Am Freitag, dem 13.02.2026, haben wir in Kooperation mit dem ISU – Institute for Sustainable Urbanism, einen spannenden Forschungsdialog mit dem Titel „Krankenhauslandschaft im Umbruch – Chancen und Risiken“ in der Kapelle am Urban in Berlin veranstaltet. Der Workshop wurde durch den Forschungsschwerpunkt „Stadt der Zukunft“ der TU Braunschweig gefördert. Die Kapelle gehört zum Ensemble der Pavillonstruktur des ehemaligen Standortes des Klinikums am Urban und wurde seinerzeit als Aussegnungshalle genutzt. Das ehemalige Krankenhaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Hermann Blankenstein entworfen und Anfang der 2010er Jahre von Graetz Architekten zu Sozial-, Wohn-, und Gewerbenutzungen umgenutzt. In direkter Nähe befindet sich das Vivantes Klinikum Am Urban, das in den 60er Jahren nach Plänen von Peter Poelzig errichtet wurde.
Welcher Ort könnte passender als ein ehemaliges Krankenhaus sein, um sich interdisziplinär mit dem Thema der Schließung von Krankenhäusern auseinander zusetzen.
Nach Schätzungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft wird von den 1.887 Krankenhäusern in Deutschland in den nächsten 10 Jahren ca. jede fünfte Klinik in Deutschland schließen. Diese Schließungen stellen gravierende Herausforderungen für die Städte, Kommunen und Bevölkerungen dar. Krankenhäuser übernehmen einen zentralen Baustein im Stadtgefüge und somit im alltäglichen Leben.
Die Infrastruktur Krankenhaus ist ein wichtiger Baustein zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens und beinhaltet die wichtige Aufgabe des Gesundheitsschutzes der Bewohnenden. Diese speziellen Aufgaben der Infrastrukturen fallen durch die Schließungen weg und es stellt sich deshalb die Frage, wie die Zukunft dieser Infrastrukturen aussehen wird.
Bei dem Forschungsdialog „Krankenhauslandschaft im Umbruch – Chancen und Risiken“ konnten wir uns in einer interdisziplinären und internationalen Gruppe mit diesem aktuellen Thema auseinandersetzen.
Den Auftakt bildete die Präsentation von Ergebnissen des Masterentwurfes Hospital Reloaded, den Masterstudierende der TU Braunschweig am Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau in Kooperation mit dem ISU Institute for Sustainable Urbanism, im Wintersemester 2025/2026 bearbeitet haben.
Im Anschluss gab es drei inspirierende Kurzvorträge, die einen Blick in europäische Nachbarländer zu dem Thema ermöglichten.
Morten Bluhm und Gitta Hammer von ERIK Arkitekter aus Dänemark haben ihr Projekt Bindesbøll Byen vorgestellt. Das Team hat das denkmalgeschützte Ensemble eines ehemaligen Krankenhauses zu einem Wohnort für Familien umgestaltet.
Oliver Burch von der ZAS* (Zürcher Arbeitsgruppe für Städtebau) hat einen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit junger Zürcher Architekt*innen gegeben, die durch ihr Engagement den Abriss der Triemli-Türme in Zürich vorerst verhindern konnten und sich aktuell für die Umnutzung des Areals des ehemaligen Kinderspitals in Zürich einsetzen.
Elisabeth Meyer-Pfeffermann vom Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) hat uns im Anschluss einen Einblick in ihre Arbeit am NLBL gegeben. Ihr Referat ist für sämtliche Krankenhausstandorte in Niedersachsen zuständig. Es analysiert und bewertet die Chancen und Risiken für bestehende Standorte, entwickelt neue Konzepte für aktuelle und zukünftige Standorte und steht Krankenhausplanenden beratend zur Seite.
Die Vorträge haben uns wertvolle Einblicke in unterschiedliche Perspektiven rund um das Krankenhaus gegeben. Vielen Dank für diese wundervollen Beiträge!
Nach einem Vortrag und einer kurzen Führung über das Gelände des ehemaligen Krankenhauses am Urban, durch die Architektin Mary-France Jallard Graetz, sind wir gemeinsam in das Nachmittagsprogramm gestartet.
In einer intensiven Arbeitsphase, haben wir uns mit der Zukunftsfähigkeit von Krankenhausstandorten beschäftigt.
Es sind spannende Diskussionen entstanden und viele neue Ideen wurden angeregt.
Wir möchten uns herzlich bei allen Teilnehmenden des Forschungsdialoges bedanken und freuen uns auf die weitere Bearbeitung dieses relevanten Themas.
Es gilt, gemeinwohlorientierte Konzepte und zukunftsfähige Lösungen für Krankenhausstandorte zu entwickeln, bevor die Standorte schließen und ihre Nutzungen verlieren!
Vielen Dank an alle Teilnehmenden!