Großmaßstäbliche Gewerbeanlagen für Logistik, Produktion, Lager und Energie prägen als räumlich isolierte, monofunktionale Strukturen die Stadtränder und ganze Landschaften Niedersachsens. Mit ihren ausgedehnten Dach- und Verkehrsflächen greifen sie tief in den ländlichen Raum ein und verstärken periphere Siedlungs- und Nutzungsstrukturen.
Vor dem Hintergrund nachhaltiger Stadt- und Regionalentwicklung stellt sich die Frage, wie diese Gebäudetypologien bei reduziertem Flächenverbrauch und erhöhter Nutzungstiefe neu organisiert werden können. Diese Aufgabe wird als städtebaulicher Entwurf bzw. der Entwurf sehr großer, städtebaulich wirksamer Strukturen verstanden. Mit dem Fokus auf „Vertikalität“ sollen hybride, multifunktionale Transformationsstrategien entwickelt werden, die reduzierten Flächenverbrauch bei erhöhtem Nutzungsmix ermöglichen.
Ausgangspunkt sind reale, überwiegend monofunktionale Bestandsstrukturen in Niedersachsen mit Dachflächen ab 60.000 m². Diese werden hinsichtlich baulicher Struktur, Logistik, Erschließung sowie städtebaulicher, energetischer und landschaftlicher Einbindung analysiert. Darauf aufbauend entsteht ein Transformationskonzept mit überlagerten Nutzungen wie Arbeiten, Produzieren, Wohnen, vertikaler Landwirtschaft sowie Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen. Datenspeicher und Rechenzentren werden vertieft untersucht.
Ziel ist die Transformation flach organisierter Logistik- und Infrastrukturbauten zu resilienten, vertikalen Stadtbausteinen an der Schnittstelle von Fabrik und Stadt. Als Teil eines kursübergreifenden Netzwerks neu gedachter Standorte in Niedersachsen entsteht eine Vision für periphere und ländliche Räume als zukunftsfähige Produktions-, Speicher- und Nutzungslandschaften.
Der Kurs „Sci-Fi-Städte“ bildet die Vertiefung zum Masterentwurf „Vertikales Niedersachsen“ und unterstützt die Teilnehmenden bei der Suche nach innovativen Visionen für ihre Projekte. Eine Belegung der Vertiefung wird daher für alle Teilnehmenden des Masterentwurfs empfohlen.
In Zusammenarbeit mit dem IWF werden die Entwürfe darüber hinaus als „vertical urban factories“ hinsichtlich ihrer Energie- und Ressourceneffizienz als Strukturen von Industrie und Produktion in der Stadt untersucht.
Begleitend zum Entwurf können Konsultationen zur tragwerklichen Planung am ITE besucht werden. Darüber hinaus empfehlen wir eine Vertiefung der Projekte im Rahmen des Formats „Tragwerke Verstehen“ (1 SQ-Punkt).
FORMAT
Präsenz
EINFÜHRUNGSVERANSTALTUNG
Dienstag, 07.04.26, 11:30-13:00 Uhr, ISU Seminarraum
EXKURSION SHANGHAI
25.05.26 - 29.05.2026
TERMINE
Dienstags 09:30 – 18:00 Uhr
Zwischenkritik I: 28.04.26, 10:30 – 18:00
Zwischenkritik II: 19.05.26, 10:30 - 18:00
Zwischenkritik III: 16.06.26, 10:30 - 18:00
Planabgabe: 07.07.26
Abschlusspräsentation: 14.07.26
ORT
ISU Seminarraum
SPRACHE
Deutsch/Englisch
Prof. Dr. Vanessa Miriam Carlow
Benedikt Herz, Olaf Mumm, Bodo Neuss, Ryan Zeringue, ISU Team