TU BRAUNSCHWEIG

Olfaktorisches Referenzsyndrom (ORS). Wenn Scham und Sorgen aufgrund des eigenen Körpergeruches den Alltag belasten

Ab und zu hat jeder Mensch das Gefühl, unangenehm zu riechen und deshalb von Anderen abgelehnt zu werden. Bei manchen Personen ist die Besorgnis, einen unangenehmen Körper- oder Mundgeruch zu verströmen, jedoch so groß, dass die Betroffenen an nichts anderes mehr denken können. Viele versuchen dann, den Geruch zu korrigieren, zum Beispiel, indem sie sich extrem häufig die Zähne putzen. Wenn die Besorgnis über den eigenen Geruch derart stark ausgeprägt ist, spricht man von einem Olfaktorischen Referenzsyndrom.

Bei Personen mit ORS kreisen die Gedanken immer wieder um die Sorge, unangenehm zu riechen. Diese Sorge führt dazu, dass sich Betroffene für ihren Geruch schämen und sich vermehrt von der Außenwelt zurück ziehen. Sie verwenden viel Zeit und Energie darauf, den Geruch zu beseitigen (z.B. durch vermehrtes Duschen) oder zu überdecken (z.B. durch Auftragen von Parfum).

Viele neigen auch dazu, ihren Eigengeruch häufig zu kontrollieren oder sich bei Angehörigen zu versichern, dass sie gar nicht unangenehm riechen.

Diese Beruhigungsstrategien wirken jedoch nur kurzfristig; die Besorgnis kehrt schon nach kurzer Zeit wieder zurück. Es wird für Betroffene immer schwieriger, ihr Leben zu bewältigen, so dass es oft nach und nach zusätzlich zu einer Depression kommen kann, was die Problematik noch zusätzlich erhöht.

Diagnostik des ORS in unserer Ambulanz

Zur Diagnostik gehören Gespräche, in denen sich der Diagnostiker einen Überblick über die aktuellen Befürchtungen, die Entwicklung des ORS und weitere mögliche Beschwerden verschafft. Außerdem werden Fragebögen und strukturierte klinisch-diagnostische Interviews eingesetzt, um die Diagnose stellen und sie von anderen Störungen abgrenzen zu können. Weiter wird auch nach Faktoren gesucht, die dazu führen könnten, dass das ORS trotz der hohen Investition des Betroffenen in Beseitigung des Eigengeruchs aufrechterhalten wird.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen die Grundlagen von Entstehung und Aufrechterhaltung des Olfaktorischen Referenzsyndroms besser zu verstehen lernen. Weiter wollen wir Behandlungsangebote schaffen bzw. weiter ausbauen und ihre Wirksamkeit erforschen. Dafür haben wir eine Reihe von Fragebögen, die wir Sie bitten, auszufüllen, und wir werden Interviews mit Ihnen durchführen.

Was bringt Ihnen die Teilnahme?

  • Diagnostik: Wir führen mit Ihnen eine ausführliche psychologische Diagnostik durch und klären Sie umfassend über Ihre Symptomatik auf.
  • Beratung: Wir beraten und unterstützen Sie bei der Suche nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten.
  • Behandlung: Sie erhalten von uns zeitnah eine Form der kognitiven Verhaltenstherapie, die wir derzeit erforschen, wenn hierfür eine Indikation besteht. Wenn Sie nicht an Forschung teilnehmen möchten wenden Sie sich bitte an eine(n) niedergelassene(n) Kollegen(in) oder eine andere Einrichtung, da wir an der Regelversorgung nicht teilnehmen.

Unseren Flyer können Sie sich hier herunterladen.

Wie ist der Ablauf?

Sie rufen uns einfach an oder schreiben uns eine Email – wir werden Sie dann kontaktieren und Weiteres besprechen.

Telefonische Erreichbarkeit:
Für Personen, die bereits in Kontakt zu uns stehen: 0531/ 391-2865
Mo., Mi., Fr. 09:00 - 11:00 Uhr
Di. 15:00 - 17:00 Uhr
Für Personen, die zum erstenmal Kontakt zu uns suchen:        0531/ 391-38999
Di. 10:00 - 12:00 Uhr
Do. 15:00 - 17:00 Uhr

 

Fax:

 

0531/ 391-8195

kds-ambulanz@tu-braunschweig.de
www.psychotherapieambulanz-braunschweig.de/kds



  aktualisiert am 19.08.2013
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