TU BRAUNSCHWEIG


Aktuelle Forschungsprojekte des Instituts für Sportpädaggogik

 

Prof. Dr. Reiner Hildebrandt-Stramann

1. Spiel, Sport und Bewegung in der Ganztagsschule.

Ein Verbundprojekt mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Marburg und dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Jena. 

Die Ganztagsschule hat im Rahmen der Bildungssystemdebatte einen hohen Stellenwert erlangt. Ein Qualitätskriterium für Ganztagsschulen ist die im Vergleich zu Halbtagsschulen veränderte Möglichkeit des Umgangs mit Zeit, den man mit „mehr Zeit für Kinder“ umschreiben könnte. Ganztagsschulen in offener und (teil-)gebundener Form verfügen über mehr Zeit zur Gestaltung des Bildungsauftrags. Wie lösen Ganztagsschulen diese Problematik und welche Formen von Schulkultur ergeben sich daraus? Für den Erfahrungsbereich „Bewegung, Spiel und Sport“ stellt sich die Frage, in welcher Quantität und Qualität dieser in dem größeren Zeitbudget Berücksichtigung findet. Ganztagsschulen müssen im Sinne eines verantwortlichen Umgangs mit Körper und Bewegung z.B. prüfen, wie der Schultag mit Bewegung rhythmisiert, mit nicht-formellen Bewegungsaktivitäten in den Pausen gestärkt, mit ganztägigen Sport- und Bewegungsangeboten, auch in Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen wie Sportvereinen, gestaltet werden und darüber hinaus Bewegung in jedem Unterricht einen Platz bekommen kann.

Die Studie zur Entwicklung von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule (StuBBS) besteht aus einem Forschungsverbund zwischen den Bundesländern Hessen, Niedersachsen und Thüringen, die durch die sportwissenschaftlichen Institute der Universitäten Marburg, Braunschweig und Thüringen repräsentiert werden. Sie erstellt fallbezogene Schulportraits im Interesse einer bewegungsorientierten Schulentwicklung. Auf der Grundlage von qualitativ erhobenen Daten werden in einem Zwischenschritt sog. „Wissenschaftliche Quellentexte“ erstellt, die das Ergebnis einer Triangulation der verschiedenen qualitativen Methoden darstellen und den Ausgangspunkt für alle weiteren Analysen bilden.  Die aus den Quellentexten entwickelten Schulportraits dienen als Grundlage sowohl für eine Schulberatung der an dem Projekt beteiligten 21 Schulen zu praktischen Fragen der Schulentwicklung als auch für vergleichende Fallstudien zur Theoriebildung bewegter Schulgestaltung.

Veröffentlichungen:

  • Hildebrandt-Stramann, R., Laging, R. & Teubner, J. (2014) Bewegung und Sport in der Ganztagsschule. Baltmannsweiler: Schneider.

Laufzeit: 2006 bis 2008; fortgesetzt bis 2014.

Finanzierung: Das Projekt wird vom BMBF finanziert.

Leitung: Prof. Dr. Reiner Hildebrandt-Stramann

Braunschweiger Mitarbeiter seit 2010: AOR Heike Beckmann; AD Klaus Wichmann; Dr. Andrea Probst (seit 2011).

Weitere Informationen unter:  https://www.uni-marburg.de/fb21/ifsm/ganztagsschule


2. Curriculumentwicklung in der Sportlehrerausbildung in Brasilien.

Projekt zur Beratung der Bundesuniversitäten von Bahia/Salvador, Sergipe/Aracaju und Rio Grande de Norte/Natal (Brasilien) bei der  Implementierung bzw. Reorganisation der Curricula zur Sportlehrerausbildung.

Laufzeit: 2005-2007; 2009-2014.

Finanzierung: Das Projekt wird vom DAAD finanziert.

Leitung: Prof. Dr. Reiner Hildebrandt-Stramann


3. Bewegte Ganztagsschulen – Schulportraits im internationalen Vergleich


Buchlayout Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule

Der Anfang 2000 begonnene Umstellungsprozess des Schulsystems von Halb- auf Ganztagsschulen ist nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern er vollzieht sich auch in jenen europäischen Ländern, die keine traditionellen „Ganztagsschulländer“ sind (wie z.B. Frankreich). Die Auswahl von Portugal als Vergleichsland ergab sich, weil das Seminar für Sportwissenschaft und Bewegungspädagogik der Technischen Universität Braunschweig schon seit über 20 Jahren einen intensiven Wissenschaftsaustausch mit dem sportwissenschaftlichen Institut der Escola Superior de Castelo Branco pflegt. Im Mittelpunkt des hier dokumentierten Projekts steht die Frage nach der Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport in den Ganztagsschulen der beiden Länder. Es wurden in beiden Ländern jeweils vier Ganztagsschulen mit Hilfe qualitativer Forschungsmethoden untersucht und miteinander verglichen. Als Vergleichsgrundlage dienten sog. Schulporträts aus der Bewegungsperspektive, die in diesem Buch ausführlich vorgestellt werden. Jedes Schulporträt beinhaltet Aussagen zu vier  schulischen Handlungsfeldern: Umgang mit Zeit – Rhythmisierung des Schultags, Bewegungskooperationen mit anderen Bildungsinstitutionen, Bewegung und Schulraum und Bewegung und Unterricht bzw. Bewegung und Lernen.

Die hier vorgestellte Studie ist eine auf den interkulturellen Vergleich focussierte Fortsetzung der Studie über Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule (StuBSS; vgl. Hildebrandt-Stramann, Laging & Teubner, 2014). Sie wird vom DAAD im Rahmen des Programms „Hochschuldialog mit Südeuropa“ finanziell unterstützt.

Leitung: Prof. Dr. Reiner Hildebrandt-Stramann

Veröffentlichungen:

  • Hildebrandt-Stramann, R., Beckmann, H.,  Faustino, A.,  Probst, A. & Wichmann, K. (2014). Bewegung, Sport und Spiel in der Ganztagsschule – ein interkultureller Vergleich zwischen Deutschland und Portugal. Baltmannsweiler: Schneider (ab November erhältlich).

Quellentexte finden Sie HIER

4. Über Sportunterricht didaktisch nachdenken

Im Sportunterricht sollen Schüler lernen, bewegungsbezogene Anforderungssituationen zu bewältigen. Die Gestaltung solcher Situationen durch den Lehrer/die Lehrerin steht in einem engen Zusammenhang mit dem jeweils zugrunde liegenden Verständnis von Bildung, Erziehung und Bewegung. Bei einem Verständnis von Bildung als Selbstbildung, von Erziehung als Selbsterziehung und von Bewegung als einem Medium der Vermittlung zwischen Mensch und Welt, können Handlungskompetenzen zur Bewältigung von bewegungsbezogenen Anforderungen nur in der aktiven Auseinandersetzung mit den Lerninhalten erworben werden. Dies gelingt in besonderem Maße, wenn die Schüler dabei Eigenverantwortung für den Lernprozess und die Gestaltung von Lernsituationen im Unterricht  übernehmen. 

Bei der Inhaltsfrage besteht Konsens darüber, dass die Gegenstände des Sportunterrichts Bewegungsfeldern zu entnehmen sind. Diese überschreiten die Sportarten, die nur einen Ausschnitt der Bewegungswirklichkeit darstellen.

In unserem Projekt wird Bewegungsunterricht in unterschiedlichen Bewegungsfeldern (z. B. Laufen, Springen, Werfen; Turnen und Bewegungskünste; Spielen) unter den o. g. Prämissen erforscht. Es wird nach dem Implikationszusammenhang zwischen Zielen, Inhalten und Methoden  gefragt, also danach, wie Themen für den erziehenden Bewegungsunterricht konstituiert, welche  Inszenierungsformen eingesetzt und welche Wirkungen erzielt werden.

Um Erkenntnisse über die Bildungs-, Erziehungs-, Bewegungs- und Unterrichtskonzeption des jeweiligen Bewegungsunterrichts zu gewinnen, wird die Rezensionsmethode als qualitative Forschungsmethode eingesetzt. Ein Merkmal dieser Methode besteht darin, dass der Erkenntnisgewinn zu Vorschlägen für didaktisches Handeln führt. (Rezensionsbeispiele)

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Beckmann, H. (2011). Erfahrungs- und problemorientiert vermitteln im Bewegungsfeld "Laufen, Springen, Werfen". In: sportunterricht 60 (2), S. 34 – 37.
  • Beckmann, H., Hildebrandt-Stramann, R. & Wichmann, K. (2010). Inszenierung von Bewegungsunterricht in der Schule. Unveröffentlichtes Manuskript. Braunschweig: Seminar für Sportwissenschaft.
  • Hildebrandt-Stramann, R. ((2009). Die Kraft von Luft und Wasser spüren – einfächerübergreifendes Unterrichtsbeispiel für ein Lernen durch Bewegung. Lehrhilfen für den Sportunterricht 58 (1), 7-12.
  • Hildebrandt-Stramann, R. (2014). Über Sportunterricht didaktisch nachdenken. Schulpädagogik heute 9/2014, 5. Jg. (Online-Zeitschrift). Zugriff am 04.03.2014 unter folgendem Link

  • Probst, A. (2012).  Ästhetische Bewegungserziehung in Turnen, Tanz und Akrobatik. Wiebelsheim: Limpert.

  • Wichmann, K. (2008). Wie ein Hand-Ballspiel entsteht. Sportpädagogik, 1, 24-27. Friedrich-Verlag: Velber.

 

Laufzeit: 2007 bis auf Weiteres

Finanzierung: Selbstfinanzierung

 

 

Heike Beckmann

Bewegtes Lernen in der Grundschule

Entwicklung bewegter Lernformen und Unterrichtsthemen für den Deutsch-, Mathe- und Sachunterricht in der Grundschule.

Laufzeit: 2010- bis voraussichtlich 2014

Finanzierung: Selbstfinanzierung

Leitung: Heike Beckmann

Prof. Dr. R. Hildebrandt-Stramann, Dr. Andrea Probst

Veröffentlichungen:

Beckmann, H./ Hildebrandt-Starmann, R. (2014). Bewegtes Lernen! Sachunterricht 1.-4. Klasse. Inhalte in und durch Bewegung nachhaltig verankern. Donauwörth: Auer

Bewegtes Lernen Sachunterricht

Beckmann, H. /Janßen, S. / Probst, A. (2012). Bewegtes Lernen! Deutsch 1.-4. Klasse. Inhalte in und durch Bewegung nachhaltig verankern. Donauwörth: Auer 

Publikation

Beckmann, H. / Riegel, K. (2011). Bewegtes Lernen! Mathe 1.-4. Klasse. Inhalte in und durch Bewegung nachhaltig verankern. Donauwörth: Auer

Publikation

Hildebrandt-Stramann, R. (2014). Bewegtes Lernen in der Grundschule. In I. Hunger & R. Zimmer (Hrsg.), Inklusion bewegt. Herausforderungen für die frühkindliche Bildung (142-146). Schorndorf: Hofmann.

Beckmann, H.  (2012). Bewegtes Lernen im Mathematik- und Deutschunterricht in der Grundschule. In: Schulpädagogik heute, 3(6), Körper, Bewegung und Schule, S. 1 - 11.

Hildebrandt-Stramann, R. (2012). Bewegung und Lernen in der Ganztagsgrundschule. In I. Hunger & R. Zimmer (Hrsg.). Frühe Kindheit in Bewegung. Entwicklungspotentiale nutzen (S. 223-234). Schorndorf: Hofmann.

Klaus Wichmann                                                   

1. Talentförderung Basketball in einer Ganztagsschule

Begleitung eines Projekts zur Talentförderung Basketball an der Integrierten Gesamtschule Franzsches Feld Braunschweig. Die IGS FF ist eine Ganztagsschule und Besitzt den Status Partnerschule des Leistungssports.

Ziel ist die Entwicklung und Evaluation eines Modells zur Förderung talentierter und leistungssportorientierter Basketballspieler unter Einbeziehung ihrer schulischen Ausbildungssituation.

Laufzeit: seit 2005 bis auf Weiteres

Finanzierung: Selbstfinanzierung

Leitung: Klaus Wichmann

Literatur:

  • Heinz, N. & Wichmann, K. (2010). Schüler trainieren ihre Kraft selbst. Sportunterricht, 59 (9), 264-270).

  • Wichmann, K. (2010). Entwicklungsverlauf und Entwicklungsförderung durch Bewegung. Praxis der Psychomotorik, 35 (1), 15-18. modernes lernen: Dortmund.

  • Wichmann, K. (2011). „Es ist nicht überall die Kompetenz drin, die draufsteht!“. Leserbrief zum Beitrag M. Brandes, M. Roscher & T. Schröder: Zur Förderung der Selbstständigkeit im Kompetenzbereich „sich ausdauernd bewegen“ (sportunterricht, 59 (2010), Heft 12, 366-373). sportunterricht, 60, Heft 3, 85-86.

  • Wichmann, K. (2012). Körper und Bewegung im Lernprozess: Werkstattlernen. Schulpädagogik heute, 3 (6), Körper, Bewegung und Schule,1-12.

  • Wichmann, K. (2014). Muskelspiele. Fächerübergreifendes Lernen an Stationen: „Kraft durch Bewegung erfahren“. Grundschule Extra, 100-103.

 

2. Sportspielforschung

Entwicklung von didaktischen Konzepten zur Sportspielvermittlung.

Laufzeit: seit 1996 bis auf Weiteres

Finanzierung: Selbstfinanzierung

Leitung: Klaus Wichmann

Literatur:

Sammelwerke: Sport / Sportpädagogik

  • Wichmann, K. (2008). Integrative genetische Vermittlung von Sportspielen. In Woll, A., Klöckner, W., Reichmann, M. & Schlag, M. (Hrsg.), Sportspielkulturen erfolgreich gestalten. Von der Trainerbank bis in die Schulklasse. 6. Sportspielsymposium der dvs (S. 87-90). Konstanz : Czwalina Verlag.
  • Wichmann, K. (2009). Spiele spielen können. In H. Barnitzky u. a. (Hrsg.), Kursbuch Grundschule (S. 726-727). Frankfurt am Main.
  • Wichmann, K. (2012). Genetisches Lernen in einer Spielewerkstatt. In S. König u.a. (Hrsg.), Sport-Spiel-Unterricht. Kongressband zum 8. Sportspiel-Symposium der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft September 2012 in Weingarten. (S. 167-168). Weingarten.

Zeitschriftenartikel:

  • Wichmann, K. (2005). Ball spielen in Mannschaften. Praxis Grundschule, 1, 17-21.
  • Wichmann, K. & Keyßler, J. (2005). Wintersporterlebnisse planen und gestalten. Sport Praxis, SH, 46-49.
  • Wichmann, K. (2007). Game Workshop. International Journal of Physical Education, Volume XLIV, Issue 4, 4. Quarter. Hofmann: Schorndorf, 170-176.
  • Wichmann, K. (2008). Wie ein Hand-Ballspiel entsteht. Sportpädagogik, 1, 24-27. Friedrich-Verlag: Velber.
  • Wichmann, K. (2008). Game Workshop. Agora para la Educacion Fisica y el Deporte, n.° 6. Una Escuela en Movimento. Valladolid, 77-88.
  • Wichmann, K. (2008). Spiele-Werkstatt. Sportunterricht, 56 (11), 356-359.

  aktualisiert am 22.02.2016
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