Im Transferprojekt KIARA wird eine KI-basierte Wissensassistenz für die Entwicklung von Fahrzeug-Elektrik-/Elektronik-Architekturen (EEA) entwickelt. Das System soll technische Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen, relevante Zusammenhänge erkennen und Fragen der Entwicklerinnen und Entwickler verständlich und kontextbezogen beantworten. Berücksichtigt werden sowohl strukturierte Daten, etwa aus relationalen Datenbanken sowie MBSE- und PLM-Werkzeugen, als auch unstrukturierte Informationen aus Beschreibungen, Berichten und Dokumentationen.
Die Entwicklung moderner Fahrzeuge ist durch eine wachsende Zahl vernetzter Software-, Elektronik- und Hardwarekomponenten geprägt. Damit steigen auch Umfang und Komplexität der Entwicklungsinformationen. Die benötigten Daten liegen häufig verteilt in verschiedenen Systemen und Dokumenten vor. Beziehungen zwischen Funktionen, Signalen, Komponenten und weiteren Entwicklungsartefakten sind nicht immer explizit modelliert und müssen teilweise mit hohem manuellem Aufwand ermittelt werden.
KIARA untersucht daher, wie eine KI-basierte Wissensassistenz den Zugriff auf diese Informationen erleichtern und auch komplexere Analysefragen unterstützen kann. Zentrale Fragestellung ist, wie heterogene und teilweise unvollständig verknüpfte Entwicklungsdaten so aufbereitet und erschlossen werden können, dass belastbare, nachvollziehbare und kontextbezogene Antworten entstehen.
Zu Beginn werden gemeinsam mit EEA-Entwicklerinnen und -Entwicklern relevante Anwendungsfälle, typische Fragestellungen sowie funktionale und nicht-funktionale Anforderungen erhoben. Anschließend werden die verfügbaren Datenquellen, Datenstrukturen und Schnittstellen analysiert. Darauf aufbauend entsteht eine modulare Systemarchitektur, die verschiedene Such-, Analyse- und Verknüpfungsmechanismen kombiniert.
Methodischer Schwerpunkt ist Retrieval-Augmented Generation (RAG): Relevante Informationen werden aus Datenquellen abgerufen und einem Sprachmodell bereitgestellt. Graphbasierte und agentische Verfahren unterstützen mehrstufige Abfragen. Ziel ist ein nutzerzentriert erprobter Prototyp für die Integration in bestehende Entwicklungsumgebungen.
Bei Interesse an den aktuellen Projektergebnissen kontaktieren Sie uns gern.
Technische Universität Braunschweig: Institut für Konstruktionstechnik (IK), Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF)
Technische Universität Clausthal: Institute for Software and Systems Engineering (ISSE)
Praxispartner: Volkswagen AG
Das Transferprojekt KIARA wird im Rahmen des Zentrums für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) durch zukunft.niedersachsen gefördert. zukunft.niedersachsen ist ein gemeinsames Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.