Wie in vielen europĂ€ischen StĂ€dten wurde in den 1960er und -70er Jahren in Wolfsburg mit groĂmaĂstĂ€blichen Wohnungsbauprojekten auf die hohe Nachfrage nach Wohnraum reagiert. Auch wenn Westhagen unter besonderen UmstĂ€nden geplant und errichtet wurde, so kann der Stadtteil in vielerlei Hinsicht als beispielhaft fĂŒr eben solche Stadterweiterungen betrachtet werden. Im Wintersemester haben sich rund 50 Studierende der TU Braunschweig mit Westhagen beschĂ€ftigt und zu so unterschiedlichen Themen wie Migrationsgeschichte oder Stadtökologie recherchiert. Dazu zeigen die Studierenden ab 4. April eine Ausstellung im Einkaufszentrum.
Jeden Montag im November haben sich die Studierenden im Rahmen eines Seminars des Instituts fĂŒr Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (GTAS) in einem leerstehenden Laden im Einkaufszentrum getroffen. Das Ladenlokal haben sie als Ausgangspunkt fĂŒr SpaziergĂ€nge genutzt, dort die Geschichten ehemaliger und gegenwĂ€rtiger Bewohner*innen Westhagens gehört, und Personen, die dort arbeiten und mit dem Ort vertraut sind, eingeladen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit ihnen zu teilen. Untersucht wurden unter anderem Westhagens GrĂŒn- und FreirĂ€ume vom Ichthyosaurier bis zum Wildschwein. Andere Projekte haben sich mit der Architektur und vor allem dem Wohnraum auseinandergesetzt.
Besonders beschĂ€ftigt hat die Studierenden das gute soziale Miteinander in der GroĂsiedlung und Westhagen als Ort des Ankommens fĂŒr Menschen mit ganz unterschiedlichen Biographien â oft auch mit Bezug auf persönliche Erfahrungen. âDie Arbeiten bieten einen spannenden AuĂenblick auf Westhagen und zeigen, dass 20 Jahre Förderprogramm âSoziale Stadtâ viel bewirkt habenâ, kommentiert Kai-Uwe Hirschheide, Erster Stadtrat und Stadtbaurat, die Ergebnisse. Ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen haben die Studierenden in ganz unterschiedlichen Formaten wie einem Brettspiel, Comics, Zeichnungen, und Infografiken dokumentiert. Alle BeitrĂ€ge werden auch in einem Begleitheft vorgestellt, das in der Ausstellung ausliegt.
Blick in die Zukunft Westhagens
Im Sommersemester will das GTAS auf diesen Ergebnissen aufbauen und stĂ€rker im öffentlichen Raum aktiv werden. âNachdem wir uns im Wintersemester vor allem mit der Entstehungsgeschichte und den Grundlagen beschĂ€ftigt haben, wollen wir im Sommer versuchen, einen Blick in die Zukunft zu werfenâ, verrĂ€t Professorin Tatjana Schneider, Leiterin des Instituts. Unter anderem mittels entwerferischer, literarischer und filmischer Techniken wollen die Studierenden gemeinsam mit den Einwohner*innen ĂŒber mögliche ZukĂŒnfte in Westhagen spekulieren.
Von April bis Juni sind die Studierenden und das Team des Instituts fĂŒr Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt immer wieder montags zwischen 10:00 und 17:00 Uhr in ihrem temporĂ€ren Seminarraum im Einkaufszentrum (Hallesche StraĂe 40a) anzutreffen. Offizieller Auftakt ist hier am Donnerstag, 4. April, 17:30 Uhr mit der Eröffnung der Ausstellung der Wintersemesterarbeiten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Ausstellung kann am 5. und 6. April, jeweils 14:00-18:00 Uhr, besichtigt werden.
Begleitet und unterstĂŒtzt wird das Projekt durch das Stadtteil- und Kulturhausmanagement Westhagen und das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg.
Kontakt
Prof. Dr. Tatjana Schneider
Technische UniversitÀt Braunschweig
InstiÂtut fĂŒr Geschichte und TheÂoÂrie der ArchitekÂtur und Stadt
SchleinitzstraĂe 19
38106 BraunÂschweig
Tel.: 0531 391-2347
E-Mail: gtas(at)tu-braunschweig.de
www.gtas-braunschweig.de
Licia Soldavini
Institut fĂŒr Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt
Tel.: 0531 391 2342
E-Mail: l.soldavini(at)tu-braunschweig.de
www.gtas-braunschweig.de
Ayat Tarik Kamil
Institut fĂŒr Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt
Tel.: 0531 391-2342
E-Mail: a.tarik-kamil(at)tu-braunschweig.de
www.gtas-braunschweig.de
Meldung von Bianca Loschinsky aus dem MAGAZIN der TU Braunschweig