MT IKE | Erweiterung der Hamburger Kunsthalle

[Arch Aktuelles]

Das vierte Haus

Am Glockengießerwall erzählt die Abfolge von drei Häusern die Geschichte des Museumsbaus. Oswald Mathias Ungers’ Galerie der Gegenwart reduziert das Museum auf Quadrat, Raster und weißen Raum. Dahinter setzt der Muschelkalkbau mit Kuppelsaal aus Fritz Schumachers Ära auf Monumentalität und eine klare Abfolge der Säle. Am Anfang steht der Backsteinbau von 1869, der dem Ideal der Galerie als bürgerlichem Bildungsraum folgt. Jedes Haus zeigt, wie seine Zeit das Ausstellen von Kunst verstand. Drei Haltungen, ein Ensemble.

Doch diese Reihe bleibt unvollständig. Die Kunsthalle braucht mehr Raum für Ausstellung, Sammlung und Vermittlung. Sie braucht auch eine Beziehung zur Stadt, die ihr der heutige Standort verweigert. Zwischen Hauptbahnhof, Gleisfeld, Wallanlagen und Binnenalster liegt das Museum zwar zentral, bleibt aber städtebaulich isoliert. Es liegt nah am Wasser, ohne Verbindung zu ihm.

Eine aktuelle Konzeptstudie hat die Debatte neu entfacht. Sie schlägt einen Neubau am Übergang von Binnen- und Außenalster vor und stößt damit auf deutliche Kritik aus der Fachöffentlichkeit. Die Diskussion zeigt, wie empfindlich dieser Stadtraum ist. Jeder Eingriff verändert Blickachsen, Wegebeziehungen zwischen den Alsterbecken, die Fassung der Uferkanten und die Idee, mit der Ungers das Ensemble deutete: als städtebauliche Insel in den ehemaligen Wallanlagen, zusammengehalten durch ein gemeinsames Plateau.

Wo und wie sich eine Erweiterung verorten lässt, bleibt offen. Genau das untersucht die Thesis. Ob der Neubau das Plateau fortschreibt, sich auf ihm entwickelt oder das Ensemble über die Grenzen seiner Insel hinaus neu ordnet, muss die Analyse des Ortes begründen. Die Wahl des Standorts ist bereits eine Entwurfsentscheidung.

Auf rund 10.000 m² entsteht ein Haus für Ausstellung, Sammlung, Vermittlung und Öffentlichkeit. Es soll groß genug sein, dem Bestand als gleichwertiger Partner zu begegnen. Zu entwerfen sind Raumfolge, Licht und Proportion. Ebenso wichtig bleibt das Verhältnis zu den drei Vorgängern, die jeweils mit großem Selbstbewusstsein entstanden.

Die Thesis bietet die Chance, an einem der bedeutendsten Orte Hamburgs eine eigene Position zu formulieren.

Exkursion
Für einen gelungenen Einstieg in die Aufgabe, ist eine unverbindliche Tagesexkursion im Zeitraum von 26.10.2026 – 30.10.2026 geplant. Ziel der Exkursion ist Hamburg.

Termine
23.09.2026 - Themenbekanntgabe
14.10.2026 - Einführungsveranstaltung
26.10.2026 – 30.10.2026 - Exkursionszeitraum
10.11.2026 - 1.Testat
08.12.2026 - 2.Testat
12.01.2027 - 3.Testat
03.03.2027 - Abgabe der Pläne (digital)
22.03.2027 – 25.03.2027 - Präsentationszeitraum
Regeltermin Testate Dienstag

Zweitprüfung: N.N.

Engl. Titel:
Extension of the Hamburger Kunsthalle
The Fourth House

Bildquelle
© Kunsthalle Hamburg; Sophus Williams; 1876

Alle weiteren Infos unter: www.ike-lehre.de