Dozent: Prof. Dr.-Ing. Sebastian Heimbs
Zeit: Sommersemester, Donnerstags 08:00 Uhr - 09:30 Uhr
Ort: HB 35.1 (IFL)
Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Sebastian Heimbs
Zeit: Sommersemester, Donnerstags 09:45 Uhr - 10:30 Uhr
Ort: HB 35.1 (IFL)
Was haben alle Flugzeuge unabhängig ihrer Größe, Antriebstechnik, aerodynamischen Eigenschaften oder Einsatzgebiet gemeinsam? Sie müssen konstruiert, ausgelegt und gebaut werden. Die Vorlesung „Konstruktion von Flugzeugstrukturen“ (3 SWS / 5 ECTS) ist damit die zentrale Vorlesung im Masterstudium Luft- und Raumfahrttechnik, in der erlernt wird, wie eigentlich ein Flugzeug gebaut wird, woraus es besteht, wie es ausgelegt wird – und auch warum (Stichwort: dimensionierende Lastfälle und Zulassungsrichtlinien).
Diese Vorlesung wurde von Prof. Heimbs – aus dem Airframe Engineering von Airbus kommend – komplett neu und modern aufgebaut, die Vorlesungsunterlagen sind branchentypisch komplett auf Englisch (die Vorlesungssprache ist jedoch Deutsch). Sie adressiert alle Themen der Flugzeugkonstruktion: Angefangen von den regulativen Randbedingungen über die Eigenschaften und Auswahl typischer Luftfahrtwerkstoffe, Verbindungstechniken, Versteifungskonzepte bis hin zur Auslegung aller maßgeblichen Flugzeugkomponenten und der finalen Endmontage des Flugzeugs. Das komplette essentielle Rundumprogramm also, um in der Flugzeugbranche nicht nur „mitreden“ zu können, sondern auch das Verständnis zu entwickeln, weshalb Flugkonstruktionen, Bauweisen und Materialauswahlen so getroffen werden. In den zugehörigen Übungen wird das Erlernte angewendet.
Wieso werden trotz weiter Verbreitung von Faserverbundwerkstoffen Flügelvorderkanten weiterhin fast immer aus Aluminium hergestellt? Warum sind Flugzeugnasen fast immer aus dem exotischen Werkstoff Quartzfasern hergestellt? Warum sind auch heute noch überall Nietverbindungen im Flugzeugbau zu finden und wie werden diese Nietabstände gewählt? Warum findet man die beiden weitverbreitetsten Flugzeugbauwerkstoffe – Aluminium und kohlenstofffaserverstärke Composites – nie gemeinsam in direkter Verbindung? Warum gibt es die Vielzahl der Versteifungen in Längs- und Umfangsrichtung, wie wird deren Abstand festgelegt? Wo kommen die Lasten her, welche die Grundlage von Auslegungsrechnungen sind? Wie wird damit umgegangen, dass im Betrieb oder durch Ermüdung Schäden entstehen können, und dennoch die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet bleibt?
Wir freuen uns, dies und natürlich noch viel mehr mit den Studierenden in der Vorlesung zu besprechen. Freuen Sie sich auf eine sehr praxisnahe Vorlesung, die davon lebt, Proben und Bauteile herumzureichen. Das IFL verfügt über einen sehr großen Bestand an Flugzeugstrukturen, deshalb lohnt sich das Rausfahren am Donnerstagmorgen an den Flughafencampus, um echte Rumpfschalen, Flügel, Türen und sogar ganze Rumpftonnen diverser Flugzeuge zu erleben – Anfassen explizit erlaubt! Und was wir nicht selbst vorführen können, wird praxisnah mit Videos visualisiert.
Das ist längst noch nicht alles. Wir freuen uns, den Studierenden dieser Vorlesung an der TU Braunschweig folgendes anbieten zu können:
Die Vorlesung (2 SWS) gliedert sich in folgende Kapitel (Kursmaterial auf Englisch):
In den Übungen (1 SWS) wenden wir die erlernten Methoden auf konkrete Beispiele in der Auslegung von Flugzeugstrukturen an, wie z.B.:
Vorlesungen und Berechnungsübungen sind Ihnen zu theoretisch und Sie wollen selbst Strukturversuche im Prüflabor durchführen? Das verstehen wir. Deshalb bieten wir das Labormodul (2 SWS) zur Vorlesung „Konstruktion von Flugzeugstrukturen“ an, wo genau das in der IFL Versuchshalle passiert.
In diesem Fachlabor werden in der Regel zwei unterschiedliche Versuche durchgeführt, wobei modernste Versuchs- und Messtechnik zur Anwendung kommt.. Einer davon liegt typischerweise im Bereich der Schadenstoleranz von Flugzeugstrukturen. In der Vergangenheit wurden sowohl zyklische Versuche an Metallproben zur Messung und Auswertung der Rissausbreitung als auch Impactversuche an Faserverbundproben zur Ermittlung der Restfestigkeit nach Impactschädigung durchgeführt. Nach Impactbelastungen am Fallturm und einer zerstörungsfreien Ultraschallprüfung werden die geschädigten Faserverbundproben hier einer Druckbelastung ausgesetzt (CAI, Compression after Impact), um den Einfluss zunehmender Schädigung auf die Restfestigkeit zu bewerten. Alternativ wird ein Versuch im Bereich des dynamischen Strukturverhaltens (Standschwingversuch) angeboten: an einem skalierten Flügelprofil werden sowohl quasi-statische Biegeversuche als auch dynamische Schwingversuche durchgeführt, um Eigenformen und Eigenmoden in der Strukturauslegung experimentell zu bestimmen.
„Konstruktion von Flugzeugstrukturen mit Labor“ (insgesamt mit Vorlesung/Übung/Labor 5 SWS / 7 ECTS):
Die Laborveranstaltung beinhaltet die eigenständige Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von zwei Versuchen in der Prüfhalle und im Labor für Werkstoffdiagnostik des IFL. Ein benotetes Protokoll und Kolloquium zu den absolvierten Laborversuchen gehen mit dem Klausurergebnis in die Endnote ein.
Eine höchstmögliche Qualität der Lehre und stetige Verbesserungen sind uns sehr wichtig, was die Studierenden regelmäßig in der Lehrevaluation anerkennen und was diese Veranstaltung „Konstruktion von Flugzeugstrukturen“ zu einer sehr beliebten Vorlesung macht. Hier sind die Ergebnisse der Lehrevaluationen der Vorlesung der letzten Semester:
SoSe 2023: Gesamtbewertung 4,8 / 5 Punkten
SoSe 2024: Gesamtbewertung 4,8 / 5 Punkten
SoSe 2025: Gesamtbewertung 4,9 / 5 Punkten