In modernen Produktions- und Logistiksystemen bewegen sich verschiedene Fahrzeuge wie Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF), Routenzüge oder Gabelstapler auf gemeinsamen Fahrwegen innerhalb einer Produktionshalle. Insbesondere auf stark frequentierten Hauptverkehrsachsen können dabei Staus und Verzögerungen entstehen. Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist daher nicht zwangsläufig auch der schnellste.
In vielen Simulationsmodellen wird das Routing von Fahrzeugen mithilfe klassischer kürzester-Wege-Algorithmen bestimmt. Diese berücksichtigen jedoch in der Regel nur statische Kriterien wie Weglängen. In realen Systemen hängen Fahrzeiten dagegen stark von dynamischen Einflüssen wie Verkehrsaufkommen, Wartezeiten oder lokalen Engpässen im Wegenetz ab. Dadurch können sich Verkehrsströme auf bestimmte Strecken konzentrieren und Staus entstehen.
Ein möglicher Ansatz besteht darin, Simulationsergebnisse gezielt zur Anpassung der Routingparameter zu nutzen. Auf Basis der Simulation können beispielsweise stark belastete Wegabschnitte identifiziert und die Gewichte einzelner Kanten im Graphen angepasst werden, sodass alternative Routen stärker genutzt werden. Durch ein solches iteratives Vorgehen können Verkehrsflüsse im System gleichmäßiger verteilt und Engpässe reduziert werden.
Ziel dieser Abschlussarbeit ist es, ein intralogistisches Verkehrsnetz zu modellieren und eine simulationsgestützte Methode zur iterativen Anpassung von Routing-Gewichten zu entwickeln und zu untersuchen. Dazu werden Simulationsexperimente durchgeführt, um Verkehrsbelastungen im Netz zu analysieren, Engpassstellen zu identifizieren und Kantengewichte im Graphen systematisch anzupassen. Anschließend wird untersucht, wie sich dieses Vorgehen auf zentrale Leistungskennzahlen wie Fahrzeiten, Wartezeiten oder Staus auswirkt.
Die Arbeit bietet einen praxisnahen Einblick in die Simulation intralogistischer Systeme sowie in algorithmische Ansätze zur Analyse und Steuerung von Verkehrsflüssen in komplexen Verkehrsnetzen.
Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Judith Schulze.