Angebote für Forschende

Nachhaltigkeit kann in der Forschung auf unterschiedliche Weise berücksichtigt werden: in den Inhalten und Fragestellungen von Forschungsprojekten ebenso wie in der Gestaltung von Forschungsprozessen und -infrastrukturen.

Wir möchten Forschende auf unterschiedlichen Ebenen unterstützen – von der Sichtbarkeit ihrer nachhaltigkeitsbezogenen Forschung über Beratung und Vernetzung bis hin zur Entwicklung einer nachhaltigeren Forschungspraxis.

Forschung für eine nachhaltige Zukunft

An der TU Braunschweig beschäftigen sich zahlreiche Forschungsprojekte mit Fragen einer nachhaltigen Entwicklung. Dazu gehören beispielsweise Themen wie nachhaltige Mobilität, ressourceneffiziente Technologien, Energie, Gesundheit, Stadtentwicklung oder gesellschaftliche Transformation. Das Green Office erstellt seit 2026 jährlich eine Übersicht über Forschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug an der TU Braunschweig auf. Sie macht sichtbar, an welchen Themen und Fragestellungen in unterschiedlichen Disziplinen geforscht wird und welche Beiträge damit zu einer nachhaltigen Entwicklung geleistet werden.

Die Übersicht der Forschungsprojekte wird ab Oktober 2026 zur Verfügung stehen.

 

Nachhaltige Forschungspraxis

Auch die Gestaltung von Forschungsprozessen bietet Möglichkeiten, Ressourcen zu schonen und Nachhaltigkeit im Forschungsalltag zu verankern. Dabei können beispielsweise Energie- und Wasserverbrauch, Materialien und Chemikalien, Abfälle, Beschaffung, Forschungsinfrastrukturen oder Dienstreisen betrachtet werden.

 

Forschungsförderung

Die Berücksichtigung ökologischer Nachhaltigkeitsaspekte gewinnt zunehmend auch bei der Förderung Forschungsvorhaben an Bedeutung. So empfiehlt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit März 2024 Antragsteller*innen in den entsprechenden Förderprogrammen, ökologische Nachhaltigkeitsaspekte ihres Forschungsvorhabens zu reflektieren. Dabei geht es beispielsweise darum, den Ressourcenverbrauch eines Vorhabens zu betrachten und mögliche Ansätze für eine nachhaltigere Durchführung zu identifizieren. Hier werden vier zentrale Bereiche unterschieden, die als Orientierung für die Forschungspraxis an der TU Braunschweig dienen können:

  • Reisen: Ist die Reise wirklich notwendig, oder lässt sich der gleiche Erkenntnis- oder Vernetzungsgewinn auch digital oder durch andere Formate erreichen? Wie kann die Reise möglichst nachhaltig gestaltet werden (Verkehrsmittel, Reiseroute etc.)? Wie hoch sind die mit der Reise verbundenen Emissionen und wo bestehen konkrete Möglichkeiten zur Reduktion?
  • Experimente und Verbrauchmaterialien:  Können vorhandene Materialien, Proben oder Daten genutzt oder wiederverwendet werden? Lassen sich Material-, Energie-, Wasser- oder Chemikalienverbrauch reduzieren, ohne die wissenschaftliche Qualität zu beeinträchtigen? Welche relevanten Umweltbelastungen entstehen durch die geplanten Experimente, Feldarbeiten oder Erhebungen?
  • Rechenleistung: Welche Rechenleistung wird tatsächlich benötigt?  Lässt sich der benötigte Rechenaufwand ggf. durch eine geeignete Planung oder effizientere Methoden reduzieren?

    Können bestehende Ressourcen, Systeme oder Rechenkapazitäten gemeinsam bzw. besser ausgelastet werden? Wie hoch ist der Energiebedarf der geplanten Berechnungen und wo bestehen Möglichkeiten, diesen zu reduzieren?

  • sowie Forschungsgeräte und Infrastruktur: Können vorhandene Geräte, Forschungsinfrastrukturen oder gemeinsame Ressourcen genutzt, geteilt oder gegebenenfalls repariert werden? Welche Rolle spielen Energieverbrauch, Lebensdauer, Reparierbarkeit, Wartung und Entsorgung bei der Auswahl? Können Auslastung, Betriebszeiten oder gemeinsame Nutzung optimiert werden, um Ressourcen und Energie zu sparen?

Bei diesen Leitfragen geht es nicht um pauschale Vorgaben, sondern darum, fachspezifische Anforderungen zu berücksichtigen und dort anzusetzen, wo der größte Ressourcen- und Emissionsbedarf entsteht. Die DFG versteht diese vier Felder ausdrücklich als Orientierung, nicht als abschließenden Katalog oder Checkliste, die vollständig abgearbeitet werden muss. Die wissenschaftliche Qualität und der erwartete Erkenntnisgewinn haben Priorität.

Zum Leifragenkatalog

Das Green Office unterstützt Sie gerne dabei, Nachhaltigkeitsaspekte in der Planung und Durchführung ihrer Forschungsvorhaben zu reflektieren und entsprechende Hinweise bei der Antragsstellung zu berücksichtigen.

Green Labs: Nachhaltigkeit in Versuchseinrichtungen

Exellente Forschung ist auf leistungsfähige Labore, Werkstätten und Forschungsinfrastrukturen angewiesen. Gleichzeitig gehören diese Bereiche jedoch zu den ressourcen- und energieintensivsten Bereichen einer Hochschule. Mit diesem Konflikt befasst sich der Green-Lab-Ansatz:  Ein Green Lab betrachtet den gesamten Betrieb von Forschungs- und Versuchseinrichtungen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten. Dazu gehören beispielsweise ein möglichst energieeffizienter Einsatz von Geräten und Labortechnik, ein bewusster und sparsamer Umgang mit Chemikalien und anderen Materialien sowie die Wiederverwendung von Ressourcen. Auch der Wasser- und Energieverbrauch sowie die Vermeidung von Abfällen sind zentrale Ansatzpunkte. Ziel ist es, Umweltwirkungen dort zu reduzieren, wo dies in der jeweiligen Versuchseinrichtung möglich ist, ohne die wissenschaftliche Qualität oder die Arbeitssicherheit zu beeinträchtigen.

Dabei geht es nicht um einzelne Sparmaßnahmen, sondern um die Frage, wie der Laborbetrieb insgesamt nachhaltiger gestaltet werden kann. International gibt es dafür bereits verschiedene Zertifizierungsprogramme und Frameworks, die Labore bei diesem Prozess unterstützen. Dazu gehören beispielsweise MyGreenLab und LEAF. Mit SPARKHUB steht ab Oktober 2026 zudem eine kostenfreie und frei zugängliche Plattform des UK Research and Innovation (UKRI) zur Verfügung, die Forschungseinrichtungen dabei unterstützt, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren. Sie bietet unter anderem praktische Handlungsempfehlungen, Möglichkeiten zur Zertifizierung und eine Community zum Austausch von Good Practices.

Welche Einsparpotenziale gibt es?

Wissenschaftler, der Laborabfälle in einer kontrollierten Umgebung handhabt, mit Fokus auf Sicherheit und Sauberkeit.

Die Ansatzpunkte für einen nachhaltigeren Laborbetrieb sind vielfältig. Je nach Ausstattung, Forschungsbereich und Arbeitsabläufen können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Energie & Infrastruktur: Energieeffizienz von Kühl- und Laborgeräten, optimierte Betriebszeiten, gemeinsame Nutzung von Geräten oder die Anpassung von Lüftungs- und Abzugssystemen.
  • Materialien & Chemikalien: Ein bewusster Umgang mit Verbrauchsmaterialien, Vermeidung unnötiger Verbräuche sowie die Prüfung, ob Materialien und Chemikalien effizienter eingesetzt oder gemeinsam genutzt werden können.
  • Wasser: Reduktion des Wasserverbrauchs und Prüfung, an welchen Stellen alternative Verfahren oder effizientere Nutzungsweisen möglich sind.
  • Abfall: Nicht nur Recycling, sondern vor allem Abfallvermeidung! Welche Materialien werden tatsächlich benötigt? Wo können Einwegmaterialien reduziert oder Arbeitsprozesse anders organisiert werden?

Green Labs sind auch an deutschen Hochschulen ein noch vergleichsweise junges Handlungsfeld. Gleichzeitig entstehen derzeit zunehmend Programme, Pilotprojekte und Netzwerke an verschiedenen Universitäten. Beispiele sind unter anderem die TU Berlin, TU Dresden, Universität Bonn, Universität Heidelberg, Universität Göttingen, TU Darmstadt und FU Berlin. Auch an der TU Braunschweig möchten wir diese Entwicklung aufgreifen und gemeinsam mit Forschenden erproben, wie nachhaltiger Laborbetrieb unter den konkreten Bedingungen unserer Universität funktionieren kann.

Green Lab-Pilotphase an der TU Braunschweig

Das Green Office erprobt ab 2027 im Rahmen einer Green-Labs-Pilotphase, wie sich der Ansatz systematisch in den Forschungsbetrieb der TU Braunschweig integrieren lässt. Für die Pilotphase stehen im Rahmen von Ecoversity Initiative Mittel zur Verfügung, mit denen unter anderem Hilfskräfte bei der Erfassung des Ist-Stands, externe Beratung sowie Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen unterstützt werden.

Aktuell befindet sich die Pilotphase in der Konzeptions- und Vorbereitungsphase. Wir sind im Austausch mit interessierten Laborteams und möchten bewusst verschiedene Fachbereiche und Labortypen einbeziehen. Besonders interessant sind dabei auch technisch ausgerichtete Bereiche wie Maschinenbau oder Elektrotechnik, für die bislang vergleichsweise wenige Erfahrungen mit Green-Lab-Ansätzen vorliegen.

Die Pilotphase soll dabei nicht nur konkrete Verbesserungen in den beteiligten Forschungsbereichen ermöglichen, sondern auch Erkenntnisse darüber liefern, welche Ansätze sich auf unterschiedliche Forschungsbereiche und Einrichtungen übertragen lassen. Perspektivisch sollen die Erfahrungen aus der Pilotphase zudem in weitere Angebote der TU Braunschweig einfließen – beispielsweise in Weiterbildung und Sensibilisierung sowie in die Integration von Nachhaltigkeit in die Lehre.

Zeitplan der Pilotphase

Oktober 2026

Konzeptionsphase Austausch mit interessierten Laborteams

Januar 2027

Auftakt der Pilotphase

März 2027

Bestandsaufnahme und Datenerhebung in Versuchseinrichtungen

April 2027

Ableitung und Umsetzung potenzieller Einsparpotenziale

Juni 2027

begleitende Informations- und Awarenesskampagnen

März 2028

Zweite Bestandsaufnahme zur Evaluation tatsächlicher Einsparungen

April 2028

Evaluation der Pilotphase und Ableitung Handlungsrahmen für die gesamte TU Braunschweig


Unsere Angebote werden durch die Ecoversity-Initiative gefördert.

Das Green Office unterstützt die Ecoversity-Initiative mit dem Projekt „Transformative Skills“, indem Angebote für Forschung, Lehre und universitärer Beteiligung entwickelt werden. Unser Fokus liegt darauf, den nachhaltigen Wandel innerhalb der Universität aktiv voranzubringen und gezielt zukünftige Changemaker zu stärken.

Mehr zur Ecoversity-Initiative erfahren

Helen Lehne

Kontaktieren Sie und gerne bei Fragen zu unseren Angeboten.

Logo der Förderung Zukunft.Niedersachsen
A joint science funding programme of the Lower Saxony Ministry of Science and Culture and the Volkswagen Foundation.