Hilfert-Rüppell, D., & Vorhölter, K. (2026). Zukunftskompetenzen in authentischen MINT-BNE-Kontexten interdisziplinär fördern. MNU-Journal, (2), 124–128.
Das Vorhaben fokussiert die gemeinsame Entwicklung von Unterrichtsmaterialien im interdisziplinären Team und hat zum Ziel, aktuelle Forschungsergebnisse und Erkenntnisse auf kurzen Weg direkt in die schulische Bildung einfließen zu lassen.
Die KMK (2021) fordert „ […] im digital gestützten Unterricht, eine Lehr- und Lernkultur zu entwickeln, die selbstgesteuertes Lernen fördert und in der die Lehrkräfte Lernprozesse vermehrt flankierend begleiten, offene Lösungswege und eine Handlungsorientierung anbieten sowie kollaborativ-vernetzt erstellte digitale Produkte der Lernenden einfordern.“ (S. 21). Bislang existieren jedoch kaum systematisch erarbeitete Unterrichtskonzepte, die Schülerinnen und Schülern ermöglichen, wissenschaftliche Evidenz anhand realer Daten gleichermaßen mit digitalen Werkzeugen zu modellieren, zu verstehen und kritisch zu reflektieren – eine Lücke, die unser Forschungsvorhaben im Rahmen außerschulischer Bildung in Kooperation mit Forschungseinrichtungen der Region und außerschulischen Lernorten durch Entwicklung, Einsatz und Evaluation von Unterrichtsmaterialien sowie Publikation der Ergebnisse gezielt schließen will. Zudem müssen psychologischen Grundbedürfnisse wie das Erleben von Kompetenz, Selbstbestimmung und sozialer Eingebundenheit erfüllt sein, damit eine Person Inhalte als hinreichend bedeutsam einschätzt und das Interesse aufrechterhalten werden kann.
Im Zentrum des Projektes steht daher die übergeordnete Leitfrage:
Inwiefern hat die interdisziplinäre Lernumgebung mit authentischen Daten einen Einfluss auf das Fachwissen, die Data Literacy, das Interesse und die Motivation der Lernenden?
Ausgehend von dieser Leitfrage werden sämtliche Teil- und Unterfragen etwa zu einzelnen Kompetenzfeldern, zu Designkomponenten und zu Wirkmechanismen entwickelt. Auf diese Weise gewährleistet jede einzelne Forschungsfrage einen direkten Bezug zum großen Ganzen und trägt dazu bei, das Zusammenspiel verschiedener Variablen (Fachwissen, Data Literacy, affektive Einflussgrößen) differenziert zu untersuchen. Methodisch wenden wir dafür einen Design‐Based‐Research‐Ansatz an, in dem die Entwicklung des Modulkonzepts, erste Pilotierungen und darauf aufbauende Überarbeitungsphasen in mehreren Zyklen eng miteinander verzahnt sind. So werden die Praxiserfahrungen der Projektbeteiligten, der Lehrkräfte und Lernenden unmittelbar aufgriffen und die Inhalte sowie Methoden kontinuierlich und reflektiert optimiert.