TU BRAUNSCHWEIG

Körperintegritäts-Identitätsstörung (Body Integrity Identity Disorder; BIID). Wenn bestimmte Körperteile oder Körperfunktionen nicht zum Selbst passen

Die meisten Menschen haben ein kohärentes Gefühl dafür, wie und wer sie sind. Dazu gehört auch, den Körper als Ganzes als Teil der Identität wahrzunehmen.

Es gibt jedoch Menschen, die dauerhaft das Gefühl haben, dass bestimmte Körperglieder (z.B. ein Unterschenkel) oder Körperfunktionen (z.B. der Sehsinn) nicht Teil ihrer Identität, sondern „fremd“  sind. Betroffene leiden evtl. an einer Körperintegritäts-Identitätsstörung (engl. Body Integrity Identity Disorder; kurz: BIID).

Bei Personen mit BIID kreisen die Gedanken immer wieder um die Wahrnehmung, dass ihre Identität durch das als fremd empfundene Körperglied gestört ist. Viele berichten, dass sie über ein Leben mit einer gewünschten Behinderung (z.B. einem fehlenden Unterschenkel) fantasieren und häufig die Folgen dieser Behinderung nachahmen (z.B. sich mit Unterarmgehstützen fortbewegen).

Im Extremfall kann das dazu führen, dass Menschen mit BIID sich in ihrer Identität so beeinträchtigt fühlen, dass sie eine Amputation in Betracht ziehen oder sich sogar selbst verstümmeln. Die Mehrzahl der Betroffenen berichtet, dass sie keinen Wunsch nach Versorgung, Mitleid etc. haben, sondern den Wunsch nach Bewältigung des Lebens trotz oder gerade wegen Behinderung verspüren.

Da diesen Personen überwiegend bewusst ist, dass dieser Amputationswunsch nach Außen sehr skurril wirkt, schämen sie sich oft dafür und verheimlichen ihn in der Regel.

Diagnostik von BIID in unserer Ambulanz

Zur Diagnostik gehören Gespräche, in denen sich der Diagnostiker einen Überblick über die aktuellen Befürchtungen, die Entwicklung der BIID und weitere mögliche Beschwerden verschafft. Außerdem werden Fragebögen und klinisch-diagnostische Interviews eingesetzt, um die Diagnose stellen und sie von anderen Störungen abgrenzen zu können.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen die Entstehung und Aufrechterhaltung von BIID zu verstehen lernen. Weiter wollen wir bestehende Behandlungsangebote weiter ausbauen und auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen. Dafür haben wir eine Reihe von Fragebögen, die wir Sie bitten, auszufüllen, und wir werden Interviews mit Ihnen durchführen.

Was bringt Ihnen die Teilnahme?

  • Diagnostik: Wir führen mit Ihnen eine ausführliche psychologische Diagnostik durch und klären Sie umfassend über Ihre Symptomatik auf.
  • Beratung: Wir beraten und unterstützen Sie bei der Suche nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten (jedoch nicht bei der Suche nach Möglichkeiten zur Amputation o.ä.).
  • Behandlung: Sie erhalten von uns zeitnah eine Form der kognitiven Verhaltenstherapie, die wir derzeit erforschen, wenn hierfür eine Indikation besteht. Wenn Sie nicht an Forschung teilnehmen möchten wenden Sie sich bitte an eine(n) niedergelassene(n) Kollegen(in) oder eine andere Einrichtung, da wir an der Regelversorgung nicht teilnehmen.

Unseren Flyer können Sie sich hier herunterladen.

Wie ist der Ablauf?

Sie rufen uns einfach an oder schreiben uns eine Email – wir werden Sie dann kontaktieren und Weiteres besprechen.

Telefonische Erreichbarkeit:
Für Personen, die bereits in Kontakt zu uns stehen: 0531/ 391-2865
Mo., Mi., Fr. 09:00 - 11:00 Uhr
Di. 15:00 - 17:00 Uhr
Für Personen, die zum erstenmal Kontakt zu uns suchen:        0531/ 391-38999
Di. 10:00 - 12:00 Uhr
Do. 15:00 - 17:00 Uhr

 

Fax:

 

0531/ 391-8195

kds-ambulanz@tu-braunschweig.de
www.psychotherapieambulanz-braunschweig.de/kds

  last changed 19.08.2013
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