Bauabfälle – ob aus zu viel bestelltem Material, Verschnitt oder Verpackung – werden leider zu häufig noch als unvermeidbare Randerscheinung bei Bauprozessen angesehen. Im Forschungsprojekt „Zero Waste Baulogistik“ lag der Leitgedanke der Suffizienz zugrunde, nur die tatsächlich für die Wertschöpfung erforderlichen Baumaterialien in der notwendigen Menge und mit dem effizientesten Transport- und Verpackungskonzept zur und auf der Baustelle zu transportieren und im Sinne eines zirkulären Umgangs wiederzuverwenden.
Gemeinsam mit Paul Oschatz und Stefan Lagleder von der Linder SE sowie Hilmar Troitzsch und David Jansen von der Zeppelin Rental GmbH haben wir dafür die Abfallursachen und -mengen in Ausbauprozessen bei zehn Hochbauprojekten empirisch untersucht und deren Umweltwirkungen ökobilanziell bewertet. Darauf aufbauend wurden Ansätze zur Vermeidung von Bauabfällen skizziert und mögliche Einsparpotenziale quantifiziert. Nun haben wir unseren Forschungsbericht veröffentlicht.
Hier geht’s zum Forschungsbericht: https://leopard.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00079935
Wesentliche Projekterkenntnisse:
- Große Teile der Bauabfälle sind vermeidbar, da diese aus unkoordinierten baulogistischen Prozessen, Baumängeln (einschließlich Sekundärfolgen) sowie Planungsänderungen resultieren.
- Die Vermeidung von Bauabfällen vereint ökologische Einsparungen durch reduzierten Ressourcenbedarf mit ökonomischen Vorteilen durch geringere Material- und Entsorgungskosten.
- Abfallvermeidung beginnt in der Planung: Planer, Produkthersteller, Bauherren und Ausführende tragen eine gemeinsame Verantwortung für eine abfallarme Bauproduktion.
- Es besteht großer Handlungsbedarf zur Einführung baulogistischer Anreizmechanismen.
Der Forschungsbericht enthält:
- Bauteilbezogene Abfallkennwerte zur Prognose von Abfallmengen
- Informationen zur Material Kommissionierung
- Ökobilanzielle Betrachtung der Bau- und Errichtungsphase verschiedener Bauprodukte
- Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Gestaltung der Entsorgungslogistik
Dieses Projekt wurde gefördert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (#BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aus Mitteln der #ZukunftBau Forschungsförderung. Unser herzlicher Dank gilt dem BBSR sowie unseren Praxispartnern Lindner SE und Zeppelin Rental GmbH für ihre Unterstützung im Rahmen des Projektes „Zero Waste Baulogistik" – und natürlich allen Beteiligten, ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre: Paul Oschatz, Stefan Lagleder, Hilmar Troitzsch, David Jansen. Auf Seiten des IBBs haben Jan Niklas Lünig, Gerrit Placzek und Patrick Schwerdtner das Projekt durchgeführt.