Am 23. April 2026 wurde es an der TU Braunschweig besonders spannend: Beim Zukunftstag konnten 24 neugierige Teilnehmende selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen und einen praxisnahen Einblick in die Forschung rund um Pflanzen und Klimastress gewinnen. Organisiert wurde der Tag im Rahmen des gemeinsamen Projekts Helipod@school in Kooperation zwischen dem Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften, dem Institut für Didaktik der Mathematik und Elementarmathematik sowie dem Institut für Flugführung. Die einzelnen Aktivitäten basierten dabei auf einem realen Forschungsprojekt, das zur Vorbereitung des internationalen ESA-Projekt FRM4FLUO beiträgt – und machten so deutlich, wie nah schulisches Experimentieren an aktueller Spitzenforschung sein kann.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Nutzpflanzen auf Hitze, Trockenheit und Licht reagieren – und ab wann sich Hitzestress tatsächlich messen lässt. In eigenen Experimenten zur Fotosynthese konnten die Schüler:innen biologische Prozesse direkt nachvollziehen. Dabei wurde nicht nur beobachtet, sondern auch selbst ausprobiert und ausgewertet. Auch die Mathematik spielte eine wichtige Rolle: Anhand realer Messdaten zur chlorophyllinduzierten Fluoreszenz, die mit einer Schleppsonde über Tomaten- und Maisfeldern erfasst wurden, analysierten und interpretierten die Teilnehmenden echte wissenschaftliche Daten. So konnten sie eigene Schlüsse ziehen und zugleich erleben, welche unterschiedlichen Kompetenzen in der Forschung gefragt sind – von naturwissenschaftlichem Verständnis bis hin zur Datenanalyse. Deutlich wurde auch, dass solche Fragestellungen nur im Zusammenspiel verschiedener Disziplinen zu bewältigen sind und enge Zusammenarbeit eine zentrale Rolle spielt, etwa für zukünftige Strategien im Bewässerungsmanagement.
Ein besonderes Highlight war die Vorstellung moderner Forschungstechnologie: Bei einer Führung lernten die Teilnehmenden die sogenannte Helipod-Schleppsonde kennen. Dieses fliegende Messsystem wird zur präzisen Erfassung verschiedenster Daten über landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt, unter anderem für Fluoreszenzmessungen. Die Schüler:innen erhielten Einblicke in Aufbau und Funktionsweise dieses besonderen Messlabors, das in Braunschweig entwickelt wurde und weltweit zum Einsatz kommt. So wurde anschaulich, wie eng Hightech und Naturwissenschaften zusammenarbeiten. Und ganz praktisch wurde es ebenfalls: Im Flugsimulator konnten die Teilnehmenden selbst vom Flughafen Braunschweig abheben und ein Gefühl fürs Fliegen entwickeln.
Neben all den spannenden Inhalten stand vor allem das gemeinsame Entdecken im Vordergrund. Vom ersten Ansatz bis zur Auswertung durchliefen die Teilnehmenden den gesamten Forschungsprozess und konnten so echte „Forscher:innen-Luft“ schnuppern.
Der Zukunftstag machte deutlich, wie vielfältig MINT-Berufe sind – und welche zentrale Rolle sie für die Herausforderungen der Zukunft spielen.