Sorgenkind oder Transformationstreiber? Die Rolle der energieintensiven Industrie für die Erreichung der Klimaneutralität | Annika Tönjes

31. Januar 2024, 18:30 Uhr - 20:00 Uhr

Stahl, Zement, Grundstoffchemie: Das sind wohl nicht die ersten Branchen, an die man denkt, wenn es um Zukunft und Klimaschutz geht. Für viele ist die energieintensive Industrie nicht besonders greifbar – Fragen der Mobilität, der Ernährung oder der Müllvermeidung sind näher an unserem Alltag und erscheinen uns dringender und wichtiger. Dabei sind diese Industriebranchen und ihre Produkte in so ziemlich jeden Aspekt unseres Alltags verwickelt und spielen in allen Bereichen einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft eine zentrale Rolle. Ob es uns gelingt, diese Grundstoffe in Zukunft klima- und ressourcenschonend herzustellen, wird sich auch darauf auswirken, ob wir Windräder, E-Autos, Zugschienen, Tofu-Verpackungen oder Düngemittel für Weizen und Tomaten wirklich klimaneutral produzieren können. Im Spannungsfeld aus technologischem Innovationsdruck, dem Aufbau einer echten Kreislaufwirtschaft, zunehmender Digitalisierung, globalem Wettbewerbsdruck, industriepolitischer Rahmenbedingungen, regionalem Strukturwandel und Fragen der globalen Gerechtigkeit steht die energieintensive Industrie vor großen Herausforderungen und großen Chancen, die einen genaueren Blick auf jeden Fall wert sind.


Annika Tönjes ist Researcherin am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie in der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme. Sie befasst sich mit Fragen der Industrietransformation.