TU BRAUNSCHWEIG

DGfE-Tagung 2013

 

Tagung

          

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Das Thema ,Inklusion‘ ist seit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in aller Munde. Inhaltlich zielt Inklusion darauf, Prozesse der Aussonderung und der Diskriminierung zu überwinden sowie neue Kulturen des Lernens im Unterricht und verschiedene Aspekte inklusiver Schulentwicklung zu etablieren. Die Grundschulpädagogik hat sich ebenso wie die Sonderpädagogik bereits seit langem mit Fragen von Heterogenität und Individualisierung in Bildungskontexten beschäftigt und hierzu vielfältige Forschungsleistungen erbracht. Eine gemeinsame Beschulung aller Schülerinnen und Schüler stellt beide Disziplinen vor neue Herausforderungen, gilt es doch ein „inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen“ zur Verfügung zu stellen.

Doch wie wirkt sich Inklusion auf das Lehren und Lernen aus und welche Vorbilder gibt es? Wo liegen disziplinspezifische Differenzlinien in der Definition inklusiver Bildung und wie lassen sich diese lösen? Was wissen wir bereits über gelingende inklusive Bildungsprozesse auf Grundlage qualitativer und quantitativer Forschungsergebnisse? Welche theoretischen Konzeptionen inklusiver Bildung liegen vor? Welche Formen inklusiver Bildung und Praxen gibt es?

Diese und ähnliche Fragen wurden im Rahmen der Tagung, die kooperativ vom Institut für Erziehungswissenschaft der TU Braunschweig und dem Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover veranstaltet wurde, disziplinübergreifend diskutiert. So konnte ein breit angelegter und interdisziplinärer Austausch ermöglicht werden, der – neben dem besonderen Fokus auf das Thema Inklusion – offen für alle Beiträge zu primar- und sonderpädagogischen Themen und Fragestellungen gestaltet war.

Wir danken allen Teilnehmern/-innen für die aufschlussreichen Einblicke in die Forschungsarbeit und die daraus resultierenden anregenden Diskussionen!

Ihr Organisationsteam aus Hannover und Braunschweig,

Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover, stellvertretend

Rolf Werning, Jessica Löser, Michael Lichtblau & Ann-Kathrin Arndt

und

Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung ,Schulpädagogik  u. Allgemeine Didaktik‘ der Technischen Universität Braunschweig,

Katja Koch, Ann-Kathrin Jüttner, Michaela Krüger & Daniel Blömer

 

Unterstützt durch:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Dirk Rossmann GmbH

Max-Traeger-Stiftung der GEW

Heimbs Kaffee GmbH & Co. KG

Westermann Druck- und Verlagsgruppe

Friedrich Verlag

Waxmann Verlag

nifbe - Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung


Kontakt - Tagungsbüro

Technische Universität Braunschweig

Institut für Erziehungswissenschaft
Abteilung Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik
Inklusionstagung 2013 - Tagungsbüro

Bienroder Weg 97
38102 Braunschweig

 E-Mail:  inklusivebildung2013@tu-braunschweig.de

Telefon: +49 (0) 531-391 8832

Tagungsprogramm

Ausführliches tabellarisches Tagungsprogramm zum Download (636 Kb) 
Stand: 27.09.2013

Sonntag, 29.09.2013

Nachwuchsworkshops

Montag, 30.09.2013

12.00 - 13.00 Uhr Begrüßung
13.00 - 14.00 Uhr Hauptvortrag I: Prof. Dr. Martin Heinrich (Leibniz Universität Hannover):
Kann man Inklusion steuern? Perspektiven aus governancetheoretischer Sicht.
14.00 - 15.00 Uhr

Hauptvortrag II: Prof. Dr. Angelika Speck-Hamdan (Ludwig-Maximilians-Universität München):
Was will die Grundschulpädagogik überhaupt mit der Inklusion? 

15.30 - 18.00 Uhr Symposien und Arbeitsgruppen
Ab 19:30 Uhr Empfang durch die Stadt Braunschweig

Dienstag, 01.10.2013

09.00 - 11.30 Uhr Symposien und Arbeitsgruppen
12.00 - 13.00 Uhr Hauptvortrag III: Prof. Dr. Petra Engelbrecht  (Canterbury Christ Church University):
Teacher education for inclusion: challenges and opportunities 
13.00 - 14.00 Uhr Mittagspause
13.30 - 14.30 Uhr Postersession
14.30 - 17.00 Uhr Arbeitsgruppen
17.30 - 19.30 Uhr Sektions- und Kommissionssitzungen
18.30 - 20.00 Stadtführungen
Ab 20.00 Uhr Gesellschaftsabend

Mittwoch, 02.10.2013

09.00 - 10.00 Uhr Hauptvortrag IV: Dr. Edith Brugger-Paggi (Freie Universität Bozen):
Etappen auf dem Weg hin zu einer inklusiven Schule - Stolpersteine und
Gelingensbedingungen aufgezeigt am Bespiel Südtirol
 
10.00 - 11.00 Uhr

Verleihung des Aloys-Fischer-Grundschulforschungspreises
und des Wissenschaftspreises der Sektion Sonderpädagogik

11.30 - 14.00 Uhr Symposien und Arbeitsgruppen
Ab 14.00 Uhr Farewell


Methoden-Wokshops

Workshop 1 (W1A & W1B): Interviews mit Kindern. Besonderheiten, Vorgehensweisen, Interpretationsansätze

Prof. Dr. Thomas Trautmann, Universität Hamburg.

Der Workshop wird zunächst an einer Reihe von Beispielen die Vielfältigkeit und Tiefe unterschiedlicher kindlicher Aussageformate beleuchten. Unter der Prämisse der neuen Kindheitsforschung, Kinder als Subjekte ihres Seins zu erfassen wird die Dialektik zwischen kindlichem Denken und kindlicher Kommunikation im Kontext von Interviewsituationen diskutiert.
In einer knappen Einführung werden Kenntnisse über definitorische Grundlagen, Interviewformen und die Möglichkeiten und Grenzen der Methode auf einen gemeinsamen Stand gebracht. Mittels Übungen und im Bezug auf Fallbeispiele können die Teilnehmenden danach ihre eigenen Stärken und Reserven in der Interviewführung überprüfen. Sie sollten daher bereit sein, produktiv interagierend den Workshop mitzutragen. Wenn Sie selbst Interviews mit Heranwachsenden planen, sind Sie eingeladen, Fragen und Probleme mitzubringen und sie vorzustellen. Beim „Lernen am Fall“ (Bohnsack) werden wir analysieren, welche Potenzen (und u.U. welche „Bärenfallen“) antizipierbar sind.

Workshop 2 (W2A & W2B): Möglichkeiten videographischer Exploration des Geschehens in pädagogischen Kontexten

Dr. Matthias Herrle, Goethe-Universität Frankfurt.

Um etwas über Eigenheiten des Geschehens in pädagogischen Settings zu erfahren, können – je nach Forschungsinteresse – unterschiedliche Daten erhoben und mit Hilfe verschiedener Methoden analysiert werden. Die Erzeugung von Videodaten ist insofern hilfreich, als nachvollzogen werden kann, wie beteiligte Akteure durch die Nutzung einer Vielfalt an Äußerungsmodalitäten jene Strukturmuster generieren, deren Auftreten die spezifische Gestalt von Kursen, Unterrichtseinheiten, Krabbelgruppen, Beratungsgesprächen u.v.m. konstituieren. Wie allerdings angesichts der enormen Vielfalt an videographisch zugänglichen Phänomenen die (selektive) Aufmerksamkeit des Forschers fokussiert werden kann, ist eine Frage, deren Beantwortung mit dem jeweiligen Forschungsinteresse und der Wahl adäquater methodischer Werkzeuge zusammenhängt. Vor dem Hintergrund der Skizzierung eines Spektrums (qualitativer) videographischer Zugänge werden im Workshop Verfahren illustriert, die es ermöglichen, Interaktionsordnungen in pädagogischen Kontexten zu rekonstruieren und dabei – je nach Forschungsinteresse – spezifiziert und kombiniert werden können.

Workshop 3 (W3A & W3B): Einsatz von Qualitative Data Analysis Softwares. Theoretische Grundlagen und praktische Demonstration

Michaela Vogt, Universität Würzburg.

Der Workshop weist zwei thematische Schwerpunkte auf: Einerseits werden Möglichkeiten eines strukturierten Vorgehens bei der Konzeptionierung der Grundlagen eines qualitativen Forschungsprojektes dargestellt, andererseits darauf aufbauend – im Sinne ausgewählter Schwerpunkte – insbesondere der Einsatz inhaltsanalytischer Verfahren behandelt und der in Verbindung damit stehende, angemessene Umgang mit QDA-Softwares (bspw. MAXQDA, Atlas.ti, NVivo).
Wichtig bei der Konzeptionierung eines qualitativen Forschungsprojektes sind Schritte der theoretischen Fundierung der eigenen Forschung, der Datenerhebung, der Datenauswertung und der Dateninterpretation inklusive der Erhebung der Gütekriterien. Eine besonders häufig zum Einsatz kommende Form der Datenauswertung stellen inhaltsanalytische Verfahren dar, die jedoch weit über die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2011) hinausgehen können. Auch die Entscheidungsschritte hin zu einem möglichen Einsatz einer QDA-Software spielen im Bereich der Datenauswertung eine wichtige Rolle. Sobald eine derartige Entscheidung getroffen wurde, ist eine intensive Einarbeitung in die ausgewählte QDA-Software und ihre grundlegenden Funktionsweisen vonnöten. Als Einstiegshilfe hierfür werden konkrete Einsatzmöglichkeiten und Funktionen der Software Atlas.ti (die in ihren Grundideen MAXQDA ähnelt) exemplarisch demonstriert.

Workshop 4 (W4A & W4B): Fragebogenkonstruktion

Testkonstruktion verbinden viele Wissenschaftler mit der Anwendung ausgefeilter statistischer Methoden. So werden Reliabilitäts- und Faktorenanalysen sowie klassifizierende probabilistische Testmodelle verwendet, um einen Test zu optimieren. Dabei gerät allzu oft in Vergessenheit, dass die Testkonstruktion mit einem Modell, einer Theorie oder einem diagnostischen Ziel beginnt. Die Umsetzung einer Theorie, eines Modells oder der diagnostischen Zielsetzung in konkrete Items erfordert dabei, dass der Wissenschaftler zu Beginn eine Entscheidung über ein angemessenes Testmodell trifft. Dabei werden formative und reflektive Testmodelle unterschieden. Häufig werden Tests nach einem reflektiven Testmodell konstruiert, in diesem Rahmen dann Reliabilitätsschätzungen und Strukturanalysen vorgenommen, obwohl dies für den Testzweck völlig unangemessen ist. Ist das Testmodell einmal gewählt, werden vorwiegend qualitative Methoden eingesetzt, um die Inhaltsvalidität des Tests sowie die Verständlichkeit der Items in der Zielgruppe zu sichern. Analysen am Ende der Testkonstruktion können dabei die Mängel einer anfänglich unangemessenen Testkonstruktion nicht überdecken. Der Workshop stellt reflektive und formative Testkonzepte dar, skizziert den Konstruktionsprozess und gibt einführenden einen Überblick über relevante testtheoretische Konzepte. 

Workshop 5 (W5A & W5B): Was kommt nach dem Doktorhut? Perspektiven und Möglichkeiten nach der Promotion

Dr. Birte Egloff, Goethe-Universität Frankfurt.

Sie haben Ihre Promotion erfolgreich beendet oder sind gerade dabei, diese zu beenden? Dann fragen Sie sich sicherlich, wie es in der Wissenschaft weitergehen könnte, ob die Wissenschaft überhaupt ein attraktives Berufs- und Arbeitsfeld ist und welche Angebote und Perspektiven es bereit hält.
Der Workshop informiert zum einen grundsätzlich über Möglichkeiten, die sich nach der Promotion eröffnen,  thematisiert Bedingungen und erörtert die damit verbundenen Chancen und Risiken. Zum anderen gibt er Impulse und Ideen, die Sie bei der Herausbildung Ihres individuellen Profils und bei konkret anstehenden oder zukünftigen Entscheidungen unterstützen helfen sollen. Der Workshop versteht sich nicht als „Karriereberatung“, sondern will Ihnen ein Bewusstsein dafür vermitteln, was alles möglich ist und was Sie selbst tun können, um Ihrem Ziel näher zu kommen.   

Workshop 6 (W6A & W6B): Fotografie als Quelle - methodische Einführung in die bildanalytische Forschung

Prof. Dr. Ulrike Pilarczyk, TU Braunschweig.

Obwohl die öffentliche und private Bildproduktion permanent wächst und unterdessen fast alle Menschen fotografieren, haben Fotografien im Rahmen erziehungswissenschaftlicher Forschungen noch keinen festen Platz. Dabei bergen sie eine Fülle pädagogisch relevanter Informationen, die über Texte anders oder gar nicht vermittelt werden.
Das Potential visueller Quellen zu erkennen und erste Schritte zur methodischen Erschließung zu üben ist daher Ziel des Workshops, der zugleich eine kursorische Einführung in die bildanalytische Forschung bietet.
Im ersten Teil werden fototheoretische und methodologische  Grundlagen qualitativer Forschung mit visuellen Quellen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die spezifischen Quellendimensionen des Fotografischen und die Frage nach erziehungswissenschaftlichen Forschungsfeldern, über die fotografisch vermittelte Daten erschlossen werden können. Im zweiten Teil werden die Teilnehmerinnen anhand  von Fotografien zum Tagungsthema exemplarisch forschungspraktische Fragen wie Erfassung, Klassifizierung und Qualifizierung fotografischer Bestände, Standards der Erhebung und Auswertung von fotografischem Material erkunden und  Möglichkeiten und Grenzen der Interpretation und der Validierung von Ergebnissen im Kontext erziehungswissenschaftlicher Forschung diskutieren.


  aktualisiert am 15.08.2016
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