Zwischen Wind und Dünen

Watt, Salzwiesen und die Dünen im Hinterland. All das waren Themen des diesjährigen Geländepraktikums an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.

Fünf Tage schleswig-holsteinische Nordseeküste, das war das Ziel unseres diesjährigen Geländepraktikums.  Zwischen Wind und Dünen erkundeten die Studierenden in St. Peter-Ording die biologische Vielfalt von Watt, Salzwiese und Düne. Jeder dieser Lebensräume fordert seine Bewohner auf ganz besondere Weise heraus, was sich bei den Organismen in außergewöhnlichen Angepasstheiten zeigt. Salzpflanzen bilden zum Beispiel sogenannte Opferblätter, die vollgepumpt mit Salz abgeworfen werden.

Unsere erste Station war das Multimar Wattforum in Tönning. Dort erhielten die Studierenden bei einer interaktiven Ausstellung einen ersten Überblick über das Wattenmeer, seine Besonderheiten und seine Bewohner.  Zudem konnten wir dort wichtige Elemente des Küstenschutzes an der Nordsee kennenlernen.

In St. Peter-Ording erwartete uns dann ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Wir konnten das Watt und seine potenziellen Gefahren bei stürmischem Wind hautnah erleben. Am Strand untersuchten wir Organismen des Angespül und in Schutzhütten konnten Watvögel beobachtet und bestimmt werden. Einer der Höhepunkte war die Radtour zum Leuchtturm von Westerhever, die für uns alle eine Herausforderung war. Vor Ort erkundeten wir dann mit Marlene von der Schutzstation Wattenmeer bei einer ausgedehnten Wanderung die Salzwiesen Westerhevers und entdeckten dabei die typische Zonierung mit den dort lebenden Pflanzen, allen voran der Queller. Neben seiner besonderen Angepasstheit an die salzigen Bedingungen ist er auch äußerst schmackhaft.

Um einen praktischen Einblick in den Naturschutz zu bekommen, haben wir im Projekt Sandküste, in dem die TU Braunschweig ein Teilprojekt betreut, die späte Traubenkirsche (Prunus serotina) in einem kleinen Waldstück bekämpft. Dieser Neophyt stört das Gleichgewicht empfindlich, indem er zu Monokulturen in den Dünenlandschaften neigt. Bei fetziger Musik wurden die Macheten und Spaten geschwungen und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Nach einem schönen Abschlussabend mit Grill und Tanz auf dem Deich, bildete der Besuch der Seehundstation in Friedrichskook den Abschluss einer tollen Exkursion. Hier bekamen wir Einblicke in die Arbeit der Seehundjäger und der Mitarbeitenden der Seehundstation, die verletzte oder kranke Jungtiere, die sogenannten Heuler, bergen und aufpäppeln, um sie anschließend wieder zurück in die Freiheit zu entlassen.

Es war ein interessantes, erlebnisreiches und besonders schönes und lustiges Geländepraktikum. Vielen Dank dafür!