TU BRAUNSCHWEIG

Psychologie am Abend

 

Psychologie am Abend ist eine gemeinsame Vortragsreihe der Abteilungen Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik und Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Forensische Psychologie.

Wenn Sie in den Mail-Verteiler für die Vortragsreihe aufgenommen werden möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an Carolin Ritter (c.ritter@tu-bs.de).


Psychologie am Abend – Auf gute Nachbarschaft 

Sommersemester 2018


17.07.2018, 18.30 – 20.00 Uhr (Raum PK 4.3)

Sind wir in der Depression alle gleich? – Ein Forschungsüberblick zu genderspezifischen Aspekten 

Prof. Dr. med. Marc Ziegenbein, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Klinikums Wahrendorff GmbH 

Im aktuellen wissenschaftlichen – und klinischen Diskurs wird deutlich, dass sich seelische Erkrankungen bei Männer und Frauen häufig in sehr unterschiedlichen Symptomen äußern. Depressivität und emotionale Belastung werden von Frauen und Männern auf verschiedene Weise wahrgenommen, geäußert und verarbeitet. So zeigen Männer z.B. vermehrt atypische Symptome im Sinne von Gereiztheit, Aggressivität sowie Risiko und Suchtverhalten. Frauen werden eher die typischen Symptome einer Depression wie z.B. tiefe Traurigkeit, Schuldgefühle und  verminderter Selbstwert zugeschrieben. Ein wissenschaftlicher Nachweis für ein geschlechterspezifisches Depressionsrisiko konnte jedoch bisher nicht erbracht werden. Der Vortrag gibt einen vertiefenden Einblick in die Thematik auf Basis der aktuellen Forschungsergebnisse und legt einen wesentlichen Fokus auf die Frage, ob es genderspezifische Depressionstypen oder gar eine Männer-Depression gibt. 

 

29.05.2018, 18.30 – 20.00 Uhr (Raum SN 23.1)

Die Paracelsus Roswitha-Klinik – zwei Kliniken in einer

Dr. med. Martin Lison, Chefarzt der Paracelsus Roswitha-Klinik

Die Paracelsus-Roswitha-Klinik in Bad Gandersheim ist seit dem 01.11.1990 als Vertragsklinik der Deutschen Rentenversicherungen tätig. Bereits seit 2005 nimmt die Paracelsus-Roswitha-Klinik über Verträge zur Integrierten Versorgung auch an der Akutversorgung von Menschen in der Region Südniedersachsen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen teil. Somit ist die Paracelsus Roswitha-Klinik zwei Kliniken in einer – nämlich Reha- und Akutklinik.

Von Beginn an ist das gesamte therapeutische Konzept verhaltenstherapeutisch ausgerichtet, wobei auch modernere Aspekte der psychotherapeutischen Behandlungen, wie Schematherapie, Traumatherapie und auch psychodynamische Ansätze integriert werden. Neben der klassischen stationären psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten aus dem gesamten Spektrum der Psychiatrie und Psychosomatik ist ein besonderer Schwerpunkt in der Patientenversorgung, aber auch in der Ausbildung von Ärzten und Psychologen im Bereich der Sozialmedizin. Hier verfügt die Klinik über eine langjährige Kompetenz, die auch bei Patienten, die im Rahmen der Integrierten Versorgung behandelt werden, sinnvoll angewendet wird. 

Aus unserer Erfahrung ist sehr häufig der gesamte Bereich Arbeitswelt und psychische Gesundheit bzw. Krankheit weiterhin ein »Tabu« in psychotherapeutischen Behandlungen, welches die Paracelsus-Roswitha-Klinik explizit auch durch ihren sozialmedizinischen Ansatz bedient. Vorgestellt wird neben dem medizinisch-therapeutischen Konzept auch das Spannungsfeld zwischen akutpsychiatrischer und psychotherapeutischer Versorgung im ländlichen Raum und die dabei wichtige Vernetzung mit lokalen Gesundheitsdienstleistungsanbietern. 


15.05.2018, 18.30 – 20.00 Uhr (Raum PK 4.3) 

Psychiatrie im Wandel: Rolle und Stellenwert von Psychotherapie und Psychologischen Psychotherapeuten in einer modernen Versorgungslandschaft 

Dipl.-Psych. Kristof Hückstädt, Leitender Psychologe des AWO Psychiatriezentrums und Psychologischer Psychotherapeut

Das AWO Psychiatriezentrum verfügt als größtes Fachkrankenhaus in Niedersachsen über mehr als 600 Betten in den Bereichen Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie, Abhängigkeitserkrankungen, Gerontopsychiatrie, psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Forensische Psychiatrie. Angegliedert sind darüber hinaus Institutsambulanzen und Tageskliniken in Braunschweig, Wolfenbüttel, Wolfsburg, Peine, Gifhorn und Helmstedt. Im Vortrag soll die Entwicklung von der Heil- und Pflegeanstalt über das Landeskrankenhaus bis hin zum jetzigen Psychiatriezentrum skizziert werden, um darauf aufbauend im Schwerpunkt die Entwicklungen der letzten Jahre darzustellen, insbesondere umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen in Richtung einer störungsspezifischen Ausrichtung der Stationen der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie. Exemplarisch vorgestellt werden sollen die kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapiekonzepte der Spezialstationen für Persönlichkeitsstörungen, für Schizophrenie- und Spektrumsstörungen, für uni- und bipolare affektive Störungen sowie der geschützten Station zur Krisenintervention bei akuter Suizidalität. Darüber hinaus sollen Rolle und Stellenwert der Berufsgruppe der Psychologen und Psychologischen Psychotherapeuten innerhalb des psychiatrischen Versorgungssystems dargestellt werden, welches gegenwärtig durch Faktoren wie ein neues Entgeltsystem, ein verändertes Inanspruchnahmeverhalten und ein Plateau bei der Entwicklung biologischer Therapieformen tiefgreifenden Veränderungsprozessen unterworfen ist.


03.07.2018, 18.30 – 20.00 Uhr (Raum PK 4.3)

Behandlungsangebote der Klinik Dr. Fontheim (Liebenburg) im Überblick und Darstellung des Konzepts der Abteilung für Doppeldiagnosen

Dr.med. Carsten Moschner,  Oberarzt Klinik Dr. Fontheim 

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Liebenburg, 31 km südlich von Braunschweig, ging aus einem 1882 gegründeten Psychiatrischen Pflegeheim hervor und ist in 6. Generation im Besitz der Gründerfamilie. Sie hat sich zu einem Fachkrankenhaus mit 280 stationären Behandlungsplätzen, 65 tagesklinischen Plätzen an 4 Standorten sowie einer Psychiatrischen Institutsambulanz und einem Medizinischen Versorgungszentrum für die Versorgung von etwa 12.000 ambulanten Fällen pro Jahr entwickelt. Die in den letzten Jahren entwickelten störungsspezifischen psychotherapeutischen Angebote der Klinik für Patienten mit Depressionen und Angststörungen, für Patienten mit Borderline-Störung nach dem DBT-Konzept und für Frauen mit PTBS sollen in diesem Vortrag vorgestellt werden. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt auf der Abteilung für Doppeldiagnosen, die eine verhaltenstherapeutisch orientierte integrative Behandlung für Patienten mit Suchterkrankungen und komorbiden, vorrangig affektiven, Störungen anbietet. 


Wintersemester 2017/2018

23.01.2018, 18.30 - 20.00 Uhr (Raum PK4.3)

Strukturelle Zugänge und interkulturelle Kommunikation bei der psychiatrisch-psychologischen Versorgung von Migranten.

Prof. Dr. Wielant Machleidt 

Die Migrations- und Flüchtlingsbewegungen stellen das Gesundheitswesen und insbesondere die psychiatrisch-psychologischen Fächer und Institutionen vor neue konkrete Aufgaben. Vorrangig besteht die Notwendigkeit  einer interkulturellen Befähigung aller Bereiche der Primär- („Gatekeeper“) und Sekundärversorgung (Spezialisten). Die Öffnung der Regelversorgung erfordert eine aktive strukturelle und kommunikative Gestaltung der Zugänge nach den Prinzipien der Niederschwelligkeit, Kultursensibilität und Kulturkompetenz. Symptomausprägungen und Krankheitsverständnis unterliegen sowohl kultur- als auch migrationsspezifischen Einflüssen und machen eine Diagnostik und Behandlungstechnik notwendig, die darauf explizit Bezug nimmt. Im Übrigen gilt der Qualitätsanspruch, Menschen aus anderen kulturellen Kontexten mit denselben hohen fachlichen Standards zu behandeln wie die einheimischen Mitbürger.

 

05.12.2017, 18.30 - 20.00 Uhr (Raum PK4.3)

Gerontopsychologie und Psychotherapie Älterer

Prof. Dr. Andreas Maercker

Die psychischen ‚Volkskrankheiten’ im Alter sind depressive Syndrome, Demenzen und – in bestimmten Bevölkerungsteilen – Belastungs- und Traumafolgestörungen. Zu allen diesen Erkrankungen gab es viel Wissenszuwachs in den letzten Jahren. Mein Vortrag wird eigene Forschungsprojekte an der Universität Zürich beispielhaft darstellen: zur psychischen Faktoren der Alzheimer-Entstehung und ihres Verlaufs und zu Spätwirkungen von in der Kindheit erlittenem Missbrauchserfahrungen. Die spezifisch für ältere Menschen entwickelte Psychotherapieform des Strukturierten Lebensrücksblicks wird am Beispiel von Frühdemenz-, depressiven und Traumapatienten dargestellt. 

 

14.11.2017, 18.30 - 20.00 Uhr (Raum PK4.3)

Pädophiles sexuelles Interesse: Diagnostik, Prävalenz und Ätiologie

Prof. Dr. Rainer Banse

Deviantes sexuelles Interesse ist einer der besten Rückfallprädiktoren bei verurteilten Kindesmissbrauchern. Trotz der Wichtigkeit dieses Konstruktes im forensichen Kontext ist die Diagnose devianter sexueller Interessen problematisch, da direkte Messverfahren leicht verfälscht werden können. Es gibt daher in diesem Bereich eine lange Forschungstradition zur Entwicklung indirekter Messverfahren. Im Vortrag wird ein multimethodales Messinstrument mit direkten und indirekten Verfahren zur Diagnose pädophilen sexuellen Interesses vorgestellt und die Ergebnisse forensischer Studien zu seiner Validierung berichtet. Es werden Ergebnisse einer Panelstudie vorgestellt, in der erstmals die Prävalenz pädophiler Neigungen und pädosexueller Handlungen in einer großen Stichprobe (N = 8719) deutscher Männer geschätzt wurde. Die Ergebnisse dieser Studie hat auch Implikationen für Risikofaktoren für Kindesmissbrauch bei bisher nicht verurteilten Tätern, die z.B. bei familienrechtspsychologischen Fragestellungen relevant sind. Schließlich werden zwei neue Hypothesen zur Ätiologie pädophilen sexuellen Interesses und eine erste empirische Studie zu deren Überprüfung präsentiert. 


Sommersemester 2017

 

04.07.2017, 16.00 - 18.00 Uhr, Humboldtstr. 33, Raum 213 (2. OG)

Diagnose und Behandlung der Anhaltenden Trauerstörung

Prof. Dr. Rita Rosner

Etwa 5 % derjenigen, die um eine Bezugsperson trauern, entwickeln eine so genannte abnorme, pathologische, komplizierte oder – wie der derzeitige Fachbegriff lautet – Anhaltende Trauerstörung (ATS). Kennzeichen der ATS sind neben der Beeinträchtigung im alltäglichen Leben, eine intensive, anhaltende Sehnsucht nach dem Verstorbenen, eine mangelnde Akzeptanz des Verlustes, Vermeidung und eine Reihe anderer Symptome. Depression, PTBS und ATS unterscheiden sich in wesentlichen Punkten, treten aber auch häufig komorbide auf. Wichtig ist dabei besonders die Abgrenzung zur normalen Trauer und die Differentialdiagnostik der ATS bezogen auf Depressionen und Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), da hieraus Entscheidungen über ein mögliches psychotherapeutisches Vorgehen abgeleitet werden. 

In diesem Vortrag werden weiterhin die Ergebnisse von Metaanalysen zur Bewertung der Effektivität unterschiedlicher psychotherapeutischer aber auch pharmakologischer Interventionen vorgestellt. Einzelne erfolgreiche Interventionen sollen dabei vertieft dargestellt werden.

 

16.05.2017, 18.30 - 20.00 Uhr, Raum PK 4.3

Factors associated with adjustment of vulnerable children: Implications for intervention

Prof. Mary Haskett (North Carolina State University)

Although children who have faced adverse experiences are at high risk for mental health challenges, there are wide individual differences in their functioning and many appear to do well in spite of difficult circumstances. This presentation, grounded in the field of developmental psychopathology, will feature research on factors that hinder and promote resilience of young children at risk for social, emotional, and behavioral problems. Specifically, the studies examine parenting practices, quality of the parent-child relationship, and other factors that account for individual differences in adjustment of young physically abused children and children who have experienced homelessness. Current investigations of treatment approaches to promote positive child adjustment by strengthening parenting (via Triple P and Circle of Parents) also will be discussed, including limitations of this approach for broad impact.

 

Wintersemester 2016/2017

 

17.01.2016, 18.30 - 20.00 Uhr

Neue Medien – neue Süchte?

PD Dr. Thomas Mößle (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V) 

In der Suchtforschung ist schon seit Längerem bekannt, dass eine Abhängigkeit nicht allein durch die wiederholte Einnahme einer Substanz entstehen kann (stoffgebundene Süchte). Auch wiederkehrende Verhaltensweisen können in Verbindung mit Erfolgserlebnissen und Glückserfahrungen in eine nicht stoffgebundene Sucht führen. In modernen digitalen Bildschirmmedien konvergieren multimediale, massenkommunikative Inhalte mit interaktiven Eingriffsmöglichkeiten und interpersonaler Kommunikation. Bei bestimmten Personen kann dies eine Abhängigkeitsentwicklung begünstigen und im engeren Sinne psychisch krank machen. Im Mai 2013 hat die American Psychiatric Association die Internet Gaming Disorder als Forschungsdiagnose in das DSM-5 mit aufgenommen. Unter Jugendlichen kann dabei von einer Prävalenz von 2-5 Prozent ausgegangen werden. Neben einer komorbiden Belastung, vergleichbar zu stoffgebundenen Suchterkrankungen (Depressionen, Ängste), zeigen die Erkrankten auch eine hohe psychische Belastung mit entsprechendem Leidensdruck. Risikokorrelate finden sich u.a. in den Bereichen Mediennutzung, Persönlichkeit und Schulkontext. Im Einzelfall kann eine stationäre Therapie indiziert sein. Im Vortrag sollen Befunde zur Internet Gaming Disorder nach DSM-5 (Computerspielabhängigkeit) vor allem für das Jugendalter vorgestellt werden.

 

 
29.11.2016, 18.30 - 20.00 Uhr, PK 11.2 (Haus der Wissenschaft, 1. OG)

Integration von Kindern mit Fluchterfahrungen in KiTas

Prof. Dr. Birgit Leyendecker (Ruhr-Universität Bochum)

Kinder sind besonders anpassungsfähig, aber auch besonders sensibel. Die Grenzen zwischen Trauma, erhöhtem Stress und aversiven Erfahrungen sind fließend, insbesondere bei sehr jungen Kindern ist eine richtige Diagnose recht schwierig. Mindestens ein Drittel aller Flüchtlinge sind jünger als 18 Jahre, überproportional viele sind sogar weniger als ein Jahr alt – das heißt, sie sind kurz vor, während oder nach der Flucht geboren worden. Eine frühe Integration der Kinder in KiTas erhöht die Chance, dass sie gut Deutsch lernen und einen guten Start in unser Bildungssystem haben. Die KiTas stehen damit vor der großen Herausforderung, Kinder aus einer anderen Kultur, die teilweise traumatisiert sind oder bei traumatisierten Eltern aufwachsen, zu integrieren und optimal zu fördern. In dem Vortrag werden unterschiedliche Ansätze zur Integration von jungen Kindern mit Fluchterfahrungen in unser Bildungssystem vorgestellt.


 

Sommersemester 2016

 
Aufgrund der Vortragsreihe Wie kann die Integration von Flüchtlingen gelingen? Psychologische Aspekte findet in diesem Semester nur ein Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Psychologie am Abend statt.

 
 12.04.2016, 18.30-20.00, PK 4.3, Pockelsstr. 4

Behandlung der schweren PTBS bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Dr. Regina Steil (Goethe Universität Frankfurt am Main)

Das Erleben sexualisierter oder körperlicher Gewalt in der Kindheit birgt im Vergleich zu anderen Formen der Traumatisierung ein sehr hohes Risiko für PTBS sowie weiterer schwerwiegender Symptome. Gleichzeitig fehlen Behandlungsprogramme, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Jugendlichen mit PTBS nach sexualisierter oder physischer Gewalt zugeschnitten sind. Vor diesem Hintergrund wurde die Entwicklungsangepasste kognitive Verhaltenstherapie für Jugendliche (E-KVT) entworfen und in einer Pilotstudie überprüft. Bei der E-KVT handelt es sich um ein intensives Behandlungsprogramm, welches verschiedene evidenzbasierte Behandlungsansätze mit neuen Interventionen verbindet. Die Behandlung umfasst vier Phasen: 1) Motivationsphase: Eine tragfähige therapeutische Beziehung sowie eine hinreichend stabile Therapiemotivation werden aufgebaut. 2) Emotionsregulation: Zum Abbau dysfunktionaler Verhaltensweisen werden den Jugendlichen Techniken der Emotionsregulation vermittelt. 3) Intensive Traumabearbeitung: In dieser Therapiephase wird die Cognitive Processing Therapy (CPT) nach Resick et al. (2008) eingesetzt. 4) Entwicklungsaufgaben: In der letzten Therapiephase werden jugendtypische Entwicklungsaufgaben wie Partnerwahl oder Berufswahl angesprochen.

Im Vortrag werden die Inhalte der E-KVT vorgestellt und die trauma-fokussierten Interventionen vertieft.

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Wintersemester 2015/2016


12.01.2016

Symptomfokussierte psychodynamische Kurzzeitpsychotherapie am Beispiel manualisierter Therapien von Angststörungen

PD Dr. Claudia Subic-Wrana (Universitätsmedizin Mainz)

Die Behandlung von Angststörungen ist ein zentrales Thema der aus der Psychoanalyse abgeleiteten Psychotherapie, eine der ersten klinischen Arbeiten Sigmund Freuds beschäftigt sich mit den Besonderheiten der Behandlung von Panikstörungen. Die psychoanalytische-psychodynamische Community hat leider lange gezögert, die in der heutigen Zeit nötigen empirischen Nachweise der Wirksamkeit dieser Therapien zu erbringen, das hat die psychodynamischen Behandlungsmöglichkeiten von Angststörungen gegenüber den beeindruckenden Wirksamkeitsnachweisen der kognitiv-behavioralen Behandlungsansätze besonders in der Wahrnehmung in der Fachöffentlichkeit in den Hintergrund gerückt.

Um dies zu verändern, sind in den letzten Jahren erste randomisiert-kontrollierte Studien durchgeführt worden, in denen psychodynamische  und verhaltenstherapeutische Therapien von Angststörungen miteinander verglichen worden sind.  Dazu war es nötig, das psychodynamische Störungsmodell und das daraus abgeleitet behandlungstechnische Vorgehen in Form von Manualen zu präzisieren. Im Vortrag sollen zwei dieser Ansätze – einmal zur Panikstörung und einmal zur sozialen Phobie – vorgestellt werden; der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verdeutlichung des therapeutischen Vorgehens.

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01.12.2015

Clinical Psychology, Psychiatry and Psychotherapy in Russia: Past and Present

Dr. Yakov Kochetkov (Centre for Cognitive Therapy, Moskau)

Russian psychiatry, psychotherapy and clinical psychology has a long history. Before the October Revolution and the first 10 years after our psychiatry and psychotherapy developed in the same stream as in Western Europe and USA. Many famous scientists as Pavlov, Korsakoff, Bekhterev, Vygotsky and others had enriched world psychology and psychiatry.

But after the first 10 years psychotherapy was practically prohibited with the exception of hypnosis and «rational psychotherapy». There was also a period when psychiatry was used in political goals. In this period Soviet psychiatry faced with overdiagnostics of schizophrenia.

All these issue has influence on modern situation in Russian psychiatry and psychotherapy. Evidence-based types of psychotherapy are still underdeveloped and problems with diagnostics occur. But nevertheless, there are many modern changes started in this field in Russia.

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17.11.2015

Wie der Konsum von Mediengewalt die Aggressionsbereitschaft fördert:
Forschungsbefunde und ein Interventionsprogramm

Prof. Dr. Barbara Krahé (Universität Potsdam)

Zur Erklärung extremer Gewalttaten von Jugendlichen, wie zum Beispiel der Amokläufe von Erfurt oder Winnenden, wird in der Öffentlichkeit regelmäßig auf die Rolle von gewalthaltigen Medien (vor allem Filme und Computerspiele) als Ursachenfaktoren hingewiesen. Von Seiten der Medienindustrie und der (zumeist männlichen) Nutzer wird die aggressionsfördernde Wirkung gewalthaltiger Medien dagegen bestritten. Mittlerweile liegt eine große Zahl wissenschaftlicher Studien vor, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Mediengewalt und der Aggressionsbereitschaft aufzeigen. Der Vortrag präsentiert Befunde aus Experimenten und Längsschnittstudien und erläutert unterschiedliche psychologische Prozesse, die der Wirkung von gewalthaltigen Medien zugrunde liegen. Außerdem wird ein Trainingsprogramm zur Förderung der Medienkompetenz im Jugendalter vorgestellt, das speziell auf den Umgang mit medialen Gewaltdarstellungen ausgerichtet ist.

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Sommersemester 2015

 

07.07.2015

Präventionsprojekt Pädophilie Dunkelfeld - Konzept und Erfahrungen in Niedersachsen

Prof. Dr. Uwe Hartmann (Medizinische Hochschule Hannover)

Das Präventionsprojekt Pädophilie Dunkelfeld (PPD) an der Medizinischen Hochschule Hannover besteht seit März 2012. Sein Hauptziel besteht darin, Personen mit pädophilen Neigungen in die Lage zu versetzen, keine sexuellen Übergriffe zu begehen bzw. keine Missbrauchsabbildungen zu konsumieren. Inzwischen gibt es von diesem von der Berliner Charité initiierten Forschungs- und Behandlungsangebot 10 Standorte in Deutschland, die sich zum Präventionsnetzwerk „Kein Täter Werden“ zusammengeschlossen haben, um Qualitätsstandards zu garantieren und die Forschung durch einen gemeinsamen Datenpool zu intensivieren. In Hannover hat es in den ersten drei Jahren fast 1000 Kontaktaufnahmen gegeben, davon mehr als die Hälfte durch die unmittelbare Zielgruppe des Projekts. Der Vortrag möchte einen Überblick geben über das Behandlungskonzept, das konkrete diagnostische und therapeutische Vorgehen sowie über Erfahrungen und erste Ergebnisse. In den Blick genommen werden dabei auch aktuelle Erkenntnisse zur Entstehung und Behandlung sexueller Präferenzstörungen.

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23.06.2015

Psychopharmaka - Gibt es wirklich was Neues?

Prof. Dr. Matthias Dose (kbo-Isar-Amper-Klinikum München)

Die derzeit gebräuchlichen Psychopharmaka sind im Wesentlichen in den Jahren 1949 (Lithium), 1952 („Neuroleptika/Antipsychotika“), 1956 (Antidepressiva) und 1958 (Benzodiazepine) entdeckt worden. „Weiterentwicklungen“ betreffen in erster Linie ein verändertes, z.T. verfeinertes Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil. Die wesentlichen (hypothetischen) Grundlagen für die Entwicklung von Medikamenten der einzelnen Gruppen sind jedoch seit den 50-er Jahren unverändert geblieben.

So gilt als „gemeinsamer Nenner“ aller antipsychotisch wirksamen Medikamente (Antipsychotika, Neuroleptika) der Antagonismus an cerebralen Dopamin-D2-Rezeptoren. Antidepressive Wirkeigenschaften werden Medikamenten zugeschrieben, die (analog zur sog. „Katecholamin-Mangel-Hypothese“ der Depression von Schildtkraut) die Wiederaufnahme bzw. den Abbau der Katecholamine Serotonin und/oder Noradrenalin hemmen. Die Bindung an den Benzodiazepin-GABA-Rezeptorkomplex wird als Voraussetzung angstlösender und schlafanstoßender Wirkungen angesehen und dient entsprechend als Paradigma der Entwicklung solcher Medikamente.

Entsprechend diesen Paradigmen zum Wirkungsmechanismus der verschiedenen psychotropen Medikamente hat es seit den 50er Jahren – entgegen den vollmundigen Ankündigungen der Hersteller zur Vermarktung – keine wirklichen „Durchbrüche“ bei der Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung psychischer Störungen gegeben. Im Vortrag wird diese Behauptung an Beispielen zu sog. „atypischen“ Neuroleptika und neu entwickelten Antidepressiva belegt und ein Ausblick auf mögliche künftige Entwicklungen gegeben werden.

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21.04.2015

Der Mann, der unbedingt querschnittgelähmt sein wollte - Body Integrity Identity Disorder

Prof. Dr. Erich Kasten (Medical School Hamburg)

„Zuallererst möchte ich darauf hinweisen, dass ich ein normaler, vernünftiger Mensch bin. 49 J. alt, männlich, Universitätsabschluss, guter Beruf, seit vielen Jahren glücklich verheiratet, eine hübsche Tochter im Teenageralter. In Schule, Gemeinde und Vereinen ehrenamtlich tätig. Dies sollte genügen, um meine Redlichkeit und Gesundheit (im Zweifel mit Belegkopien) unter Beweis stellen zu können“, schreibt Johannes, ein Betroffener, der sich nichts sehnlicher wünscht als die Amputation seines linken Beines.

Manche Menschen empfinden ein Gliedmaß nicht als Teil ihres Selbst, sie sind der Überzeugung, dass ihr körperliches Aussehen erst nach einer Amputation ihrem mentalen Selbstbild entspricht. Die Betroffenen nennen sich "Wannabe". Offiziell bezeichnete man die Störung 1977 zunächst als "Apotemnophilia" und später als "Amutee Identity Disorder". 2004 publizierte der amerikanische Psychiatrie-Professor Michael First Daten von 52 Patienten und klassifizierte das Syndrom unter den Identitätsstörungen, seitdem bevorzugt man "Body Integrity Identity Disorder" (BIID). Betroffene sind deutlich mehr Männer, überwiegend sollen Beine amputiert werden. Mitunter wird im Vorfeld versucht, durch Gebrauch von Krücken, Prothese oder Rollstuhl ein Gefühl der erwünschten Beeinträchtigung zu erzeugen ("pretending"). Bei rund zwei Dritteln ist auch eine erotische Komponente vorhanden, dann werden Arm- oder Beinstümpfe als sexuell attraktiv empfunden ("devotee").

Im Vortrag werden die Ergebnisse umfangreicher Studien über mögliche Ursachen, Auswirkungen und Überlappungen mit anderen Störungsbildern vorgestellt.

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Wintersemester 2014/15

 

25.11.2014

Psychosoziale Folgen von Kriegs- und Foltererfahrungen - Individuelle Belastungen und Auswirkungen kollektiver Aufarbeitungsmaßnahmen

Prof. Dr. Christine Knaevelsrud (Freie Universität Berlin)

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21.10.2014

Adipositas - (k)ein Thema für Psychologen?!

Prof. Dr. Petra Warschburger (Universität Potsdam)

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Sommersemester 2014

 

15.07.2014

Kann man zu viel denken? Kognitionen, Kognitionsstile und Gesundheit

Prof. Dr. Claus Vögele (Universität Luxemburg)

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17.06.2014

Die Biologie des Überlebens - Narrative Expositionstherapie (NET) bei dissoziativen Patienten

Dr. Maggie Schauer (Kompetenzzentrum Psychotraumatologie, Universität Konstanz)

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15.04.2014

Die Praxis in der Arbeit mit Migranten nach dem Göttinger Konzept

Dr. Ibrahim Özkan (Asklepios Fachklinikum Göttingen)

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Wintersemester 2013/14

 

14.01.2014

Sexuelle Funktionsstörungen: Wann und warum Psychotherapie hilft

Prof. Dr. Jürgen Hoyer (Technische Universtität Dresden)

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28.11.2013

EMDR mit Kindern und Jugendlichen

Dipl.-Psych. Thomas Hensel (Kindertraumainstitut KTI, Offenburg)

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Sommersemester 2013

 

11.06.2013

Differentielle Indikationen für psychologische Interventionen bei neurodegenerativen Erkrankungen

Prof. Dr. Bernd Leplow (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

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28.05.2013

Migration, Akkulturation und seelische Gesundheit

PD Dr. Iris Graef-Calliess (Klinikum Wahrendorff)

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16.04.2013

"Amokläufe" an Schulen

Prof. Dr. Britta Bannenberg (Justus-Liebig-Universität Gießen)

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  aktualisiert am 06.06.2018
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