ARCH | Architekturstudierende räumen beim Lavespreis ab!

[Arch Aktuelles]

Unter anderem zwei erste Preise gehen an Studentinnen der TU Braunschweig.

Laura Leinert hat mit ihrer am ISE entstandenen städtebaulichen Arbeit „Nächster Halt: Rodenkoppel“ (Lübeck) die Jury überzeugt. Ebenfalls einen ersten Preis hat Milena Marie-Antoinette Nitsche für ihre am IAD vorgelegten Masterthesis „Gjenopplive Smelteverket – Zwischen Tourismus & Industrie – Transformation des Schwerindustrie-Standorts Odda“ (Norwegen) gewonnen. Beide Arbeiten sind im Band MasterThesis 24|25 enthalten.

Der zweite und dritte Preis ging an Studenten der LUH. Einen Sonderpreis erhielten Ole Frieling und Ketevan Gujejiani für ihren Entwurf „reziproof“, die im Rahmen des Rundgangs 2025 am IKON zu sehen war.

Darüber hinaus vergab die Jury 9 Anerkennungen, von denen vier (!) an Studierende des Departments Architektur der TU Braunschweig gingen:

  • Leon Krug und Luzia Gödde: „codename BALDRIAN | Wiener Werkstätten 2.0“
  • Alexandra Dücker und Robert Sievert: „PostPost – Frankfurt am Main“
  • Leon Kremer: „Stadtbaustein Kleingarten, Das Urbane Dorf“
  • Julius Brandis: „Wohnen en bloc“

Der Preis für Laura Leinert ist auch eine besondere Würdigung für Prof. Uwe Brederlau, der im Jahr 2026 seinen Abschied nach 26 Jahren Lehre am Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik nimmt. „Ja, das war ein sehr schönes Abschiedsgeschenk. Das war allerdings sowieso schon eine sehr schöne Arbeit in Lübeck von Laura Leinert“ freute sich Prof. Uwe Brederlau auf seiner Verabschiedung im Architekturpavillon am 28. Januar, bei der auch Laura Leinert sprach. Prof. Brederlau nahm auch persönlich an der Preisverleihung im Laveshaus in Hannover teil.

Laura Leinert widmet sich in ihrem Entwurf „Nächster Halt: Roddenkoppel“ einem Hafengebiet in Lübeck, das nördlich der Altstadt zwischen der Trave und der Bahnstrecke von Hamburg nach Fehmarn liegt. Ausgangspunkt ihrer Auseinandersetzung ist die bevorstehende Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels und die damit verbundenen neuen Perspektiven für Tourismus, Wohnen und Forschung am Standort Roddenkoppel.

Leinerts Ansatz ist prozessual angelegt: Im Mittelpunkt steht nicht das fertige Objekt, sondern die schrittweise Entwicklung des Gebiets durch gezielte Schwerpunktsetzungen, klare Regelwerke und eine konsequente Orientierung an Prinzipien der Kreislaufwirtschaft.

Die Jury überzeugte der Entwurf durch seine stringente und zeitgemäße Herangehensweise und zugleich beeindruckende Entwurfstiefe. Mit klaren Piktogrammen, ansprechenden Visualisierungen und präzise lesbaren Plangrafiken gelingt es Leinert, ihre Ideen anschaulich und gestalterisch hochwertig zu vermitteln.

Milena Nitsche behandelt in ihrer Masterarbeit „Gjenopplive Smelteverk“ die Umnutzung einer chemischen Karbidindustrieanlage in Odda, Norwegen. Das zerstreute Areal des Smeltverk nimmt etwa ein Drittel der Fläche der südnorwegischen Kleinstadt ein. Der Ort liegt in einem engen, tief eingeschnittenen Tal zwischen bis zu 1400 m hohen Berghängen. Die 2003 stillgelegte Fabrikanlage soll zu einem Ort für Tourismus und Aktivität werden. Neben einem Industriemuseum, das die Historie des Ortes dokumentieren und Teile der Anlage integrieren soll, soll ein Campus für traditionelles und modernes Handwerk mit dem Schwerpunkt Obstbau entstehen, der informelle Angebote für die Allgemeinheit bereithält, aber auch eine entsprechende Fachschule als institutionelle Einrichtung aufnimmt.

„Milena Nitsche meistert die Aufgabe, die vielfältigen Nutzungsangebote zu integrieren und eine komplexe stadträumliche Situation zu lösen, mit Bravour. Dabei behandelt sie den Bestand mit gebotenem Respekt und minimalen, aber bewussten Eingriffen. Der mächtige Bestand soll darüber hinaus eine handwerkliche Fachschule aufnehmen. Mit ihrer einprägsamen Gestalt bilden sie gleichsam das Zeichen für den Aufbruch in eine neue Zeit für das ehemalige Fabrikgelände“ würdigen Bernhard Ax und Dr. Simon Banakar vom Institut für Entwerfen und Raumkomposition ihren Entwurf.

Die Jury überzeugte der Entwurf durch die außerordentlich präzise Abstimmung von architektonischen und freiräumlichen Eingriffen, die es schaffen, das Ensemble in einen neuen Zusammenhang zu stellen, die bestehenden Gebäude zu würdigen und eine zukunftsfähige Nutzungsperspektive zu eröffnen. Die atmosphärisch starken Darstellungen transportieren Idee und Stimmung eindrucksvoll.

Insgesamt wurden über 100 Entwürfe zum Lavespreis eingereicht, von denen vierzehn Entwürfe mit Preisen und Anerkennungen gewürdigt wurden, davon gingen sieben Auszeichnungen nach Braunschweig! Den Juryvorsitz hatte Prof. Dr. Volker Droste von der Jadehochschule Oldenburg.

Lavespreis 2025

ISE | Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik

IAD | Institut für Entwerfen und Raumgestaltung 

IKON | Institut für Baukonstruktion