Das Forschungsprojekt „Rekombinante bakterielle Produktion funktioneller Kaseine für technologische Lebensmittelanwendungen (BactoKas)“ wird vom Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) von September 2026 bis Februar 2029 gefördert.
Lebensmittel tierischen Ursprungs sind global unverzichtbar, stehen jedoch unter Nachhaltigkeitsdruck, so dass alternative Technologien an Bedeutung gewinnen. Besonders die Präzisionsfermentation, bei der tierische Proteine rekombinant mit Mikroorganismen hergestellt werden, gilt als vielversprechend. Darüber werden in den Arbeitsgruppen von Rebekka Biedendieck (Institut für Mikrobiologie) und Rainer Krull (Institut für Bioverfahrenstechnik) Prozesse zur rekombinanten Herstellung von Präzisions-Kaseinen mit Mikroorganismen in unterschiedlichen Reinheitsgraden bis in den 100 L-Maßstab entwickelt. Von den so erhaltenen Kaseinen werden relevante lebensmitteltechnologische Eigenschaften in enger Kooperation mit Julia Keppler (Lebensmitteltechnologie, Universität Wageningen) charakterisiert. Die Ergebnisse liefern Empfehlungen zu Reinheitsgrad und Modifikationsprofil rekombinanter Kaseine als wirtschaftlich-nachhaltige Alternative für spezifische Lebensmittelanwendungen.
Aus den gewonnenen Ergebnissen sollen Empfehlungen zur Akzeptanz von rekombinanten Kaseinen für Lebensmittelanwendungen gegeben werden, um eine wirtschaftliche und nachhaltige Alternative für die Lebensmittelbranche zur konventionellen Tierhaltung voranzutreiben und die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von KMU in der Milchindustrie in einem wachsenden Markt zu stärken.