Montag, 20. April 2026, 19 Uhr Universum Filmtheater Braunschweig
Das Science and Art Lab lädt gemeinsam mit dem Universum Filmtheater zu einem besonderen Filmabend ein. Der Oscar-nominierte Regisseur Christian Frei beschreibt in seinem Dokumentarfilm Blame (CH, 2025) aus Sicht von drei Forschenden, was es bedeutet, im Zentrum einer globalen Debatte zu stehen. Was passiert, wenn wissenschaftliche Evidenz und komplexe Sachverhalte auf eine von Spekulationen, Verschwörungstheorien und Desinformationen geprägte mediale Landschaft prallen?
In einer anschließenden Podiumsdiskussion ordnen die Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann (TU Braunschweig / Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung – HZI) und die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Monika Taddicken (TU Braunschweig) das Gesehene ein – sowohl vor dem Hintergrund ihrer Forschungstätigkeiten als auch eigener Erfahrungen im Umgang mit Desinformation.
Als Forscherin und damalige stellvertretende Vorsitzende des Corona-Expertenrats der Bundesregierung kennt Melanie Brinkmann die verschiedenen Perspektiven der Pandemie-Wahrnehmung und damit verbundenen Darstellung in den (sozialen) Medien, die wiederum Untersuchungsgegenstand für Monika Taddicken sind, die sich mit der Aufarbeitung der medialen Auswirkungen der Covid-19-Zeit befasst. Moderiert wird das Gespräch vom Leiter des Forschungsservice der TU Braunschweig, Andreas Hebbelmann.
Als erste Veranstaltung im neu eingerichteten Raum des Science and Art Lab liest am 27. November der Autor Ulrich Woelk aus seinen beiden Romanen „Schrödingers Schlafzimmer“ und „Freigang“.
Ulrich Woelk studierte in den 1980er-Jahren Physik und Philosophie an der Universität Tübingen, promovierte an der TU Berlin über Weiße Zwerge in engen Doppelsternsystemen und entschied sich in den 1990er-Jahren für die Literatur. Seither ist er als freier Autor tätig, wobei sein naturwissenschaftlicher Hintergrund in allen Texten präsent bleibt.
In „Schrödingers Schlafzimmer“ (2007) zieht ein Enkel des Quantenphysikers Erwin Schrödinger in die Nachbarschaft einer Familie und verändert deren Leben mit seiner Zauberwerkstatt. Ulrich Woelk präsentiert in seinem Roman eine literarische Studie über die Gesetze der Naturwissenschaften, die Psychologie und Schrödingers Zimmer, in dem eine Katze zugleich tot und lebendig sein kann.
„Freigang“ ist Ulrich Woelks 1990 erschienener Debütroman, in dem er den jungen Physiker Frank Zweig porträtiert. Es geht um das Hin- und Hergerissen-Sein zwischen Rationalität und Emotionalität, um die Bemühung der Ernüchterung eines naturwissenschaftlich geschulten Menschen, gegenüber seiner eigenen – auch leidenschaftlichen, gefühlsbetonten – Natur. Neben dieser vielschichtigen Darstellung der Hauptfigur gerät immer wieder der universitäre Alltag im Bereich der Naturwissenschaften in den Blick. Die Beschreibungen könnten für manche TU-Alumni ein Abgleich mit den eigenen Erinnerungen sein, für andere eine Perspektive auf eine ihnen unbekannte Zeit eröffnen.
Im Anschluss an die Lesung wird Susann Schwaß, Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik, Abteilung Neuere deutsche Literatur der TU Braunschweig, mit Ulrich Woelk ein Gespräch führen.
Mit dieser Veranstaltung lädt das Science and Art Lab in den neuen Raum im Altgebäude ein und beschließt gleichzeitig das Quantenjahr 2025.
Die Lesung wird vom Science and Art Lab der TU Braunschweig in Kooperation mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft organisiert, mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.