TU BRAUNSCHWEIG

Die Behandlungen orientieren sich an der modernen Verhaltenstherapie, die gemäß Psychotherapeutengesetz als eines der Richtlinienverfahren zugelassen ist und die eine Vielzahl von Wirksamkeitsbelegen aufweist. In der Regel finden die Behandlungen in Einzelkontakten statt, möglich sind jedoch auch gruppentherapeutische Angebote zu speziellen Problembereichen und die Einbeziehung der Familie oder der Partner in die Therapie. Regelmäßige Treffen zu kontinuierlichen Terminen - meist einmal wöchentlich - werden nach Absprache vereinbart. In manchen Fällen sind intensivere Therapiephasen mit mehreren Terminen in einer Woche notwendig (z.B. bei Expositionsverfahren bei Angststörungen).

Ein Änderungsprozess braucht einen „Bergführer“, der auf dem mühevollen Weg die richtige Unterstützung geben kann. Eingeschliffene und vertraute Routinen und Einstellungen müssen allmählich durch Verhaltensweisen ersetzt werden, die anfangs ungewohnt und möglicherweise noch nicht zur erwünschten „Bergspitze“ führen. Änderungsprozesse auf diesen Ebenen greifen auch auf die körperlichen Reaktionen und Gefühle über, die wiederum zurückwirken.

Wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Änderungsprozess ist die aktive Mitarbeit der Patienten/Innen. Außerhalb der Behandlung sollten Sie bereit sein, in Form therapeutischer Aufgaben oder Übungen, Verhaltensweisen zu beobachten und zu erproben. Zudem kann eine Vor- bzw. Nachbereitungszeit der Therapiesitzungen den Änderungsprozess intensivieren. Im Laufe der Psychotherapie sollten Patienten/Innnen mehr und mehr zur/zum "Experten/In" für ihre eigenen Anliegen werden.

Wie wirksam ist unsere Behandlung?

Zur Zeit liegen für ca. 400 Patienten/Innen Angaben von Beginn und Abschluss der Therapie vor. Die allgemeine Symptombelastung (SCL-90-R) und die Depressivität (BDI) konnten erheblich reduziert werden (vgl. Tabelle 1).

Tabelle 1: Wirksamkeit der Behandlungen im Jahr 2014

 

vor der Therapie

nach der Therapie

ES

MW

SD

MW

SD

 

SCL-90-R (GSI)

1,02

0,57

0,56

0,52

0,83

BDI

18,72

9,27

10,09

8,80

0,94

Legende: MW = Mittelwert; SD = Standardabweichung; ES = Effektstärke, BDI = Depressivität, SCL-90-R (GSI)  = Allgemeine Symptombelastung

An den Effektstärken (ES) lässt sich ablesen, dass die Behandlungen insgesamt eine hohe Wirksamkeit aufweisen. Effektstärken sagen aus, wie gut Personen von einer Behandlung profitieren. Effektstärken größer als 0,8 weisen auf eine gute Wirksamkeit hin. Zum Vergleich: Der Effekt einer Bypass-Operation hinsichtlich der Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff bei Angina pectoris wird mit einer Effektstärke von 0,8 angegeben. Patienten/Innen beurteilen die Behandlung durchschnittlich als erfolgreich.


  aktualisiert am 13.10.2015
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