TU BRAUNSCHWEIG

Sommersemester 2018

Montag 11. Juni 2018, 18:30 – 20:00 Uhr

Hörsaal SN 19.2, TU-Altgebäude, Pockelsstraße 14

Bedingungsloses Grundeinkommen – eine soziale Alternative?“

Vortrag und Diskussion mit Sylvia Hornsberg und Ralf Krämer

Die schon seit Anfang der 1980er Jahre kontrovers geführte Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen hat aktuell enorme Konjunktur. Von unterschiedlichen Positionen her werden Argumente sowohl dafür als auch dagegen vorgebracht.
Im Kontext der wachsenden Ungleichheit und den befürchteten Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt und den ökologischen Grenzen des Wachstums wird das bedingungslose Grundeinkommen als Ausweg gesehen. Zugleich soll es durch die Entkopplung von Einkommen und Arbeit zur Emanzipation des Menschen beitragen, so die Argumente zugunsten des Grundeinkommens.
Der Gegenposition zufolge zerstören die für ein bedingungsloses Grundeinkommen erforderlichen finanziellen Mittel die Struktur des Wohlfahrtsstaates. Die Ursachen für soziale Ungleichheit und Beschäftigungsunsicherheit liegen aus dieser Sicht nicht im Sozialsystem als solchem, sondern in seiner Erosion. Eine Weiterentwicklung des Sozialsystems, höhere Löhne und Renten, Investitionen in ein integrierendes Bildungssystem sind deshalb ihre alternativen Lösungsvorschläge.
Im Rahmen der Veranstaltung erhalten diese beiden Seiten die Möglichkeit, ihre Positionen darzustellen sowie miteinander und mit dem Publikum zu diskutieren.
Vortrag und Diskussion mit Sylvia Honsberg und Ralf Krämer

Sylvia Honsberg ist Soziologin und Bundesfrauensekretärin der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind gewerkschaftliche Frauenpolitik auf nationaler und internationaler Ebene. Sie ist Autorin des Buches „Frauenlos, Geschlechterverhältnisse in den Gewerkschaften“. Seit 2009 beschäftigt sie sich intensiv mit der Zukunftsfrage „Wie wollen wir leben?“. Das bedingungslose Grundeinkommen spielt hier eine zentrale Rolle.
Ralf Krämer ist Sekretär beim Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dort Experte für Wirtschaftspolitik. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren kritisch mit dem Thema und ist Hauptautor der ver.di Wirtschaftspolitische Informationen 4/2017 „Bedingungsloses Grundeinkommen - Risiken und Nebenwirkungen einer wohlklingenden Idee“.

Zukunftsfragen Juni 2018 (pdf, 94 KByte)



Wintersemester 2017/2018

Mittwoch, 10.01.2018, 19.30

Pharmaziezentrum, Mendelsohnstraße 1, MS 1.1

Antibiotika-Resistenz als globale Herausforderung - welche Rolle spielen Gesundheitspolitik, Pharmaindustrie und Grundlagenforschung?

Vortrag von Dr. Christian Wagner-Ahlfs und Prof. Dr. Mark Brönstrup

Nachrichten über zunehmende Antibiotika-Resistenzen häufen sich in den letzten Jahren. Wird eine der wichtigsten Arzneimittelgruppen des 20. Jahrhunderts unwirksam, können sich Epidemien wieder ausbreiten? Zumindest ist eine Zunahme von Infektionen mit Keimen zu verzeichnen, die nicht nur gegen eines, sondern gegen viele Antibiotika resistent sind; und die Diskussion über die Ursachen und mögliche Gegenstrategien dauert an. Eine wichtige Aufgabe unter den notwendigen Strategien ist die Entwicklung neuer Antibiotika.
Wer finanziert deren Forschung und Entwicklung und welche Rolle nehmen dabei die Grundlagenforschung, staatliche und internationale Akteure und die pharmazeutische Industrie ein? Wie wird die Antibiotika-Entwicklung nachhaltig und gerecht? Welche rechtlichen Rahmensetzungen sind hier denkbar? Gibt es jetzt schon Monopole oder funktioniert die Konkurrenz? Was sind die Alternativen für den jetzigen übermäßigen und unzweckmäßigen Einsatz, sowohl beim Menschen als auch bei Tieren?

weitere Informationen


Dr. Christian Wagner-Ahlfs arbeitet seit 2001 bei der BUKO Pharma-Kampagne.  Seine Arbeitsgebiete sind Forschungspolitik, vernachlässigte Krankheiten und Patentschutz.
Aktuell koordiniert er für die Pharma-Kampagne das Projekt med4all. Weitere Projekte sind Antibiotikaresistenz als globale Herausforderung und der Memento-Preis für vernachlässigte Krankheiten. Beim WHO-Prozess für eine Verbesserung der internationalen Arzneimittelversorgung vertrat er 2007/08 das Netzwerk Health Action International bei den Verhandlungen in Genf, für das er von 2005 bis 2017 auch im Vorstand arbeitete. Sein Interesse gilt der Entwicklung neuer Forschungskonzepte, die globale Verfügbarkeit neuer Arzneimittel berücksichtigen. Seit 2005 ist er auch leitender Redakteur der Verbraucherzeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen.


Prof. Dr. Mark Brönstrup Mark Brönstrup studierte Chemie an der Philipps-Universität Marburg und am Imperial College in London. 1999 promovierte er an der TU Berlin in organischer Chemie. Zwischen 2000 und 2013 arbeitete bei dem Pharmaunternehmen Sanofi und dessen Vorgänger Aventis und forschte dort u.a. nach Leitstrukturen aus Naturstoffen sowie nach Biomarkern, Bildgebenden Verfahren und biologischen Tests.
Seit Dezember 2013 leitet er die Abteilung für Chemische Biologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Zudem hält er eine Professur (W3) an der Leibniz-Universität Hannover inne. Sein Forschungsinteresse gilt der Entdeckung neuer, innovativer antibakterieller und antiviraler Substanzen.

Flyer Zukunftsfragen 17-18 (pdf, 2 MByte)





  aktualisiert am 23.04.2018
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