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Quo vadis, Baustatik?

Forschungs- und Lehrinhalte eines Hochschulinstitutes unterliegen einem ständigen Wandel, die eigene Forschung soll aktuell sein und die Ausbildung von Studierenden den Anforderungen der Gesellschaft genügen. Dies gilt im Bauingenieurwesen in der ganzen Breite aller Grundlagen und anwendungsbezogenen Fächer. Das mehr auf dem theoretischen Gebiet arbeitende Institut für Statik hat hier Aufgaben in der Ausbildung zu erfüllen, die fachübergreifend für alle Bauingenieure wichtig sind, unabhängig von Werkstoffen und Konstruktionen. Aus dieser Verpflichtung erwächst aber auch die Möglichkeit zu interdisziplinärer Arbeit und Forschung, wenn das Tragverhalten von Konstruktionen in Grenztragzuständen zu untersuchen ist, Modelle für komplexes Materialverhalten zu entwickeln und an Experimente anzupassen sind oder wenn sogar Transportprozesse in porösen Material mit biochemischen Reaktionen zu verbinden sind.

Die Vielfalt der anstehenden Forschung entsteht jedoch ursächlich aus der methoden- und weniger an konkreten Anwendungen orientierten Arbeitsweise des Institutes. Erst hierdurch wird es möglich, Modelle und Berechnungsverfahren für verschiedene Werkstoffe und Bauwerke aus Stahl, Beton oder Baugrund einzusetzen oder aus Analogieschlüssen zu neuen Interpretationen und Erkenntnissen zu gelangen.
In diesen zwangsläufig zwischen den Disziplinen angesiedelten Schwerpunkten liegt sowohl die Stärke als auch die Schwäche der eigenen Arbeit. Ohne eigene experimentelle Ausstattung und unmittelbaren Bezug zum Beobachten des Gegenstandes ist die Gefahr groß, in der eigenen Vorstellung zu versinken, zu modellieren und zu berechnen, was möglich ist und nicht, was wirklich ist. Zusammenarbeit mit experimentell arbeitenden Instituten ist daher eine wesentliche Stütze der Forschung, oft auch die einzige Möglichkeit, selbst Einfluss auf Versuchsdurchführungen nehmen zu können und damit Phänomene gezielt zu erfoschen. Bei diesen Randbedingungen erscheint die Vielfalt der eigenen Arbeit relativ, wenn neue weiterführende Methoden und Ansätze entwickelt werden sollen.