Tipps für eine barrierearme Online-Lehre mit Blick auf Studierende in besonderen Lebenslagen

Diese Hinweise wurden zusammengestellt von der Beauftragten für die Belange von Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Sie gelten besonders für folgende Zielgruppen:

  • Studierende mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen,
  • Studierende mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen,
  • internationale Studierende.

Da Online-Lehre auch Herausforderungen für diese Zielgruppen birgt, gibt es hier einige machbare organisatorische und technische Tipps:

Digitale Formate

  • Auf sehr gute Ton- und Bildqualität sowie einen störungsfreien Hintergrund bei Vorlesungsaufzeichnungen achten (wichtig für Studierende mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen, internationale Studierende, mit geringen Sprachkenntnissen).
  • Zusätzlich zu aufgezeichneten Lehrveranstaltungen schriftliche Ausarbeitungen ((Trans)Skripte, Vorlesungsnotizen, schriftlich entwickeltes „Tafelbild“ o.ä.) in Stud.IP oder per E-Mail zur Verfügung stellen. Viele Studierende sind darauf angewiesen, da sie nicht gleichzeitig zuhören und mitschreiben können: Studierende mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, Mobilitätseinschränkungen (v.a. bezüglich des (Mit)Schreibens), Studierende mit anderen Beeinträchtigungen, die Verzögerungen bewirken können (z.B. durch Medikamenteneinnahme, ADHS, psychische Beeinträchtigungen), internationale Studierende, Studierende mit Kindern.
  • Online-Angebote (aufgezeichnete Vorlesungen und die genannten Skripte/Notizen) mindestens bis zur Prüfung und Nachprüfung online verfügbar lassen.
  • Prüfen, ob ein geplantes Live-Format für eine Lehrveranstaltung durch ein asynchrones Format ersetzt werden kann. Das kann für Studierende in Belastungssituationen hilfreich sein, denen die Teilnahme an Live-Formaten nicht oder nur unregelmäßig möglich ist (Kinderbetreuung zuhause, Betreuung von Angehörigen, regelmäßige Arzttermine, u.ä.) oder denen nicht immer eine stabile Internetverbindung zur Verfügung steht.

Dokumente

  • Möglichst barrierearme schriftliche Ausarbeitungen erstellen. Eine komplette Barrierefreiheit von Dokumenten ist nicht immer möglich – mit folgenden Mitteln kann jedoch Studierenden mit einer Sehbeeinträchtigung das Lesen und ggf. Vergrößern erleichtert werden:
    • Kontrastreiche Dokumente: Optimal ist weißer Hintergrund und schwarze Schrift. Auf helle Farben sollte verzichtet werden, ebenso auf Kombinationen aus Rot-Grün, Rot-Orange, Blau-Grün usw.
    • übersichtlich gestaltete Ausarbeitungen, so dass auch bei Vergrößerung am Bildschirm der Überblick behalten werden kann.
    • Dokumentvorlagen in Word verwenden und Kapitelüberschriften als solche kennzeichnen, so dass diese von der Sprachausgabe lesbar sind.

Individuelle Maßnahmen

  • Alternative Möglichkeiten der Teilnahme (z.B. Aufzeichnung dieser Sitzungen) und Leistungserbringung bei Lehrveranstaltungen mit Webkonferenzen und anderen Präsenzformaten anbieten für:
    • Studierende mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen, die aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten nicht zu diesem Zeitpunkt an der Lehrveranstaltung teilnehmen können
    • Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen, die aus nachvollziehbaren Gründen nicht regelmäßig Präsenzformate wahrnehmen können
  • Für Rückfragen und Anliegen von Studierenden der genannten Personengruppen offen sein, da sicherlich noch individuelle Herausforderungen einzelner Studierender auftreten können. 

Nora Hartwig, Carolin Wegner (Stv.)
Beauftragte für Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen

Stand: 30.04.2020