TU BRAUNSCHWEIG

Transferprogramm: „Flashcards: Theory in a Nutshell“

(In Zusammenarbeit mit der Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften und dem Institut für Erziehungswissenschaften)

Kurzbeschreibung

Im Rahmen des ausgeschriebenen Transferprogramms 2016 soll das im Sommersemester 2015 am Institut für Sozialwissenschaften hervorgegangene in medias res-Projekt „House of Cards: Medienereignisse erklären“ zur interaktiven Vermittlung von Theorien am Institut für Erziehungswissenschaften und am Lehrstuhl Soziologie II (Sozialstrukturanalyse und empirische Sozialforschung) Anwendung finden. Die Studierenden hatten sich gewünscht, die traditionelle Vermittlungsform im Seminar „Theorien und Modelle der Kommunikations- und Medienwissenschaften“ durch Lehrerinput und Referate mithilfe von Ansätzen aus dem Game Based Learning interaktiver und aktivierender zu gestalten. Hierfür wurde ein Karten- und Debattenspiel (House of Cards) entwickelt, das auf den behandelten Inhalten aufsetzt, um konkrete und aktuelle Medienereignisse und Kommunikationsphänomene (z.B. Medienabhängigkeit) theoriegeleitet zu erklären. Im Zuge des Wissenserwerbs entwerfen die Studierenden eine Kurzform der behandelten Theorien und Modelle als eine Art Trading Card bzw. Theoriekarte, die über Stärken und Schwächen der Theorien Auskunft gibt. Im interaktiven Spiel, der Debatte (Wissenstransfer), werden diese Karten eingesetzt, um konkrete Medienereignisse und Kommunikationsphänomene zu erklären.

Hintergrund des Transfervorhabens

Aus soziologischer Perspektive begründen sozio-demographische Phänomene der Gegenwartsgesellschaft das Transfervorhaben: Dabei sind überwiegend lebenslaufspezifische Ereignisse durch eine Vielzahl von Herausforderungen und Zukunftserwartungen geprägt. Der multidimensionale Blickwinkel auf Bereiche wie etwa Bildung/Beruf und Familie, Freizeit und neue Medien, Alter(n) und Gesundheit offenbart besonders für junge Menschen eine Ambivalenz zwischen Problem und Möglichkeit sowie Risiko und Chance. Die „junge Generation“ ist und wird von sozio-demographischen Veränderungen in unserer Gesellschaft aufgefordert, Sinnbezüge für individuelle Lebensentwürfe zu generieren, die Strahlkraft in die Zukunft besitzen und auch gesamtgesellschaftlich rückwirken. Obwohl Studierende selbst Teil der „jungen Generation“ sind, zeigte sich sowohl in der Lehre an der ehemaligen Hochschule des Transfernehmenden als auch in Seminaren an der TU Braunschweig die Schwierigkeit, mit aktuellen Gesellschaftsdiagnosen selbtreflexiv umzugehen und diese in Bezug des komplexen gesellschaftlichen Gesamtgefüges zu setzen. Das Konzept der Trading Cards soll dazu dienen, einzelne Phänomene der Gegenwartsgesellschaft herauszugreifen, strukturiert und einordnend zu beschreiben sowie mögliche Implikationen für dritte Akteure zu generieren. Die wissenschaftliche Nähe von Soziologie und Kommunikationswissenschaft ermöglicht zudem inhaltlichen Austausch und die Möglichkeit, mit Hilfe des Game Based Learning Ansatzes zukünftig eine gemeinsame Sammlung von Theoriekarten anzulegen.

Konzeption und Umsetzung des Transfers

Der Lehrstuhl für Soziologie II wird im Sommersemester 2017 erstmalig das Seminar „Die Zukunftsperspektiven junger Erwachsener. UT: Jugendliche im Spannungsfeld sozialer und demographischer Gesellschaftsphänomene“ anbieten. Das Einbinden des spielbasierten Konzeptes soll dabei maßgeblicher Teil der Gesamtkonzeption sein. Die Seminarteilnehmenden sind Studierenden des Bachelorstudiengangs „Integrierte Sozialwissenschaften“ ab dem dritten Semester. Hierbei wird neben dem Seminar keine begleitende Vorlesung angeboten, wodurch die Vermittlung der Theorien vollständig im Seminarverlauf geschehen muss. Durch inhaltliche Anknüpfung der Theorien an die kommunikationswissenschaftliche Perspektive soll die Erstellung eines überfachlichen Theorie-Glossars vorantreiben.

Die Umsetzung des Transfers soll hierbei in drei Schritten erfolgen:

  1. Einführung der Lehrenden in das Konzept und thematische Anpassung
    (Februar bis April)
  2. Anwendung des Konzepts bei kontinuierlicher Reflexion und Optimierung im Laufe des Sommersemesters 2017
    (April bis Juli)
  3. Evaluation, Weiterentwicklung und Verknüpfung der theoretischen Inhalte, idealerweise Entwurf zur Weiterführung der Konzepts im Wintersemester 2017/18
    (Juli bis Oktober)

Verstetigung und Verbreitung

Bei Erfolg des Konzepts sollen auch im Wintersemester 2017/18 Lehrveranstaltungen in dieser Form stattfinden. Da es in der Erziehungswissenschaft und in den Sozialwissenschaften zahlreiche Seminare zum Themenbereich „soziale Ungleichheit“ gibt, können bereits vorhandene Spielkarten auch ohne eine seminarbegleitete Erstellung neuer Karten genutzt werden. So entsteht durch das Konzept ein dauerhaft nutz- und erweiterbarer Fundus an Lehrmaterialien für ein stets präsentes Themengebiet zweier Institute der TU, oder sogar ein größerer Fundus sozial-, geistes- und erziehungswissenschaftlicher Theorien unter Einbezug weiterer Seminare.

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Ansprechpartner für das Transferprojekt am Lehrstuhl für Soziologie II ist Tom Hensel.

Weitere Ansprechpartner:

Susann Kohout
(Institut für Sozialwissenschaften; Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften)

Tim Hartung
(Institut für Erziehungswissenschaften; Abteilung Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik)


  aktualisiert am 02.03.2017
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