TU BRAUNSCHWEIG

Wie eine Universität funktioniert

Die Technische Universität Braunschweig, an der die Vorlesungen der Kinder-Uni Braunschweig stattfinden, ist in Deutschland die Technische Universität mit den ältesten Wurzeln. Zwei Herzöge sind die Namengeber der Hochschule. Herzog Carl von Braunschweig-Lüneburg eröffnet im Jahr 1745 eine ganz neue Bildungseinrichtung, wie es sie damals noch nicht gab, das Collegium Carolinum. Die Einrichtung ist ein neues Angebot zwischen Gymnasium und Universität. Dort können junge Männer Geisteswissenschaften, schöne Künste und mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer lernen. Zu Ehren des Herzogs Wilhelm kommt auch sein Name zur Einrichtung hinzu. Weil die beiden Namensgeber der Einrichtung Carl und Wilhelm heißen, trägt die Technische Universität zu ihren Ehren den Namen Carolo Wilhelmina.

 

Zeittafel

1745  Das Collegium Carolinum wird gegründet. Das ist der Beginn der Technischen Universität Braunschweig.

1862  Das Collegium Carolinum erhält den Namen Polytechnische Schule und bietet die Ausbildung in acht technischen Fachgebieten an.

1878  Die nächste Namensänderung führt zu dem Titel Herzoglich Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina und bringt eine rechtliche Angleichung an Universitäten.

1909  Erstmals sind auch Frauen zum Studium zugelassen.

1945  Die Technische Hochschule ist im Krieg stark zerstört worden. Dennoch nimmt sie als erste deutsche Technische Hochschule nach dem Krieg wieder die Vorlesungen auf.

1968  Die Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften wird gegründet und die Technische Hochschule in Technische Universität umbenannt.

1995  Die Technische Universität feiert ihren 250. Geburtstag.

2004  Erstmals findet die Vorlesungsreihe Kinder-Uni Braunschweig statt.

Wer in Braunschweig studiert, kann zwischen vielen Studienfächern wählen. Sie sind in Fakultäten zusammengefasst. An der Technischen Universität Braunschweig gibt es sechs Fakultäten. Sie heißen: 

  1. Carl-Friedrich-Gauß mit den Fächern Mathematik, Informatik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  2. Lebenswissenschaften mit den Fächern Biologie, Biotechnologie, Chemie, Lebensmittelchemie, Pharmazie und Psychologie
  3. Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften
  4. Maschinenbau
  5. Elektrotechnik, Informationstechnik, Physik
  6. Geistes- und Erziehungswissenschaften

Jede Fakultät umfasst zusammengehörende Wissenschaften. Eine Fakultät ist für die Organisation von Forschung, Lehre und Studium notwendig. Zum Beispiel gehören zur Fakultät Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften die Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen, Computional Sciences in Engingeering, Mobilität und Verkehr, Umweltingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen und Geoökologie. Zur Fakultät Lebenswissenschaften gehören beispielsweise die Studiengänge Biologie, Biotechnologie, Chemie, Lebensmittelchemie, Pharmazie und Psychologie.

Zur Fakultät Elektrotechnik, Informationstechnik und Physik gehört das Studienfach Elektrotechnik und Informationstechnik. Das ist für sich immer noch sehr umfangreich. Deshalb gibt es zu jedem Fach verschiedene Institute, die an Teildisziplinen forschen. Wer Elektrotechnik und Informationstechnik studiert, hat unter anderem in folgenden Instituten Unterricht: Institut für Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen, Institut für Regelungstechnik, Institut für Halbleitertechnik und Institut für Nachrichtentechnik.

Wenn man Biologie oder Biotechnologie studiert, hat man in folgenden Instituten Unterricht: Institut für Biochemie und Biotechnologie, Institut für Genetik, Institut für Mikrobiologie, Institut für Pflanzenbiologie sowie Zoologisches Institut. Betrachtet man nun das Institut für Genetik, so ist das Fachgebiet noch immer sehr, sehr groß. Deshalb ist das Institut für Genetik noch einmal in Abteilungen unterteilt. Das sind: Abteilung für Entwicklungsgenetik, Abteilung für Pflanzengenetik und Abteilung für Hefegenetik.

Wer Bauingenieurwesen studiert, hat unter anderem in folgenden Instituten Unterricht: Institut für Angewandte Mechanik, Institut für Baukonstruktion und Holzbau, Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz, Leichtweiß-Institut für Wasserbau sowie Institut für Stahlbau. Betrachtet man nun das Leichtweiß-Institut für Wasserbau, so ist das Fachgebiet noch immer sehr, sehr groß. Deshalb ist das Leichtweiß-Institut für Wasserbau noch einmal in Abteilungen unterteilt. Das sind: Wasserbau, Hydromechanik und Küsteningenieurwesen, Hydrologie, Wasserwirtschaft und Gewässerschutz sowie Abfallwirtschaft. In den einzelnen Abteilungen arbeiten Professoren und Mitarbeiter. Die Professorinnen und Professoren leiten die Abteilungen. Der Name des Instituts geht auf seinen Gründer zurück, Ludwig Leichtweiß.

Die Universität und damit die Professoren haben zwei Hauptaufgaben: Forschung und Lehre. Die Professoren experimentieren und lesen viel und erfinden neue Techniken. Zum Beispiel kann ein Professor für Bauingenieurwesen ein Haus entwickeln, das auch bei einem Erdbeben sicher stehen bleibt und nicht einstürzt. Oder ein Professor erprobt ein Auto, das anderen Autos von selbst ausweicht und damit Unfälle vermeidet. Die Ergebnisse der Forschung sollen den Alltag sicherer und einfacher machen. Zum Forschungsteam des Professors oder der Professorin gehören Mitarbeiter, die ebenfalls wissenschaftlich arbeiten.

Damit immer weiter geforscht werden kann, ist Nachwuchs wichtig. Der Nachwuchs sind die Studierenden. Sie lernen im Studium alles Wichtige in einem Fach und sie lernen, wie man forscht. Dieser Unterricht heißt Lehre. Ein Professor ist also auch ein Lehrer, der den Studierenden Unterricht gibt.

Wer studieren möchte, muss sich einschreiben. Um an einer Universität lernen zu dürfen, benötigt man das Abitur. Damit muss man sich gleichsam anmelden. Universitäten haben in einigen Studienfächern nur eine begrenzte Anzahl an Studienplätzen. Wenn es mehr Bewerber gibt, als Plätze vorhanden sind, werden meist die Bewerber mit den besten Noten genommen.

An der Technischen Universität lernen rund 13500 Studierende in 65 Studiengängen. Professoren, wissenschaftliche und technische Mitarbeiter sind an den Instituten tätig. Die Technische Universität ist also vergleichbar mit einem großen Unternehmen. Damit das vernünftig läuft, benötigt auch die Universität eine Verwaltung, Techniker und Hausmeister. Insgesamt arbeiten an der Technischen Universität Braunschweig 3600 Menschen. Davon sind 220 Professorinnen und Professoren. Der Leiter der Universität, also der Chef von allen, ist der Präsident.

Leben und Lernen an der Universität

Die Unterrichtsstunden an der Universität heißen nicht Schulstunden, sondern Vorlesungen, Seminare und Übungen. Sie dauern üblicherweise so lange wie zwei Schulstunden. Die Vorlesungen finden nicht in Klassenräumen, sondern in Hörsälen statt. Die sind wie große Klassenräume. Der größte Hörsaal an der TU Braunschweig hat mehr als 700 Plätze und heißt Auditorium maximum.

Studierende besuchen aber nicht nur Vorlesungen, sondern sie verbringen oft auch ihre Freizeit an der Universität. Sie treffen sich zum Sport oder sie singen im Chor, spielen Theater oder lernen weitere Sprachen. Viele Studierende essen mittags auch gemeinsam an der Uni. Das ist ähnlich wie an vielen Schulen. Es gibt eine Mensa, die verschiedene Gerichte anbietet. In einem großen Speisesaal essen die Studierenden und auch die Professoren dann gemeinsam.

Lexikon

Audimax
Das Audimax heißt in Langform Auditorium maximum und ist der größte Hörsaal an einer Universität. In Braunschweig hat das Audimax mehr als 700 Plätze

Campus
Das gesamte Gelände der Universität heißt Campus. Das Wort campus stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt Feld. Das Feld oder der Bereich, auf dem alle Gebäude einer Universität stehen, nennt man Campus.

Fakultät
Wissenschaften, die zusammengehören, heißen an einer Universität Fakultät. Dieses Prinzip kann man in einer Schule mit Fächergruppen vergleichen: In der Schule gibt es die Fächer Deutsch, Englisch und Französisch. Die lassen sich unter dem Oberbegriff Sprachen zusammenfassen. Dann gibt es die Fächer Biologie, Physik und Chemie. Die können als Naturwissenschaften beschrieben werden. An der Universität gehören zum Beispiel Biologie, Psychologie und Lebensmittelchemie zu den Lebenswissenschaften, weil sie alle das menschliche Leben untersuchen.

Genie
Ein Genie ist ein Mensch, der außergewöhnliche Fähigkeiten in einem Fach besitzt. Carl Friedrich Gauß gilt als Genie in der Mathematik. Er hat viele Formeln erfunden.

Mensa
Das Wort mensa kommt aus dem Lateinischen. Übersetzt heißt mensa Tisch. Da die Studierenden in dem großen Speisesaal gemeinsam am Tisch sitzen und essen, ist Mensa die Bezeichnung für die Kantine oder den Speisesaal an einer Hochschule.

Primzahl
Eine Primzahl ist eine Zahl, die sich nur durch 1 und durch sich selbst teilen lässt.

Professor
Hochschullehrer, die ein Fach in voller Breite vertreten, heißen Professoren. Sie führen ein Institut oder eine Abteilung mit Mitarbeitern. Sie forschen und unterrichten Studierende.

Stipendium
Studieren kostet Geld. Wenn ein Student kein Geld hat, aber sehr begabt ist, gibt es Menschen, die ihn unterstützen und ihm Geld für das Studium geben. Diese finanzielle Unterstützung, um studieren oder forschen zu können, heißt Stipendium.

Triangulation
Der Begriff kommt vom lateinischen Wort Triangulum. Das heißt Dreieck. Triangulation bedeutet so viel wie etwas dreieckig machen. Es bezeichnet ein Verfahren in der Landvermessung, bei dem eine Fläche in lauter Dreiecke eingeteilt wird und sich dadurch berechnen lässt.

Weitere Angebote für Schülerinnen und Schüler


  aktualisiert am 04.08.2017
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