Asphalt gilt heute weltweit als der bevorzugte Baustoff für befestigte Straßen. Die Asphaltindustrie ist von erheblicher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung. In Deutschland werden pro Jahr rund 38 Mio. t Asphalt hergestellt, wofür etwa 3 Mio. t Bitumen benötigt werden. Bitumen wiederum ist ein Erdölderivat, dessen Gewinnung und Verarbeitung CO2-Emissionen zwischen 500 und 700 kg/t freisetzt. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie sehr der Bau von Verkehrsinfrastruktur zum Klimawandel beiträgt und warum ein Umdenken in der Straßenbautechnologie unverzichtbar ist. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Materialforschung im Baubereich rasant weiterentwickelt. Ingenieurinnen und Ingenieure erforschen neue, ressourceneffiziente Werkstoffe, die biobasiert oder biologisch inspiriert sind, hybride Zusammensetzungen zulassen und multifunktionale Eigenschaften aufweisen.
Das Themenheft „Nachhaltige Straßenbaustoffe“ von Straße und Autobahn beleuchtet vielseitige Aspekte rund um den ökologischen Fußabdruck des Asphaltstraßenbaus. Dabei geben Dr. Büchner und Prof. Wistuba vom Institut für Straßenwesen im ersten Fachartikel einen umfassenden Überblick zum Stand der emissionsreduzierten Asphalttechnologie.
Zentrale Strategien sind die möglichst hohe Wiederverwendung von Ausbauasphalt, die Absenkung der Herstelltemperaturen von Asphalt um bis zu 30 °C und die flächendeckende Umsetzung von Warmasphalt-Technologien sowie die Reduktion des Bitumeneinsatzes durch den Einsatz von biobasierten Materialien. Diese Themen werden am Institut für Straßenwesen aktuell in diversen Forschungsprojekten und begleitenden studentischen Arbeiten bearbeitet und weiterentwickelt.