Moin, ich bin Marie.
Für mehrere Jahre habe ich im Produktmanagement eines großen Medizintechnik-Herstellers gearbeitet. Dabei durfte ich die Entstehung eines digitalen Produktes von Beginn an begleiten.
Bevor die tatsächliche Entwicklung meines Produkts losgehen konnte, war viel Vorbereitung notwendig. Die wichtigsten Schritte, grob zusammengefasst:
Plausibilitätsprüfung
Zuerst habe ich geprüft, ob die Produktidee plausibel ist. Dazu gehört neben der technischen Machbarkeit durch einen kleinen Prototypen vor allem eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Um belastbare Zahlen zum medizinischen Bedarf, aktuellen Markt-Dynamiken und ökonomischen Rahmenbedingungen zu bekommen, habe ich eine wissenschaftliche Recherche, passende Marktforschung und technische Ausschreibungen durchgeführt. All diese Informationen flossen in einen Business Case ein, in dem ich verschiedene Fälle (z.B. verschiedene Hardware-Optionen oder die unterschiedlichen Pricing-Modelle der Software-Anbieter) modelliert habe.
Rechtliche Prüfungen
Bei der Plausibilitätsprüfung wurden viele Verträge benötigt (z.B. NDAs und Dienstleistungsverträge für die Marktforschung), sodass die Rechtsabteilung bereits früh involviert war. Darüber hinaus waren aber noch weitere rechtliche Prüfungen der neuen Produktidee notwendig. Besonders wichtig im Medizinprodukt-Bereich sind die nationalen und internationalen Medizinprodukt-Gesetze (bzw. der Ausschluss davon). Für meine Produktidee wurde festgestellt, dass es sich dabei nicht um ein Medizinprodukt handelt, was die weitere Entwicklung viel einfacher gemacht hat. Mit weiteren Experten zusammen habe ich darüber hinaus das Datenschutz-Konzept und den Intellectual-Property-Status der Produktidee geprüft.
Abstimmung mit internen Stakeholdern
Im Laufe der Entwicklung waren viele weitere Abteilungen involviert, die vor dem Start der Entwicklung über die neue Produktidee informiert und in die Entwicklung mit eingebunden werden mussten. Dabei kann nach Verantwortlichkeit unterschieden werden zwischen: Accountable – Entscheidungsträger im Unternehmen, die die Produktentwicklung gutheißen mussten, bevor ich starten konnte. Consulted – fachlichen oder technischen Input-Gebern. Informed – anderen Projekten, mit denen ich mich abstimmen musste, um Überschneidungen und gemeinsame Standards zu besprechen.
Vom Start und Verlauf der Entwicklungen berichte ich Euch im nächsten Blog-Post!
(Hier noch ein Blick aus meinem Büro damals.)
