„Wenn die Architektur sich als eine Auseinandersetzung mit der Realität darstellt, dann ist sie auch das Ergebnis eines dialektischen Prozesses zwischen den Gegebenheiten und dem sich hieraus bestimmenden Idealbild [...] Für eine solche Architektur stellt sich der Begriff des Kontextualismus ein, was nichts anderes bedeutet als eine Architektur, die sich aus dem Kontext der jeweiligen Umgebung erklärt.“ 1
1O.M.Ungers, aus: „Wir brauchen keine neuen Utopien, sondern Erinnerung“, 1979
Was geschieht mit europäischen Kulturlandschaften, wenn sich das Klima grundlegend verschiebt? Prognosen zufolge könnte sich die Durchschnittstemperatur in Köln in den kommenden Jahrzehnten um bis zu fünf Grad erhöhen. Eine solche Veränderung hätte tiefgreifende ökologische, ökonomische und geopolitische Folgen: Anbauzonen wandern, traditionelle Landwirtschaft gerät unter Druck, neue Produktionsformen entstehen.
Zentrale Agrarkulturen Deutschlands reagieren empfindlich auf Hitzestress, veränderte Niederschlagsmuster und zunehmende Extremwetterereignisse. Erträge würden instabil, Bewässerungsbedarf und Nutzungskonflikte nähmen zu. Gleichzeitig verlieren südliche Regionen Europas durch Hitze und Wasserknappheit an Produktionsfähigkeit. Produktionsketten, Handelsströme und regionale Identitäten verschieben sich.
Als architektonische Versuchsanordnung bildet eine Olivenölproduktion im Kölner Umland den Ausgangspunkt – eine bewusst ungewöhnliche Setzung im rheinischen Kontext. Entworfen werden soll ein Olivenhain mit zugehöriger Olivenpresse an freien Standorten am Rhein oder aber an brachliegenden infrastrukturellen Anlagen: Denkbar ist die Transformation ehemaliger Agrarbetriebe, logistischer Anlagen oder industrieller Fragmente zu einer neuen, klimaangepassten und resilenten Produktionslandschaft.
Die Aufgabe versteht sich nicht als exotisches Szenario, sondern als räumliche und typologische Untersuchung zukünftiger Produktionsmodelle. Wie kann eine landwirtschaftlich-industrielle Nutzung im urbanen/ruralen Umfeld verortet werden? Welche architektonischen Strategien ermöglichen Resilienz gegenüber klimatischer Veränderung? Welche Anforderungen müssen an Prozesshaftigkeit, Anpassungsfähigkeit oder phasenweiser Entwicklung einer solchen Anlage gestellt werden?
INFORMATIONEN
Prüfende
Prof. Berthold H. Penkhues [IEX] + N.N.
[Betreuende]
Sulafa Isa + Christian Jensen
Bearbeitungszeitraum
14.04.2026 - 21.09.2026
Ausgabe
14.04.2026, 10.00, IEX
Entwurfsexkursion
24.04.2026 - 26.04.2026, Köln
Bearbeitung
Einzelarbeit
Korrekturen
-
Zwischenkritiken (vsl.)
20.05.2026 + 17.06.2026 + 15.07.2026
Abgabe digital
01.09.2026
Abschlusspräsentationen
21.09.2026 - 25.09.2026
Englischer Titel
OLIVE PRESS+
New agricultural typologies in German cultural landscapes