TU BRAUNSCHWEIG

Was ist eine Agoraphobie?

Bei einer Agoraphobie treten die Angstanfälle nur in bestimmten Situationen auf (also nicht plötzlich, sondern geradezu erwartet). Diese Menschen wissen ganz genau, dass, wenn sie sich in eine bestimmte Situation begeben, sie einen solchen Anfall erleben werden. Diese Situationen haben alle eine Gemeinsamkeit: Man kann ihnen nur schwer entfliehen oder Hilfe ist nicht schnell (genug) verfügbar. Typische Situationen sind z.B. offene Plätze, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, sich in Menschenmengen aufhalten oderalleine das Haus verlassen. Auch hier entwickeln die Betroffenen eine Angst vor der Angst, die dazu führt, dass die Angst auslösenden Situationen nicht mehr (allein) aufgesucht werden. Die Agoraphobie tritt überwiegend gemeinsam mit der Panikstörung auf. Fünf bis sechs von 100 Menschen erkranken an einer Agoraphobie, wobei Frauen dreimal so häufig betroffen sind wie Männer.

Was für kognitiv-verhaltenstherapeutische Möglichkeiten gibt es?

In der Therapie geht es als Erstes darum, Verständnis für die Rolle der Vermeidung von Angst auslösenden Situationen zu gewinnen: Wie wirkt sich ein solches Verhalten auf Ihre Angst aus? Durch zusätzliche Informationen zur Angst und die systematische Beobachtung der Angstverläufe wird gemeinsam ein Störungsmodell erarbeitet. Erst mit diesem Grundverständnis als Basis können dann zusammen mit dem behandelnden Therapeuten typische Situationen aufgesucht werden, die vormals vermieden wurden („Exposition in vivo“). In diesen Konfrontationsübungen wird ein anderer Umgang mit der Angst erprobt. Bei ausreichend häufiger Wiederholung kann so eine neue Art der Angstbewältigung erlernt werden.

Wie lange dauert eine Therapie?

In der Regel reichen für die Behandlung der Agoraphobie ca. 25 Sitzungen aus. Zusätzliche psychische Störungen oder eine starke Generalisierung der Angst auf eine Vielzahl von Situationen kann die Behandlung ausdehnen. Eine Intensivtherapie ist nach einer Prüfung der Voraussetzungen möglich. Über 80% der Betroffenen können nach der Therapie ein deutlich freieres Leben führen. Viele Situationen können im Anschluss an eine Therapie beschwerdefreier aufgesucht werden und die meisten Patienten berichten von einer zurückgewonnenen Mobilität.


  aktualisiert am 17.05.2008
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