Das gymnasiale Lehramt wird nach vielen Jahren wieder als Studiengang eingeführt, im Rahmen der Reakkreditierung werden zudem die Studienpläne in enger Kooperation mit der Fachbiologie aus Fakultät 2 grundlegend überarbeitet
Die Abteilung ist am Projekt TU4Teachers im Rahmen der ersten Förderphase der Qualitätsoffensive Lehrkräftebildung beteiligt
Die Abteilung zieht aus den Gebäuden der Pädagogischen Hochschule (heute: Haus der Wissenschaft) in neue Räumlichkeiten an den Campus Nord
Im Flößerhaus des Botanischen Gartens wird die Grüne Schule Braunschweig eröffnet
Das Fach Sachunterricht mit dem Bezugsfach Biologie wird eingerichtet
In den Jahren 1984 und 1986 werden die Studiengänge des Lehramts Biologie stark eingeschränkt, da unter anderem das 1. und 2. Fach Biologie an Realschulen und der gymnasiale Studiengang eingestellt wurden
Die Fächer Biologie und Chemie bilden das Institut für Biologie und Chemie und deren Didaktik, dem Vorläufer des Instituts für Fachdidaktik der Naturwissenschaften (IFdN)
Durch die Auflösung der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen wird der Lehrstuhl in den erziehungswissenschaftlichen Fachbereich der TU Braunschweig intergriert
Im Rahmen der Reform der niedersächsichen Lehrkräftebildung wird der Lehrstuhl in die Pädagogischen Hochschule Niedersachsen (PHN) integriert
Im Rahmen der sog. Curriculums-Reformen werden lebensweltliche und kritische Themen wieder stärker im Biologieunterricht thematisiert
Die Lehramtsausbildung wird neu aufgestellt und erstmals ein Lehrstuhl für Biologiedidaktik (damals "Naturkunde") besetzt
Die Lehramtsausbildung wird im Sinne des Nationalsozialismus neu geordnet. Dabei wird eine neue pädagogische Hochschule gegründet, bei der Lehkräfte eine zentrale Rolle für die Propaganda spielen sollten
Erstmals werden Lehramtsstudierende an der damaligen TH Braunschweig ausgebildet
Die Ära Prof. Dr. Richard Beatus (ab 1945)
Mit Prof. Dr. rer. nat. habil. Richard Beatus erhielt die Hochschule 1945 ihren ersten hauptamtlichen Fachvertreter für den naturkundlichen Bereich und später für das Wahlfach Biologie. Als profilierter Genetiker prägte Beatus die Biologielehrerbildung über rund drei Jahrzehnte durch ein universitäres Lehrniveau, das auf fundierte fachwissenschaftliche Grundkenntnisse als Basis für didaktische Reduktion und Elementarisierung setzte. Seine Lehre war eng mit praxisnahen Anschauungen, biologischen Schulversuchen und Exkursionen verknüpft. In den 1960er-Jahren gelang es ihm zudem, das Fach personell mit Dozenten und Schulpraktikern zu verstärken, um steigende Studierendenzahlen aufzufangen und gezielte Akzente im Schulpraktikum sowie in der Methodik des exemplarischen Unterrichts zu setzen.
Die Reformphase unter Prof. Dr. Gerhard Reichart (ab 1974)
Eine grundlegende Neuausrichtung vollzog sich mit der Berufung von Prof. Dr. rer. nat. Gerhard Reichart im Jahr 1974. Auf seine Initiative hin wurde der Lehrstuhl programmatisch in „Didaktik der Biologie“ umbenannt, um Fachwissenschaft und Fachdidaktik integrativ zu verknüpfen. Gemeinsam mit einem engagierten Mitarbeiterteam entwickelte er den sogenannten „Braunschweiger Studienplan“. Dessen Kern bildeten die „Biologischen Umfelder“ (BUM) sowie die „Fachbiologischen Grundlagen zur Didaktik der Biologie“: Fachinhalte wurden nicht mehr isoliert tradiert, sondern systematisch mit gesellschaftlich relevanten Problemkomplexen und den Lebenssituationen der Schülerinnen und Schüler vernetzt. Diese Neukonzeption machte die Braunschweiger Biologiedidaktik zu einem bundesweit beachteten Modell für eine forschungsbasierte, interdisziplinäre Fachdidaktik.
Konsolidierung und Etablierung außerschulischer Lernorte unter Prof. Dr. Maike Looß (ab 2000)
Mit dem Ruf an die TU Braunschweig im Oktober 2000 übernahm Prof. Dr. Maike Looß die Leitung der Abteilung und prägte die Braunschweiger Biologiedidaktik über mehr als zwei Jahrzehnte. Unter ihrer Leitung wurden wesentliche Schwerpunkte in der theoriegeleiteten und praxisnahen Lehramtsausbildung gesetzt, insbesondere in der Schulbuchforschung, der Sexualpädagogik sowie der Bearbeitung des Theorie-Praxis-Problems in der Lehrerbildung. Ein herausragender Meilenstein ihrer Amtszeit war der Aufbau und die langjährige Leitung der „Grünen Schule“ im Botanischen Garten der TU Braunschweig. Dieser als außerschulischer Lernort landesweit anerkannte Lehr-Lern-Raum schuf eine enge Schnittstelle zwischen Universität, Schulen der Region und der Öffentlichkeit, an der angehende Biologielehrkräfte das forschend-entdeckende Lernen mit lebendigen Organismen in der Praxis erproben und reflektieren konnten.
Neuausrichtung und Innovation durch Prof. Dr. Alexander Büssing (seit 2023)
Mit dem Amtsantritt von Prof. Dr. Alexander Büssing im Oktober 2023 richtete sich die Abteilung noch stärker auf die Anforderungen moderner Lehr-Lern-Kulturen aus. Inhaltlich stehen dabei vor allem die Digitalität im Biologieunterricht – etwa durch den reflektierten Einsatz von Immersiver Virtueller Realität (VR) und sozialen Medien – im Fokus. Einen weiteren Schwerpunkt stellen Konzepte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie die Wissenschaftsreflexion (Nature of Science) dar. Gleichzeitig wird an bewährte Traditionen des Standorts angeknüpft, etwa die Arbeit mit außerschulischen Lernorten wie der Grünen Schule des Botanischen Gartens. Auf diese Weise verbindet die Abteilung heute eine empirisch fundierte fachdidaktische Forschung mit einer praxisnahen Ausbildung angehender Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen einer vernetzten und sich wandelnden Welt vorbereitet. Besonders hervorzuheben ist die aktuelle Entwicklung der (Wieder-)Einführung des Studiengangs gymnasiales Lehramt Biologie, welches ab dem Wintersemester 2027/2028 erstmals angeboten wird.
Sandfuchs, U. (1978). Universitäre Lehrerausbildung in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Eine historisch-systematische Untersuchung am Beispiel der Lehrerausbildung an der Technischen Hochschule Braunschweig (1918–1940). Klinkhardt, Bad Heilbrunn
Tausch, J. (1995). Didaktik der Biologie. In: Erziehungswisenschaftlicher Fachbereich der Technischen Universität Braunschweig (Hrsg.). Fünfzig Jahre wissenschaftliche Lehrerbildung in Braunschweig. Braunschweig.
Über weitere Literaturhinweise zur historischen Betrachtung der Biologiedidaktik oder Lehrkräftebildung am Standort Braunschweig freuen wir uns jederzeit.