Neuer BRICS-Kooperationsvertrag mit den Partnern HZI und DSMZ

Kooperationsvertrag BRICS
Die Geschäftsführung der DSMZ (Prof. Dr. Jörg Overmann, links, und Bettina Fischer, rechts) zusammen mit Prof. Dr. Dieter Jahn, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Mikrobiologie an der TU und Sprecher des Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS). Bildnachweis: DSMZ/DSMZ

Seit dem 1. September 2020 ist neben dem langjährigen Kooperationspartner – das Helmholz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) – auch das Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) offizieller Kooperationspartner im Systembiologie-Zentrum BRICS der Technischen Universität Braunschweig. Dazu wurde ein neuer Kooperationsvertrag von den Leitungen der drei beteiligten Institutionen offiziell unterzeichnet.

Die DSMZ, eine der weltweit größten biologischen Sammlungen für Mikroorganismen und Zellkulturen, verstärkt durch den Kooperationsvertrag deutlich das BRICS-Team. Dadurch wird systematisch die Analyse von Stoffwechselprodukten (Metabolomics) am BRICS erweitert und auf die Untersuchung von Infektionsprozessen angewendet.

Die neue Arbeitsgruppe „Bakterieller Metabolismus“, geleitet von Dr. Meina Neumann-Schaal, fokussiert sich dabei auf den Erreger, während weitere Gruppen des BRICS den menschlichen Wirt und seine Immunantwort untersuchen. Das betrifft die Modellierung beteiligter Prozesse mit dem Ziel,  Interventionspunkte für eine Therapie vorherzusagen. Dabei arbeitet die neue DSMZ-Gruppe im BRICS mit Forschern der TU Braunschweig (Professor Karsten Hiller) und des HZI (Professorin Alice McHardy, Professor Michael Meyer-Hermann) Hand in Hand zusammen.

„Die Beteiligung der DSMZ mit ihrer starken Genomforschung und ihrer etablierten Analytik mikrobieller Stoffwechselprozesse verstärkt uns im BRICS genau an der richtigen Stelle und erlaubt nun komplexe gemeinsame Forschungsansätze“, freut sich BRICS-Sprecher Professor Dieter Jahn.

Systembiologie, die experimentelle Verfahren zur kompletten Erfassung zellulärer Prozesse mit modernster Bioinformatik kombiniert, ist nicht nur auf Infektionsprozesse anwendbar. So werden im BRICS biotechnologische Produktionsabläufe, aber auch mikrobielle Prozesse im Meer systembiologisch untersucht. Dabei tragen die drei Partner, TU Braunschweig, HZI und DSMZ, mit ihrem interdisziplinären Forschungsansatz nun gemeinsam im BRICS zur Stärkung des TU-Forschungsschwerpunkts „Infektionen und Wirkstoffe“ bei.

Zum BRICS – Braunschweiger Zentrum für Systembiologie

Infektionsforschung und Biotechnologie sind die beiden wichtigen Themengebiete, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des BRICS (Braunschweig Integrated Centre of Systems Biology) miteinander verbinden. Die Systembiologie ist dabei eine Methode, die ihre Forschung effizienter macht: Mathematische Modelle werden auf biologische Vorgänge angewendet. Die Abbildung der Biologie im mathematischen Modell erlaubt Vorhersagen über biologische Zusammenhänge, die bisher nicht erforscht wurden. Auf dieser Grundlage lassen sich Laborexperimente zielgerichtet planen und Zeit einsparen. Im BRICS wird diese Methode zum Beispiel bei der Untersuchung des Durchfall-Erregers Clostridium difficile angewendet. Bei diesem Bakterium möchten die Forscherinnen und Forscher verstehen, wie es bei Erkrankten die heftigen Symptome auslöst und wie man es am besten bekämpfen kann. Aber auch im Bereich Biotechnologie ist die Systembiologie wichtige Grundlage für neue Entwicklungen, beispielsweise bei der Erzeugung von elektrischem Strom durch Bakterien.