Die Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen e.V. (AKG) vergeben im Jahr 2026 zum zehnten Mal einen Förderpreis für Studierende und junge Architektinnen und Architekten. Thema des diesjährigen AKG Förderpreises war „Mein Krankenhaus schließt - was nun? – Medizinische Grundversorgung stärken“.
Das Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbaus hat unter der Leitung von Prof. Wolfgang Sunder und Kirsten Remmers dieses Thema aufgegriffen und im vergangenen Semester als Masterentwurf angeboten. Wir freuen uns sehr, dass die Arbeiten von Johannes Quirin mit dem 2. Platz und Julia Franziska Mack mit einer Anerkennung ausgezeichnet wurden! Herzlichen Glückwunsch!!
Johannes Quirin überzeugte die Jury mit seinem Entwurf „Umnutzen des St. Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad in ein Gesundheitscampus". Der Entwurf transformiert den ehemaligen Krankenhausstandort in Salzgitter-Bad zu einem offenen Gesundheitscampus, der Bildung, Pflege, Wohnen und Quartier miteinander verbindet. Statt einer monofunktionalen Nutzung entsteht ein hybrider Ort, an dem Lernen, Leben und Versorgung ineinandergreifen. Ein Lern- und Ausbildungszentrum im Gesundheitsbereich wird durch Wohnangebote für Studierende und Mehrgenerationenhaushalte sowie durch therapeutische und präventive Angebote ergänzt. Eine neue städtebauliche Achse verknüpft den Campus mit der Innenstadt und bildet das soziale Rückgrat des Entwurfs. Entlang dieser Achse liegen der umgenutzte Bestand und die neuen Wohngebäude mit öffentlichen Nutzungen wie der Quartiersküche, die als Treffpunkt für Studierende, Bewohner und Nachbarschaft dient. Ergänzt wird das Konzept durch aktivierte Freiräume, darunter ein öffentlich zugängliches Dach, das als Bewegungs- und Begegnungsort genutzt wird.
Die Jury zeigt sich begeistert von den Qualitäten des Entwurfs: "Der Entwurf überzeugt durch eine vorbildliche städtebauliche Lösung für das ehemalige Krankenhausareal, die sowohl den sensiblen Umgang mit dem Bestand als auch die präzise Positionierung ergänzender Neubauten in den Mittelpunkt stellt. Besonders hervorzuheben ist die intensive Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Kontext des alten Krankenhausgeländes ebenso wie mit der Struktur des Bestandsgebäudes selbst. Das klar durchgearbeitete städtebauliche Konzept entwickelt aus der Verbindung von Alt und Neu ein neues Quartier mit hoher räumlicher und gestalterischer Qualität."
Julia Mack lieferte den Entwurf für einen "CAMPUS MITEINANDER". Leerstand ist allgegenwärtig, erhält jedoch eine besondere Bedeutung, wenn es sich – wie beim Krankenhaus – um einen emotional stark geprägten Sonderbau handelt, der mit Freude, Angst und Trauer verbunden ist. Ein solcher Ort verlangt bei der Umnutzung einen respektvollen Umgang mit seiner Geschichte und den Erinnerungen der Menschen. Ziel des Entwurfs ist es daher, das ehemalige Krankenhaus nicht nur umzubauen, sondern ihm eine neue, positive Funktion als offener Zufluchtsort zurückzugeben. Der geplante „Campus Miteinander“ versteht sich als präventiver Ort der Unterstützung, der Menschen frühzeitig begleitet, stärkt und Sicherheit im Alltag bietet – unabhängig von akuten Notfällen. Besonders für Personen mit Unterstützungsbedarf soll hier eine verlässliche Anlaufstelle entstehen, die Gemeinschaft, Beratung, Therapie, Bildung und betreutes Wohnen vereint und individuell angepasste Hilfe ermöglicht.
Die Jury lobt Julias Entwurf: "Die Arbeit überzeugt durch eine konsequent verfolgte städtebauliche Öffnung des bislang prägenden Solitärs. Besonders hervorzuheben ist der radikale Rückbau additiver Strukturen, die sich im Laufe der Zeit über den Bestand gelegt haben. Durch das Freilegen des ursprünglichen Kerns und das Aufbrechen der monolithischen Gesamtfigur entsteht eine neue räumliche Leichtigkeit, die das Quartier adressiert und in einen dialogischen Zusammenhang mit der Nachbarschaft tritt."
Hier findet Ihr alle Informationen zu dem Förderpreis des AKG: