TU BRAUNSCHWEIG

Ermittlung der Keimbelastung bei der mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung mit dem KAMINZUG-Verfahren


Auftraggeber: Landkreise Wolfenbüttel, Nienburg und Stadt Wilhelmshaven, 1995 - 1996


Zusammen mit einem Spezialisten für Hygiene, med. Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie untersuchte das Leichtweiß-Institut auf verschiedenen Deponien die potentielle Keimbelastung durch die Einführung einer mechanisch-biologischen Restabfallbehandlung bei Verwendung des KAMINZUG-Verfahrens.


Die Untersuchungen wurden mit passiver (Sedimentationsplatten) und aktiver Probenentnahme (Luftansaugung über Gelantinefilter) durchgeführt. Beprobt wurden die Bereiche der mechanischen Aufbereitung, das Aufsetzen von Rottemieten, die Abstrombereiche der Belüftungsrohre, den Leebereich der gesamten Rottefläche, das Auseinanderschieben und Kompaktieren des gerotteten Materials sowie auf und außerhalb des Deponiegeländes. Die Proben wurden in unterschiedlichen Höhen (z. B. Mietenoberfläche und in Kopfhöhe) genommen und bezüglich der Gesamtkeimmengen und spezifiziert nach Bakterien und Schimmelpilzen (besonders betrachtet: Aspergillus fummigatus) ausgewertet.


Die Ergebnisse zeigen, daß KAMINZUG-Rottemieten aufgrund ihrer statischen Betriebsweise, im Vergleich zum Standarddeponiebetrieb, keine nennenswerten zusätzlichen Keimbelastungen hervorrufen. Die ermittelten Bakterien- und Schimmelpilzbelastungen liegen deutlich (Faktor 700 - 7.000) unter in der Literatur angegebenen, krankheitsauslösenden Schwellenwerten bzw. gemessenen Werten in Abfallbehandlungsanlagen (siehe Abbildung 1).

Abb. 1: Gegenüberstellung von Luftbelastungen durch Schimmelpilzsporen verschiedener abfallwirtschaftlicher Anlagen

 


  last changed 07.08.2013
TU_Icon_E_Mail_1_17x17_RGB pagetop