Erfolgreiche Messkampagne zum Permafrostmonitoring in der Finnmark-Region

Die Forschungsgruppe Angewandte Geophysik des Instituts für Geophysik und extraterrestrische Physik (IGeP) führte im Mai 2026 das dritte Jahr in Folge eine geophysikalische Messkampagne in der Finnmark-Region im Norden Norwegens durch. Vom 6. bis 21. Mai war das Team unterwegs und untersuchte in der Nähe von Kautokeino in Aidejávri ein Moor mit dauerhaft gefrorenen Strukturen. Ziel der Kampagne war es, zeitliche Veränderungen des Permafrosts in sogenannten Peat Plateaus und Palsas zu erfassen. Diese charakteristischen Geländeformen entstehen durch eisreichen Permafrost im Untergrund und reagieren besonders empfindlich auf klimatische Veränderungen.

Zum Einsatz kam die am IGeP entwickelte hochfrequente Induzierte Polarisation (HFIP), die eine räumlich aufgelöste Erfassung des Eisgehalts im Untergrund ermöglicht. Im Mittelpunkt der diesjährigen Messkampagne standen Wiederholungsmessungen von bereits in den vergangenen Jahren vermessenen Profilen. Durch den Vergleich der Datensätze sollen Veränderungen des Permafrosts über die Zeit untersucht werden. Erste Vergleiche zwischen den Messungen aus den Jahren 2024 und 2025 lieferten bereits vielversprechende Hinweise darauf, dass sich zeitliche Veränderungen mit Hilfe von HFIP nachweisen lassen.

Zur Ergänzung der HFIP-Messungen wurde geoelektrische Widerstandstomographie (ERT) eingesetzt. Die dabei erhobenen Daten werden im Rahmen einer Bachelorarbeit ausgewertet und dienen unterstützend der Interpretation der HFIP-Ergebnisse.

An der Messkampagne beteiligt waren der Doktorand Raphael Schulz sowie die Studierenden Vanessa Kruhs, Julia Henke und Tim Anders. Zusätzlich zu jeweils drei Tagen An- und Abreise standen insgesamt zehn Messtage im Gelände zur Verfügung. Das Team profitierte von außergewöhnlich guten Wetterbedingungen: Während des gesamten Aufenthalts herrschte Sonnenschein. Die Forscher konnten beobachten, wie der letzte Schnee schmolz und die Tage zunehmend länger wurden, da ihre Abreise nur wenige Tage vor dem Beginn des Polartags in Kautokeino erfolgte.

Die im Rahmen der Kampagne erhobenen Datensätze bilden eine wichtige Grundlage, um die Entwicklung von Permafrost in der diskontinuierlichen Permafrostzone besser zu verstehen und die Eignung der HFIP-Methode für die langfristige Beobachtung solcher Veränderungen weiter zu untersuchen.