TU BRAUNSCHWEIG

Die Behandlung der körperdysmorphen Störung (KDS) erfolgt in unserer Spezialambulanz.

Was ist eine körperdysmorphe Störung (Dysmorphophobie)?

Viele Menschen sind mit ihrem Aussehen unzufrieden oder leiden sogar darunter, dass sie nicht dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen scheinen. Bei ein bis zwei von 100 Personen ist die Besorgnis, hässlich oder sogar entstellt zu sein, jedoch so groß, dass die Betroffenen an nichts anderes mehr denken können. Manche ziehen sich von der Außenwelt zurück. Andere versuchen, ihr Aussehen zu beeinflussen (z.B. durch kosmetische Operationen), ohne dass der erwünschte Erfolg, sich nicht (mehr) entstellt zu fühlen, erzielt wurde. Viele Betroffene lassen sich deshalb mehrfach operieren, in der Hoffnung irgendwann doch einmal so auszusehen, dass sie selbst damit zufrieden sind. Meist wird dieses Ziel jedoch nicht erreicht, was viele Betroffene sehr verzweifelt, manchmal so stark, dass sie in Depressionen verfallen. Manche sehen sich auch nicht mehr in der Lage, ihren Beruf auszuüben. Vor anderen Menschen wird die Sorge, entstellt zu sein, aus Scham meistens verheimlicht. Andere Personen haben auch oft Schwierigkeiten, den Makel zu erkennen, was der Erkrankung im Volksmund auch den Namen der „Eingebildete Hässlichkeit“ verliehen hat.

Was für kognitiv-verhaltenstherapeutische Möglichkeiten gibt es?

Weil bei der Dysmorphophobie der tatsächliche Makel nicht dem empfundenen Makel entspricht, bietet eine kosmetisch-medizinische Behandlung keine ausreichende Hilfe. In der psychotherapeutischen Behandlung geht es als erstes darum, die Angst der Person, hässlich zu sein, ernst zu nehmen und zu verstehen. Dazu werden individuelle Ursachen und aufrechterhaltende Bedingungen erarbeitet. Im geschützten Raum der Therapie werden dazu Verhaltensexperimente zur Überprüfung von negativen Erwartungen (z.B. die Erwartung, von anderen Menschen wegen der Hässlichkeit abgelehnt zu werden) und Übungen zum Umgang mit dem eigenen Aussehen (z.B. mit Hilfe von Videoaufzeichnungen oder Spiegeln) durchgeführt. Im weiteren Behandlungsverlauf wird es wichtig sein, die im Alltag normalerweise auftretenden Versuche, das eigene Aussehen zu kontrollieren, zu unterlassen und die Reaktionen anderer Menschen zu beobachten. Dadurch kann die individuelle Bedeutung des Aussehens und die Bewertung der eigenen Person durch andere herausgefunden und gegebenenfalls verändert werden. Im Einzelfall können weitere Elemente wie das Problemlöse- und Kommunikationstraining (mit Angehörigen) bzw. das Kompetenztraining indiziert sein.

Wie lange dauert eine Therapie?

In der Regel erstreckt sich die Behandlung über 45 Sitzungen. Wenn der Betroffene jedoch außerdem an einer (häufiger vorkommenden) Depression leidet, wird vor Beginn der „eigentlichen“ Therapie die Depression behandelt. Dann ist mit einer Behandlungsdauer von ca. 60 Terminen zu rechnen. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann bei guter Therapiemotivation in ca. 3/4 aller Fälle zu einer Linderung der Symptome verhelfen.


  aktualisiert am 23.03.2015
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