Rückblick auf die 40. Braunschweiger Brandschutz-Tage 2026

30. September und 1. Oktober 2026 – Technische Universität Braunschweig

Die 40. Braunschweiger Brandschutz-Tage fanden am 30. September und 1. Oktober 2026 im Audimax der Technischen Universität Braunschweig statt. Die Jubiläumstagung stand ganz im Zeichen des 40-jährigen Bestehens und bot erneut ein umfangreiches Programm mit Beiträgen aus Forschung und Praxis. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der Technischen Universität Braunschweig unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jochen Zehfuß. Bereits am 29. September 2026 fand begleitend das 12. Symposium Heißbemessung statt.

Zum Auftakt richteten Frau Prof. Dr. Ittel, Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig, sowie der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Herr Tonne, MdL, Grußworte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Anschließend eröffneten Prof. Dr.-Ing. Hosser, Begründer der Veranstaltungsreihe im Jahr 1987, und der aktuelle Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Zehfuß die Jubiläumstagung mit einem gemeinsamen Festvortrag. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens blickten sie auf die Entwicklung des Brandschutzes in den vergangenen vier Jahrzehnten, deren Spiegelung in den Beiträgen und Diskussionen auf den Braunschweiger Brandschutz-Tagen mit ihrer Initialwirkung auf brandschutztechnische Fragestellungen sowie auf mögliche zukünftige Entwicklungen im Brandschutz.

Die erste Sitzung befasste sich mit dem anlagentechnischen Brandschutz und wurde von Herrn Bieber, VdS moderiert. Vorgestellt wurden europäische Erkenntnisse zum Auftreten und zur Vermeidung von Falschalarmen, die Fragestellung „PV-Anlagen und Rauchabzug – ein Problem?“ sowie statistische Erkenntnisse zur Brand- und Rauchausbreitung im Brandfall. Die Beiträge beleuchteten aktuelle Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven und lieferten statistisch belastbare Datengrundlagen zur Beurteilung verschiedener brandschutztechnischer Aspekte.

Die zweite Sitzung widmete sich Normen, Richtlinien und Verordnungen und wurde von Frau Bartling, DIBt moderiert. Themen waren die überarbeitete DIN 4102-4, das Sicherheitskonzept für DIN 18009, das Grenzrisiko im Brandschutzingenieurwesen, brandschutztechnische Anforderungen an hinterlüftete Außenwandbekleidungen sowie Entwicklungstendenzen zur Vereinfachung im Wohnungsbau im Zusammenhang mit der Musterbauordnung. Den Abschluss bildete ein Vortrag zur Rekonstruktion des Brandereignisses in Crans-Montana zum Jahreswechsel 2026. Mithilfe einer Parameterstudie und einer Sensitivitätsanalyse wurden dabei Brand- und Räumungssimulationen eingesetzt.

Der erste Tagungstag endete mit der Verleihung des Brandschutz-Nachwuchspreises und dem Fachvortrag des Preisträgers. Beim anschließenden Abendempfang bot sich Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vertiefung der Tagungsthemen. Musikalische Beiträge des Chors der TU Braunschweig und eines Pianisten begleiteten den Abend. Anlässlich des Jubiläums wurden zudem Interviews mit Prof. Hosser, Prof. Zehfuß, der Leiterin des Organisationsteams Beate Jaworski sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmern geführt, die bereits an mehr als 25 früheren Ausgaben der Fachtagung teilgenommen hatten. Eine Teilnehmerin war sogar bei allen 40 Ausgaben dabei und berichtete von ihren persönlichen Erinnerungen.

Am zweiten Tagungstag widmete sich die dritte Sitzung innovativen Brandschutzlösungen und wurde von Herrn Kirchner, H+K Ingenieure moderiert. Vorgestellt wurden unter anderem die Anwendung der MHolzBauRL 2024 bei einem Sonderbau in Nordrhein-Westfalen, aktuelle Herausforderungen bei modernen Schulbauten sowie besondere Fragestellungen bei einem Großprojekt, in dem sich seit der Eröffnung vor mehr als 20 Jahren immer wieder neue Anforderungen ergeben. Weitere Beiträge stellten die Kulturwerft Gollan in Lübeck vor und beleuchteten die Neuauflage des Brandschutzes in einem denkmalgeschützten Verlagsgebäude aus den 1990er-Jahren.

Die vierte Sitzung stand unter dem Thema „Die neuen Eurocodes und deren Anwendung – Was ändert sich in der Planung?“. Moderiert von Herrn Bröhl, Oberste Bauaufsicht NRW standen die neuen Regelungen und deren Anwendung auf unterschiedliche Bauweisen im Mittelpunkt. Behandelt wurden die Brandschutzteile der Eurocodes einschließlich der Nationalen Anhänge: die Brandeinwirkungen nach Eurocode 1 sowie Stahlbeton- und Spannbetonbauteile nach Eurocode 2, Stahlbau- und Verbundbauteile nach Eurocode 3 und Holzbauteile nach Eurocode 5. In der abschließenden Diskussion wurden die Auswirkungen der neuen Eurocodes auf Planung und Nachweisführung erörtert.

Begleitend zur Tagung bot die Fachausstellung Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen und Neuerungen im Bereich des Brandschutzes kennenzulernen und den fachlichen Austausch mit Ausstellern und Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu pflegen.

Bereits am Vortag der Fachtagung, am 29. September 2026, fand im Haus der Wissenschaft der TU Braunschweig das 12. Symposium Heißbemessung statt. Damit setzte die Veranstaltung die bewährte Verbindung von wissenschaftlicher Vertiefung und praxisorientierter Fachtagung fort.

Die 40. Braunschweiger Brandschutz-Tage zeigten erneut die thematische Breite des Brandschutzes und boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die 41. Braunschweiger Brandschutz-Tage sind für den 29. und 30. September 2027 angekündigt und werden am 28. September 2027 vom 13. Symposium Heißbemessung begleitet.

                                                                                                                                                       Jochen Zehfuß und Justus Frenz