Praxisbeispiele aus der TU Braunschweig

Mobiles Lernen steht im Zentrum vieler geförderter Lehr-Lern-Projekte an der TU Braunschweig. Wir geben Ihnen einen Einblick in ausgewählte Praxisprojekte.

Urban/classics.bs

Transfer des Konzepts „Mittelalter-App für Braunschweig. LiteraToUr in der Stadt (MAppBS)“ aus dem Institut für Germanistik auf das Institut für Geschichtswissenschaft

In dem Projekt wird das erfolgreiche Konzept der „Mittelalter-App“ (MAppBS) für die nachhaltige Stärkung der Studiengänge BA Geschichte, MA Lehramt Geschichte und KTW (Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt) nutzbar gemacht. Die Kernidee des Ausgangsprojektes MAppBS bestand darin, die Sinnhaftigkeit der Lehrinhalte über einen interaktiven multimedialen Stadtrundgang durch das mittelalterliche Braunschweig konkret erfahrbar zu machen.

Bei dem Lehrprojekt werden über zwei Semester hinweg im Rahmen einer Übung und eines Praxisseminars gemeinsam mit Studierenden die zum Aufbau einer App urban/classics.bs erforderlichen Inhalte für die drei thematischen Bereiche „Architektur“, „Bilder“ und „Objekte“ erarbeitet. Die App wird anschließend in den genannten Studiengängen fest in den Veranstaltungen der Alten Geschichte verankert. Das Transferprojekt setzt ein innovatives Lehrkonzept um, wird die Kooperation zwischen der Universität und den Braunschweiger Museen stärken und dazu beitragen, das Forschungsfeld „Stadt der Zukunft“ stärker in der Lehre der Fakultät 6 zu verankern.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Johannes Wienand, Miriam Geißmar, M.A.


Augmented Building Model

Transfer des Konzepts „Bauwerksinstandhaltung“ vom Institut für Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz auf das Institut für Baukonstruktion und Holzbau

Ziel des Projektes war es, die Komplexität und Vielfalt von Bauteilen, Verbindungen und Bauschäden in realen Strukturen mithilfe von Augmented-Reality (AR) Modellen, also realitätserweiternden Modellen, zu zeigen und sie den Studierenden einprägsam zu visualisieren. Darüber hinaus ist das Ziel der Lehrveranstaltung, durch direkte handnahe Begutachtung mit modernen Untersuchungsgeräten das Verständnis für Schäden in realen Strukturen zu verstärken.

Zuerst wurde dabei ein existierendes Bauwerk geometrisch aufgenommen und in ein 3D-Modell überführt. Das beispielhafte Bauwerkmodell wurde mit Informationen über die Bauteile, Baukomponenten und Schäden in einer virtuellen und wiederverwendbaren digitalen Gebäudedokumentation vorbereitet und für die Studierenden auf der „CarolAR“ App zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise werden die Studierenden auf die voranschreitende Digitalisierung im Bauwesen vorbereitet. Während der in kleinen Gruppen durchgeführten praktischen Untersuchungen am Bauwerk werden die Vorgänge des Aufbaus einer historischen Struktur, seiner Bauteile und der Entstehung von Bauschäden mit Hilfe der Vernetzung von Fotos, Videos, Audioaufnahme und Untersuchungsergebnisse mit mehreren Sinnen (Sehen, Hören und Tasten) erlebbar gemacht.

Das Lehr-Lern-Konzept ist kurz vorgestellt: Die Studierenden werden zunächst schrittweise die Theorie der „Bauwerkserhaltung in Holzbau“ als Vorwissen aufbauen; später wird die Vereinfachung der komplexen Gesamtheit des Digital-Bauwerks in vernetzten digitalen Informationen die Aktivierung des Vorwissens unterstützen und final wird das Ziel eines allgemein besseren Verständnisses der Komplexität existierender Strukturen hinsichtlich des Bauens, Konstruierens und Restaurierens erreicht. Vor allem das große Volumen an immer älter werdender Bausubstanz und das Bedürfnis der Ressourcenschonung verdeutlichen die Wichtigkeit dieses Projektes im akademischen Kontext.

Ansprechpartner*innen: Dr.-Ing. Elena Perria, Maria Loebjinski, M.Sc., Dipl.-Ing. (FH) Stefan Ullmann


be-greifbAR

Transfer des Konzepts „TeachAR – Lehren und Lernen in der erweiterten Realität“ aus dem Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften auf das Institut für Physik der kondensierten Materie.

Das Transferprojekt „be-greifbAR“ baut auf dem erfolgreichen Lehr-Lern-Konzept des Innovationsprojekts „TeachAR“ zum Einsatz von Augmented Reality (AR) in Laborpraktika auf. Einerseits werden dabei sonst unsichtbarer physikalischer Eigenschaften visualisiert, dem Experiment direkt überlagert und dynamisch an die experimentellen Parameter gekoppelt. Andererseits werden auch virtuelle Messgeräte und virtuelle Werkzeuge verwendet, um die experimentellen Daten aufzunehmen. Das Labor wird so zu einer „hybriden“, d.h. gemischt virtuell-reellen, Experimentierumgebung.

Ansprechpartner*innen: Dörte Sonntag, M.Sc., M.Ed., Prof. Dr. Oliver Bodensiek


TeachAR – Lernen und Lehren in der erweiterten Realität

Komplexe und abstrakte natur- und ingenieurswissenschaftliche Fachinhalte sind für Studierende häufig nur schwer greif- oder vorstellbar. Damit verbundene Lern- oder Verständnisschwierigkeiten können ein Grund dafür sein, dass die Studierenden ihre fachbezogene Problemlösekompetenz nicht optimal entwickeln können. TeachAR adressiert diese Problematik durch den Einsatz einer erweiterten Realität ("Augmented Reality", AR): Sie bietet im Gegensatz zur rein virtuellen Realität (VR) die Möglichkeit, virtuelle mit experimentell-reellen Lernumgebungen unmittelbar zu verbinden und so die Lücke zwischen theoretischen und anwendungsnahen Lerninhalten zu schließen. Den realen Experimenten oder technischen Anwendungen können auf speziellen halbtransparenten AR-Brillen Visualisierungen zugrundeliegender Theorien bzw. Modelle überlagert werden. Zunächst wurden im Innovationsprojekt dynamische AR-Anwendungen für übliche Demonstrationsversuche aus dem Experimentierseminar "Elektrizitätslehre" entwickelt und anschließend in der Lehre eingesetzt und erprobt. Den Lehramtsstudierenden wird dabei auch der didaktische Nutzen von AR vermittelt und eine innovationsorientierte Weiterentwicklung ihrer Medienkompetenz ermöglicht. Sie können damit perspektivisch auch die Rolle von Multiplikator*innen für den Einsatz von Augmented Reality in der Lehre einnehmen.

Förderung Innovationsprogramm, WiSe 2017/18
Verantwortliche Lehrende Prof. Dr. Oliver Bodensiek, Prof. Dr.-Ing. Marcus Magnor
Institut Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften
Studiengänge 2-Fächer-Bachelor mit Physik als Erst- oder Zweitfach
Teilnehmendenzahl 15
Veranstaltungsform Experimentierseminar / Laborpraktikum
Projektdauer 01.10.2017–30.09.2018

MAppBS: Mittelalter-App für Braunschweig. LiteraToUr in der Stadt

MAppBS ist eine Lernapp zur Unterstützung der Einführungskurse in die Germanistische Mediävistik. Sie bietet den Studierenden im ersten Studienjahr die Möglichkeit, das in den obligatorischen Veranstaltungen Gelernte aus den Bereichen der Sprach-, Literatur- und Kulturgeschichte mit praktischen Beispielen vor Ort zu verknüpfen und zu vertiefen. Da Braunschweig eine Stadt mit einer ausgeprägten mittelalterlichen Geschichte ist, bietet es sich an, den außeruniversitären Lehr-Lernort als Grundlage für das nachhaltige digitale Lernen zu nutzen.

Die App wird von Studierenden höherer Fachsemester mit fachwissenschaftlichem und/oder didaktischem Schwerpunkt erarbeitet, die ihre Fach- und Vermittlungskompetenzen positiv einbringen können. Sie erwerben einerseits die Kompetenz des zielgruppenorientierten Schreibens und anderseits lernen sie, ihr Fachwissen didaktisch zu reduzieren. MAppBS lässt die entstehenden Leistungen der Beteiligten langfristig sichtbar bleiben, da die App in die Basislehre eingebunden wird.

Förderung Innovationsprogramm, WiSe 2016/17
Verantwortliche Lehrende Prof. Dr. Regina Toepfer; Dr. Wiebke Ohlendorf
Institut Institut für Germanistik
Studiengang Germanistik (B.A.), Geschichtswissenschaft (B.A.), Lehramt an Gymnasien für das Fach Deutsch (M.A.), Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt (M.A.)
Teilnehmendenzahl 20 (Erarbeitung), 200 (Anwendung)
Veranstaltungsform Seminar, Praktikum, Vorlesung
Projektdauer 01.10.2016–30.09.2017