Tool und Beratungsaufgaben beauftragt.

Die sechs Fakultäten wurden von Beginn an eingebunden und per regelmäßiger Besprechung beteiligt:

  • bis 2025 im Format AG Fläche
  • ab 2026 als Gremium Flächenbeirat
Zusammensetzung des Flächenbeirats

Es fanden (und finden anlassbezogen auch weiter) sogenannte Plausibilisierungsgespräche mit allen sechs Fakultäten (jeweils Fakultätsgeschäftsführung und Raumbeauftragte) statt – bedarfsweise ebenso im Bereich der Zentralen Einrichtungen bzw. der Zentralen Verwaltung. Dieser intensiv durchgeführte Plausibilisierungsprozess gewährleistet, dass Unschärfen des Modells angepasst, „grobe Schnitzer“ im Vorfeld bereinigt und die Spezifika der jeweiligen Organisationseinheiten angemessen berücksichtigt wurden.

Mitte 2025 war die Entwicklungsphase des Projektes in wesentlichen Punkten abgeschlossen und die Flächensteuerung ist, per Beschluss des Präsidiums und Bestätigung durch den Senat, als stetiger Prozess an der TU Braunschweig eingeführt worden. Es liegt mit diesem Jahr erstmals eine TU-weite Flächenbilanz vor – zunächst für die Kategorie Büroflächen.

Mitte 2026 wird die Flächenbilanz um die Kategorien Labor, Lager und Lehre angereichert und fortan in diesem Format jährlich fortgeschrieben. Die Flächenbilanz wird jeweils den relevanten hochschulinternen Akteuren zur Verfügung gestellt.

Umsetzung und Parameter

Ermittelt wird für jede Organisationseinheit ein Soll-Ist-Vergleich der Flächenverwendung, also eine Flächenbilanz, welche dem jeweils aktuellen Flächen-Ist (derzeitige Flächenverwendung) das methodisch ermittelte Flächen-Soll (rechnerischer Flächenbedarf) gegenüberstellt.

Eine solche Bilanz wird für alle Organisationseinheiten der TU Braunschweig gleichermaßen erstellt. Dabei wird ausschließlich die primäre Nutzungsfläche (NUF 1-6) ausgewertet, nicht aber Technikflächen, Verkehrsflächen usw. Eine Erläuterung der Nutzungsflächen finden Sie in den  FAQ

Es wird in vier Kategorien bilanziert:

  • Lehrflächen
  • Büroflächen (inkl. Büronebenflächen, wie z.B. Kopierräume, Besprechungsräume usw.)
  • Laborflächen (inkl. Werkstätten, Labor-Peripherie, Übungsräume usw.)
  • Lagerflächen

Für das Soll der Büroflächen sind Vorgaben des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) maßgebend, die hier  nachzulesen sind (siehe Punkt 4.2 Büroflächenansätze Universitäten). Flächenansätze für das Soll der Labore usw. basieren wiederum auf Benchmarks und Fachwissen der Rheform GmbH, vgl. dazu  FAQ.

Neben diesen Eingangsgrößen fließen weitere Parameter in das System ein, die zentralen Input-Daten sind dabei:

  • Flächenbestand
  • Personalzahlen
  • Studierendenzahlen
  • Qualitative Parameter
  • Veranstaltungen bzw. Deputate

Die Daten werden stichtagsbezogen erhoben und 1x jährlich aktualisiert: Personaldaten vom 01.12. | Flächendaten vom 31.12.

Detaillierungsgrad der Flächenbilanzierung und -steuerung

Im Übrigen findet in der Methodik auch ein sogenannter Abminderungsfaktor (oder: Flächenverschnittfaktor) Berücksichtigung, vgl. dazu  FAQ.

Die gesamte Methodik wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) anerkannt, bestätigt und als wegweisend hervorgehoben.

Ablauf des Prozesses Flächensteuerung

Die Abbildung skizziert, wie der jährlich ablaufende Prozess Flächensteuerung in wesentlichen Punkten aussieht. Die angegebenen Zeitpunkte beziehen sich auf das jeweils laufende Kalenderjahr.

Begleitet und gemonitort wird der gesamte Prozess durch den oben dargestellten Flächenbeirat.

Weitere Kernaufgaben von Flächenbeirat und Abteilung 37 umfassen in diesem Zusammenhang das Erschließen von Verbesserungspotenzialen, das Bearbeiten von Härtefällen sowie das Nachsteuern und Feinjustieren.

Ablauf Prozess Flächensteuerung

FAQ

In unseren FAQ finden Sie weitergehende Fragen und Antworten zur Flächensteuerung.

Projekthistorie

Einen Überblick über die Historie des Projekts Flächensteuerung erhalten Sie hier.