Interview mit Prof. Dr. Lars Schnieder aus Anlass seines Amtsantrittes
Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung
Leitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Lars Schnieder
Pockelsstraße 3
38106 Braunschweig
Am 30. September 2026 scheidet Prof. Dr.-Ing. Jörn Pachl aus dem aktiven Dienst an der Technischen Universität Braunschweig aus. Seit 1996 leitete er das Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung und hat dessen Lehre und fachliche Ausrichtung über nahezu drei Jahrzehnte maßgeblich geprägt.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag stets in der Lehre. Mit großem Engagement vermittelte er Studierenden die Grundlagen und Zusammenhänge des Eisenbahnbetriebs sowie der Leit- und Sicherungstechnik. Als Autor mehrerer Standardwerke hat er darüber hinaus die Ausbildung im Eisenbahnwesen weit über die TU Braunschweig hinaus geprägt. Zu seinen bekanntesten Publikationen zählt das im Springer-Verlag erschienene Buch „Systemtechnik des Schienenverkehrs“, das inzwischen in der 12. Auflage vorliegt.
Am Institut hat Prof. Pachl zudem ein virtuelles Eisenbahnbetriebslabor aufgebaut, das bis heute eng in verschiedene Lehrveranstaltungen eingebunden ist und Studierenden praxisnahe Einblicke in die komplexen Zusammenhänge des Eisenbahnbetriebs ermöglicht.
Auch international hat sich Prof. Pachl eine hohe Sichtbarkeit erarbeitet. Neben mehreren englischsprachigen Fachbüchern, wie dem in den USA verlegte Werk „Railway Operation and Control“, zeugen zahlreiche Lehraufträge an renommierten internationalen Hochschulen, darunter die Mahidol University in Bangkok und die Beijing Jiaotong University, von seiner internationalen Vernetzung und seinem fachlichen Ansehen.
Über die akademische Lehre hinaus war ihm stets auch die berufliche Weiterbildung in der Eisenbahnindustrie ein wichtiges Anliegen. Über viele Jahre engagierte er sich in diesem Bereich für verschiedene Hersteller und trug damit wesentlich zum Wissenstransfer zwischen Hochschule und Praxis bei.
Zu seinen wissenschaftlichen Beiträgen zählt, dass er die Sperrzeittheorie unter dem Begriff „Blocking Time“ im englischsprachigen Raum bekannt machte und das Regelwerk der Deutschen Bahn mitprägte – unter anderem durch die Bezeichnung „Gegengleisanzeiger“.
Mit seinem Ausscheiden verliert das Institut einen langjährigen und international sichtbaren Vertreter des Eisenbahnwesens. Wir danken Prof. Dr.-Ing. Jörn Pachl herzlich für sein langjähriges Engagement in Forschung, Lehre und Weiterbildung und wünschen ihm für den nun beginnenden Ruhestand alles Gute. Mögen sich viele seiner persönlichen Wünsche und Vorhaben in dieser neuen Lebensphase verwirklichen lassen.
Ab dem 1. Oktober wird unser Institut unter neuem Namen als Institut für Schienenverkehrssysteme, englisch Institute for Railway Systems firmieren. Das Kürzel wird zukünftig iRS lauten.
Mit „Schienenverkehrssysteme“ heben wir zum einen unseren ganzheitlichen wissenschaftlichen Ansatz in Forschung und Lehre hervor. Dem Systemgedanken folgend betrachten das Zusammenwirken von Infrastruktur, Fahrzeugen und Betrieb sowie deren integrierte Gestaltung zur Optimierung des Gesamtsystems. Zum anderen umfasst unser Betrachtungsraum über die klassischen Eisenbahnen hinaus weitere Schienenverkehrssysteme wie z. B. Stadt- und Straßenbahnen, Bahnen besonderer Bauart sowie Magnetschwebebahnen umfasst. In diesem Sinne verstehen wir uns als zentrale Anlaufstelle der TU Braunschweig für Fragen des Schienenverkehrs.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Sprechen Sie uns an. Gerne diskutieren wir mit Ihnen spannende Projektideen für Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte.
Im Rahmen einer Exkursion besuchte das Institut am 24. September gemeinsam mit einer Gruppe von Studierenden die InnoTrans in Berlin.
In der ersten Hälfte des Tages besuchten wir gemeinsam die Stände der Deutsche Bahn, DB Bahnbau Gruppe GmbH und von SIGNON. Dabei erhielten wir zahlreiche Einblicke in die Vielfalt der Aufgaben, Herausforderungen und aktuellen Entwicklungen im System Bahn. Die Themen reichten von Strategien zur Instandhaltung und Sanierung des dicht befahrenen Schienennetzes über die Möglichkeiten, selbst hochbelastete und sicherheitskritische Ersatzteile für Fahrzeuge im 3D-Druckverfahren zu fertigen, bis hin zu den Potenzialen der Digitalisierung beim Planen, Bauen und Betreiben von Eisenbahninfrastruktur.
Ein besonderer Höhepunkt war die ausführliche Führung durch den „AutomatedTrain“, ein öffentlich gefördertes Projekt zum automatisierten Fahren im Vollbahnbereich. In mehreren kurzen Fachvorträgen wurden die damit verbundenen Herausforderungen sowie die entwickelten Lösungsansätze anschaulich vorgestellt und erläutert.
Unser Dank gilt dem Hochschulmanagement der Deutschen Bahn AG und der SIGNON Deutschland GmbH für die Einladung sowie die Organisation des vielseitigen und informativen Vormittagsprogramms.
Die zweite Tageshälfte stand den Studierenden zur freien Verfügung, um die Messe entsprechend ihren individuellen Interessen zu erkunden, neue Technologien kennenzulernen und mit Unternehmen und Fachleuten ins Gespräch zu kommen.
Im Herzen der Schienenverkehrsregion Braunschweig wurde der diesjährige bundesweite Aktionstag Tag der Schiene zentral auf dem Braunschweiger Schlossplatz begangen. Zahlreiche mit dem Schienenverkehr verbundene und im Raum Braunschweig vertretende Firmen und Institutionen der Region präsentierten sich der Öffentlichkeit.
In Pavillon des IfEV konnten Groß und Klein, Jung und Alt sich am Fahrsimulator als Lokführer ausprobieren, an einem Stellwerksbedienplatz den Zugverkehr koordinieren und mit einer speziellen Holzeisenbahn die Grundprinzipien des Sicherns von Zügen im wahrten Sinne des Wortes „begreifen“. Wer mochte, konnte sich über die von unserer Fakultät angebotenen Studiengänge informieren, die vielfältige und spannendende Wege ins Berufsfeld Schienenverkehr ermöglichen.
Eine gelungene Veranstaltung! Wir freuen uns, mit vielen Besucherinnen und Besuchern über die Eisenbahn im Allgemeinen und unsere Forschung und Lehrangebote im Speziellen ins Gespräch gekommen zu sein. Vielleicht haben wir ja den ein oder anderen für ein Studium an der Technische Universität Braunschweig motivieren können.
Am 5. September war das Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung (IfEV) der Technischen Universität Braunschweig beim 19. Themengipfel in Braunschweig vertreten. Prof. Dr.-Ing. habil. Lars Schnieder nutzte die Netzwerkveranstaltung zum Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Region.
Der Themengipfel bot Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und insbesondere über aktuelle und zukünftige Herausforderungen des Schienenverkehrs ins Gespräch zu kommen.
Einen passenden Abschluss fand der Tag an unserer Eisenbahnlehranlage (ELA). Dort konnten die Teilnehmenden einen Einblick in die praktische Arbeit des IfEV erhalten. Die ELA verbindet eine Eisenbahninfrastruktur im Modellmaßstab mit echter Stellwerkstechnik verschiedener Generationen und ermöglicht so die realitätsnahe Abbildung von Betriebsabläufen und Sicherungstechnik.
Die Anlage dient dabei nicht nur der praxisnahen Lehre: In den kommenden Jahren soll sie auch als Plattform für angewandte Forschung und Weiterbildung weiterentwickelt werden – unter anderem mit Blick auf digitale Stellwerkstechnik und einen zunehmend automatisierten Eisenbahnbetrieb.
Vielen Dank an Sascha Hummel und Hummel Consulting & Invest GmbH für die Organisation sowie an alle Teilnehmenden für die interessanten Gespräche und den gemeinsamen Austausch. Den Originalpost von Sasha könnt ihr hier finden: https://lnkd.in/p/esJ4kSwA