NAWDIC (https://www.nawdic.kit.edu/) kombiniert flugzeuggestützte Messungen mit bodengebundenen Beobachtungen und numerischen Simulationen. Koordiniert durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sind Forschungseinrichtungen aus mehreren europäischen Ländern beteiligt. Im Fokus stehen insbesondere Wechselwirkungen zwischen Jetstream, absinkenden trockenen Luftmassen (Dry Intrusions) und Prozessen in der unteren Troposphäre, die maßgeblich zur Entwicklung von Stürmen und intensiven Niederschlagsereignissen beitragen.
Beitrag der TU Braunschweig
Das Institut für Flugführung (IFF) brachte im Rahmen des NAWDIC-DICHOTOMI Teilprojekts (https://nawdic.aeris-data.fr/ ) mit der D-ILAB eine flexibel einsetzbare Forschungsplattform in die Kampagne ein. Die Flüge ermöglichten gezielte Messungen in den unteren Atmosphärenschichten und leisteten einen wichtigen Beitrag zur hochaufgelösten Beobachtung winterlicher Wettersysteme.
Die wissenschaftliche Datenerhebung an Bord erfolgte gemeinsam durch Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universität Bern (https://www.oeschger.unibe.ch/about_us/people/grouppage/index_eng.html?group=aemisegger ) sowie der TU Braunschweig. Erstmal wurden an Bord neuartige Messsysteme zur Messung von Wind (https://www.imk-tro.kit.edu/12875.php) und Wasserdampf (https://amt.copernicus.org/articles/5/1491/2012/ ) gemeinsam eingesetzt.
Die TU Braunschweig leistete einen integralen Beitrag zur Kampagne und verantwortete die flugoperationelle Umsetzung der D-ILAB-Missionen, die Integration der Messsysteme sowie die strukturierte Verarbeitung, Dokumentation und Zusammenführung der während der Flüge gewonnenen in-situ / D-ILAB Daten. Damit trug die TU-Braunschweig zu Datenerhebung bei, einen maßgeblichen Baustein für die wissenschaftliche Auswertung im internationalen NAWDIC Verbund. Eingebettet in ein internationales Messkonzept
Die Flüge waren Teil eines abgestimmten, mehrskaligen Beobachtungskonzepts mit mehreren Forschungsflugzeugen sowie Bodenmessungen. Ergänzt wurden sie unter anderem durch das Langstrecken-Forschungsflugzeug HALO (Gulfstream G550) des Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das großräumige Strukturen in der oberen Troposphäre untersuchte. Sowie durch das Forschungsflugzeug der französischen Organisation SAFIRE, eine ATR 42, die detaillierten Messungen in tieferen Atmosphärenschichten durchführte. Zusätzlich kam am Boden das integrierte Atmosphärenbeobachtungssystem KITcube zum Einsatz (https://www.kitcube.kit.edu/ ). Durch diese Kombination verschiedener Plattformen konnten atmosphärische Prozesse zeitgleich auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen erfasst werden – ein zentrales Merkmal der NAWDIC-Kampagne.
Beitrag für die wissenschaftliche Community
Die im Rahmen von NAWDIC erhobenen Messdaten bilden eine wertvolle Grundlage für die weitere Analyse winterlicher Starkwettersysteme. Sie fließen in die Weiterentwicklung und Validierung moderner Wettervorhersagemodelle ein und unterstützen ein verbessertes physikalisches Verständnis von Prozessen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Mit der Beteiligung an NAWDIC unterstreicht die TU Braunschweig ihre Rolle als aktiver wissenschaftlicher Partner in internationalen Messkampagnen und ihre Expertise in der Verbindung von fluggestützten Messkampagnen und Atmosphärenwissenschaft.
Kontakt
Dipl.-Ing. Maik Angermann
Chief Pilot and Head of Flight Experiments Team
Institut für Flugführung / Institute of Flight Guidance - Technische Universität Braunschweig
Hermann-Blenk-Str. 27, D-38108 Braunschweig, Germany
Phone/Tel.: +49(0)531-391-9876